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"Jeder zehnte Langstreckenreisende bekommt eine Thrombose"

03.03.200811:32 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) eurocom informiert Journalisten über Volkskrankheit Venenleiden

Zu einem Presse-Workshop der besonderen Art hatte die eurocom e.V. (Europäische Herstellervereinigung für Kompressionstherapie und orthopädische Hilfsmittel) geladen. In den Räumlichkeiten der Praxis für Gefäßerkrankungen des Kölner Arztes Dr. Bernhard Bulling konnten sich die Pressevertreter nicht nur theoretisch, sondern sogar ganz praktisch über die Volkskrankheit Venenleiden, ihre unterschiedlichen Ausprägungen, über Diagnostik und Therapie informieren.



Professor Eberhard Rabe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie, führte in den Workshop ein und erläuterte den Anwesenden die Ergebnisse der von ihm geleiteten Bonner Venenstudie. „23 Prozent aller Deut-schen zwischen 18 und 79 Jahren haben Krampfadern, 17 Prozent leiden an einer symptomatischen Venenerkrankung, die ärztlich behandelt werden muss,“ so Professor Rabe. „Venenkrankheiten gehören somit eindeutig zu den Volkskrankheiten.“

Besonders auffällig sei, dass Männer und Frauen ungefähr gleich häufig be-troffen seien. „Frauen haben zwar häufiger Krampfadern oder Ödeme als Männer, die Unterschiede sind aber geringer, als wir vorher angenommen hatten,“ erläuterte Rabe. Dennoch würden viele Männer den Veränderungen an ihren Venen weniger Aufmerksamkeit schenken als Frauen, später zum Arzt gehen und sich seltener behandeln lassen. „Hier liegt eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen,“ betonte Professor Rabe. „Männer müssen als Venenpatienten auch von den Herstellern von Kompressionsstrümpfen stärker in den Fokus genommen werden.“

Um unter anderem einen Überblick darüber zu erhalten, wie sich Venenerkrankungen entwickelten, würden aktuell alle Teilnehmer der Bonner Venenstudie erneut untersucht. „Anfang 2009 wird die Folgestudie zur Bonner Venenstudie voraussichtlich vorliegen,“ kündigte Rabe an.

Mit „Venenerkrankungen in der Praxis“ war der Vortrag von Dr. Bernhard Bul-ling überschrieben. Mit zahlreichen Bildern erläuterte der Kölner Gefäßspezialist zunächst, was der Blick auf die Beine der Patienten dem Fachmann verrät. Ob mikroskopisch kleine Hautveränderungen, Schwellungen oder hervortretende Venen – sie alle können Anzeichen einer ernst zu nehmenden Venenerkrankung sein. „Viele Hausärzte schauen sich die Beine ihrer Patienten meist gar nicht an,“ beklagte Bulling. „Dabei reicht oftmals schon ein kurzer Blick, um Erkrankungen zu erkennen.“ Für die genauere Diagnose stünden dem Spezialisten dann moderne Untersuchungsmethoden wie die farbcodierte Duplexsonografie zur Verfügung.

Bulling ging in seinem Referat auch auf die Risikofaktoren für Venenerkrankungen ein und wies auf Besonderheiten hin. So sei die Thrombose nach wie vor die häufigste Ursache für den Tod von Schwangeren. Aber auch langes Sitzen und Stehen sowie Fernreisen, vor allem mit dem Flugzeug, sind eine Belastung für die Beine. „Jeder zehnte Passagier eines Langstreckenfluges erleidet eine Thrombose,“ erläuterte der Phlebologe die Ergebnisse einer britischen Studie von 2001. „Von 400 Passagieren, die in einem Jumbo Platz finden, steigen also 40 nach dem Flug aus und haben – oftmals unbemerkt – ein Blutgerinnsel in ihren Beinvenen. Das muss zwar nicht zwangsläufig zu einer lebensgefährlichen Lungenembolie führen, ist aber dennoch ein ernst zu nehmendes Warnsignal.“ Bullings Rat an Patienten, die eine Fernreise planen: „Ziehen Sie vorsorglich Kompressionsstrümpfe an, trinken Sie viel und bewegen Sie Ihre Beine.“

Zum Abschluss seines Vortrages demonstrierte der Kölner Arzt außerdem an drei Patienten, wie er praktisch arbeitet. Bei einem Patienten mit Krampfadern zeigte er beispielsweise, welchen Aufschluss die Duplexsonografie über den Zustand der Venen gibt. Ein anderer Patient mit einem Lymphödem wurde mit apparativer intermittierender Kompression behandelt, einer gerätebetriebenen Kompressionstherapie.

Der Wirkungsweise der Therapie mit medizinischen Kompressionsstrümpfen, die als Basisbehandlung von Venenerkrankungen gilt, widmete sich Silke Auler von der Bundesfachschule für Orthopädie-Technik. „Die Kompressionstherapie ist nicht nur besonders effektiv, sondern sie birgt im Gegensatz zu Operationen oder Medikamenten auch keinerlei Risiken und Nebenwirkungen,“ betonte Auler. „Die Kompressionsstrümpfe verringern durch den Druck, den sie auf das Bein ausüben, den Querschnitt der Venen. Dadurch können sich die Venenklappen wieder schließen. Das Blut, das in den insuffizienten Venen zuvor versackte, kann wieder ungehindert zum Herzen zurückfließen.“

Der Befürchtung vieler Patienten, dass die Kompressionsstrümpfe unattraktiv und unbequem seien, begegnete Auler mit dem Hinweis darauf, dass die Hersteller in den letzten Jahren viel für den Tragekomfort getan hätten: „Mit dem Gummistrumpf von früher haben die Kompressionsstrümpfe von heute nichts mehr zu tun. Moderne Materialien sorgen dafür, dass die Strümpfe atmungsaktiv, leicht an- und auszuziehen und modisch attraktiv sind. Neben den Basisfarben können modebewusste Patienten ihre Strümpfe auch in ak-tuellen Trendfarben bekommen. Außerdem gibt es mittlerweile auch Strümpfe auf dem Markt, die beim Tragen pflegende Substanzen an die Haut abgeben.“

Medizinische Kompressionsstrümpfe unterlägen im Gegensatz zu Stütz-strümpfen, die nur zur Vorbeugung geeignet sind, strengen Qualitätsrichtlinien. „In Deutschland werden nur Strümpfe, die das RAL-Gütezeichen tragen, von der Krankenkasse erstattet,“ betonte Auler.

Damit Kompressionsstrümpfe aber auch richtig wirken, müssen sie im Sanitätshaus sorgfältig angepasst werden. Dazu müssen die Beine der Patienten an vorgegebenen Punkten vermessen werden. Die teilnehmenden Journalisten konnten sich in die Rolle eines Patienten versetzen und zum Abschluss des Presseworkshops ihre Beine von Silke Auler vermessen lassen. Um die Wirksamkeit von Kompressionsstrümpfen einmal selber hautnah zu erfahren, erhalten sie zudem ein persönliches Tragemuster.

Dr. Ernst Pohlen, Geschäftsführer der eurocom, betonte zum Abschluss des Presseworkshops, dass die Vermittlung von theoretischem Wissen in Verbindung mit praktischer Demonstration gut geeignet sei, um Pressevertretern das wichtige Thema „Venenkrankheiten“ näher zu bringen.
Der nächste Workshop zu diesem Themenkomplex wird daher im Rahmen der Medica 2008 im November durchgeführt werden.

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