(openPR) Anteil der Skeptiker geht wieder zurück / Polarisierung der Investmentbereitschaft
Frankfurt, 7. März 2008 – Trotz des anhaltend volatilen Investmentklimas zeigen die deutschen Privatinvestoren weiterhin Vertrauen in die Aktienmärkte: So stieg der Anteil der Börsen-Optimisten erneut um 0,5 Prozentpunkte leicht an. Mit 45,1 Prozent ist somit nach wie vor fast jeder zweite Befragte überzeugt, dass sich der deutsche Aktienmarkt in den nächsten sechs Monaten positiv entwickeln wird. Der Anteil der Pessimisten, der sich im turbulenten Januar 2008 fast verdoppelt hatte, sank wieder deutlich: Die Quote der Börsen-Skeptiker ging um 4,4 Punkte zurück und liegt nun bei 22,5 Prozent. Stattdessen legte die Gruppe derjenigen, die eine abwartende Haltung eingenommen haben, wieder zu. „Nachdem im Januar eine stärkere Polarisierung zwischen Optimisten und Pessimisten zu beobachten war, beurteilt nun wieder rund ein Drittel der Befragten die Marktentwicklung neutral“, erläutert Jean Guido Servais, Marketing Director für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei JPMorgan Asset Management. Das aktuelle Investmentbarometer der Gesellschaft wurde vom 8. bis 22. Februar 2008 erhoben.
Die rückläufige Tendenz des Börsenpessimismus macht sich auch im JPMorgan Asset Management Investor Confidence-Gesamtindex (1) bemerkbar: Der Mittelwert aus allen Antworten stieg im Februar 2008 nach vier negativen Monaten erstmals wieder leicht an. Mit einem Plus von 0,6 hat der Index nun ein Niveau von 2,4 Punkten erreicht.
Nach über fünf Jahren: weibliche Befragte erstmals positiver als Männer gestimmt
Die Stimmung hat sich sowohl bei den weiblichen als auch bei den männlichen Befragten verbessert, die Dynamik ist jedoch recht unterschiedlich: Während der Indexwert der Männer lediglich um 0,1 Punkte zulegte und nun genau auf dem Durchschnittswert von 2,4 liegt, haben die weiblichen Befragten mit einem Anstieg von 1,6 Punkten sogar ein überdurchschnittliches Stimmungsniveau erreicht (2,5 Punkte). „Dass die üblicherweise vorsichtigeren Anlegerinnen eine größere Zuversicht als die befragten Männer zeigen, hat es seit Beginn der Studie im März 2002 noch nicht gegeben“, betont Jean Guido Servais. Mit der JPMorgan Asset Management Investor Confidence-Studie ermittelt die Fondsgesellschaft regelmäßig die aktuellen Markteinschätzungen und Investitionsabsichten der deutschen Privatanleger. Die von der GfK durchgeführte repräsentative Befragung erfolgt nicht nur in Deutschland sondern vierteljährlich auch in Schweden und Spanien sowie in Hongkong.
Mit der Februar-Befragung wurde die Zusammensetzung der untersuchten repräsentativen Bevölkerungsgruppe leicht modifiziert. Bisher standen rund 2.000 Investmentbesitzer zwischen 14 und ‚70 plus’ Jahren im Mittelpunkt. Da sich in der Gruppe der 14- bis 20-Jährigen wenige aktive Investoren befinden, wurde das Startalter der Befragten nun auf 20 Jahre hochgestuft. Entsprechend dieser Änderung ließ sich im Februar ein leichter Anstieg der Investmentbesitzer verzeichnen – nun halten 21,8 Prozent der Befragten Investments wie Aktien, Bonds, Fonds, Optionsscheine oder Zertifikate.
Weniger Investoren wollen abwarten
Mit der Stimmung der Anleger hat sich auch das Investmentklima wieder etwas verbessert: Die Bereitschaft der Privatanleger, in den nächsten sechs Monaten weitere Investitionen vorzunehmen, wuchs zum zweiten Mal in Folge. Mit einer Steigerung von 4,1 Punkten plant nun wieder fast jeder zweite befragte Privatanleger (47,5 Prozent), innerhalb eines halben Jahres zu investieren. Allerdings stieg gleichzeitig auch der Anteil der Investitionsverweigerer: Die Quote erhöhte sich um 3,8 Punkte und liegt nun bei 45,1 Prozent. Zwar ist der Anteil der potenziellen Investoren weiterhin höher als derjenige der Anlagemuffel. Aber die Polarisierung zwischen beiden Gruppen wächst, während sich der Anteil der Befragten, die erst einmal abwarten wollen, auf 7,3 Prozent mehr als halbierte.
Die favorisierten Anlageformen für weitere Investments haben sich unterschiedlich entwickelt: Fonds liegen weiterhin in der Anlegergunst vorn, mussten aber 2,1 Punkte abgeben. Mit 25,4 Prozent sind sie aber nach wie vor für Anleger interessanter als sicherheitsorientierte Anlagen wie das Sparbuch (13,5 Prozent: Rückgang von 4,1 Punkten) oder Tagesgeldkonten (erstmals abgefragt: 9,5 Prozent). Parallel zum Börsenvertrauen stieg der Anteil derjenigen, die Direktinvestments in Aktien bevorzugen, wieder leicht an. Er erhöhte sich um 1,0 Punkte auf 11,3 Prozent.
(1) Der Index zeigt die Gesamtstimmung im Markt und bewegt sich in einer Spannbreite von -20 bis +20.
Zur JPMorgan Asset Management Investor Confidence-Studie (Deutschland)
Im Auftrag von JPMorgan Asset Management erstellt die Gesellschaft für Konsumforschung, Nürnberg (GfK) seit März 2002 monatlich ein Investmentbarometer. Die Umfrage erfolgt jeweils unter rund 2.000 Frauen und Männern ab 20 Jahren (bis Januar 2008: 14 Jahren), die repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland sind. Je Befragung werden circa 500 Interviewer eingesetzt. Die Studie erfasst die Einstellungen zu den Entwicklungen der Aktienmärkte und zum Investmentverhalten von deutschen Privatanlegern (Besitzer von Aktien, Investmentfonds, Optionsscheinen, Zertifikaten, Rentenpapieren). Die aktuelle Befragung fand vom 8. bis 22. Februar 2008 statt. Vierteljährlich erfolgen zudem Studien in Schweden und Spanien sowie in Hongkong.
Der JPMorgan Asset Management Investor Confidence-Gesamtindex
Für die Berechnung des Index werden die einzelnen Antwortvorgaben mit einem Faktor gewichtet (sehr wahrscheinlich: +20, wahrscheinlich: +10, weder wahrscheinlich noch unwahrscheinlich: 0, unwahrscheinlich: -10, sehr unwahrscheinlich: -20). Der Mittelwert dieser Antwortwerte spiegelt die Gesamtstimmung im Markt wider. Der Index bewegt sich in einer Spannbreite von -20 bis +20: Antworten alle Befragten mit „sehr wahrscheinlich“, beträgt der Gesamtindex 20. Im umgekehrten Fall, wenn alle eine Verbesserung als sehr unwahrscheinlich einschätzen, ergibt sich ein Index von -20. Der aktuelle Wert im Februar 2008 stieg wieder von 1,8 auf 2,4 an.
JPMorgan Asset Management Investor Confidence-Index
Seit Mai 2004 gibt es mit dem JPMorgan Investor Confidence-Index eine zweite Größe zur Beschreibung der Anlegerstimmung. Der Index gibt die Veränderung der positiven Erwartungen in Relation zu einem Basismonat an. Dabei werden ausschließlich die gewichteten Bewertungen jener Personen, die von einer positiven Entwicklung in den kommenden sechs Monaten ausgehen, in die Berechnung einbezogen. Die gewichteten prozentualen Anteile der Antworten „sehr wahrscheinlich“ und „wahrscheinlich“ werden addiert und ins Verhältnis zu den Werten des Basismonats (Mai 2004 = 100) gesetzt. Der aktuelle Wert vom Februar 2008 stieg ebenso leicht von 102 auf 106.





