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Schwangerschafts-Frühscreening kann Eltern verunsichern

29.02.200813:00 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Wie werdenden Eltern Sicherheit vorgegaukelt wird.

Vorsorgemaßnahmen in der Schwangerschaft sind in Deutschland besonders umfangreich und werden ständig erweitert. Mit den Vorsorgemaßnahmen und dem Mutterpass werden viele Untersuchungen angeboten und durchgeführt. Dabei sind die sich ständig ausweitenden – routinemäßig angewandten – Verfahren der Pränataldiagnostik ein besonderes Problem.



Die Medizin hat mit der Schwangerschaftsvorsorge aus einem normalen Lebensabschnitt
einen grundsätzlich pathologischen, also behandlungsbedürftigen Zustand gemacht. Seit die Pränataldiagnostik, allem voran der „übliche“ Ultraschall, zur selbstverständlichen Vorsorge gehört, erleben GfG-Geburtsvorbereiterinnen® in ihren Kursen immer wieder emotionale und betroffene Diskussionen über deren Auswirkungen. Hauptproblem für werdende Eltern sind oftmals unbedachte Bemerkungen: „Das Kind ist aber groß (oder klein)“ u. ä. und falsch positive Ergebnisse, wie sie besonders häufig beim Triple-Test vorgekommen sind.
Eltern werden durch diese Ergebnisse sehr verunsichert, können selbst nicht einschätzen, was die Berechnung von Wahrscheinlichkeiten und deren entsprechenden Varianzen für sie persönlich bedeutet. Sie erleben dadurch eine Zeit, in der sie auf Distanz zu ihrem eventuell fehlgebildeten Kind gehen. Glücklicherweise ist es meistens „falscher Alarm“. Diese beunruhigende Zeit der Schwangerschaft kann sich Wochen hinziehen. Doch nicht nur werdende Eltern können so schwerlich „guter Hoffnung“ sein – auch gesellschaftlich ist die Entwicklung der Pränataldiagnostik alarmierend: Die Medizin verspricht, für ein gesundes Kind zu sorgen, alle Abweichungen zu sehen und zu diagnostizieren. Da aber Konsequenzen nur bei den wenigsten chromosomalen Abweichungen oder Stoffwechselerkrankungen möglich sind (denn die Krankheiten können in der Regel nicht behandelt werden), ist die einzige Konsequenz, die Entscheidung der Eltern: „Wollen wir dieses Kind oder nicht?“.

In einer Gesellschaft, die behinderte und nicht-normgerechte Menschen derart ausgliedert, ist das eine besonders bedrückende Entscheidung. Ein Gewissenskonflikt, der fast alle Eltern überfordert – auch weil nicht die Zeit und die Ruhe da sind, mit unabhängigen Beratern, Freunden und Verwandten, als Paar eine befriedigende Lösung zu finden, denn den Eltern bleiben meist nur wenige Tage zur Entscheidungsfindung.
Die Pränataldiagnostik ist nur selektiv: Es gibt keine Therapie und keine Heilung. Daher müssen sich werdende Eltern als Konsequenz aus den Tests für oder gegen das Leben eines Kindes mit Abweichungen entscheiden.

Nun werden Schwangere noch mehr verunsichert durch das Fehlbildungsscreening in der Frühschwangerschaft (Ersttrimesterscreening), welches den Tripletest weitgehend abgelöst hat, da mit dieser neuen Methode genauere Ergebnisse erwartet werden. Ärztinnen und Ärzte sollen u.a. aufgrund der im Ultraschall gemessenen Nackentransparenz und Wahrscheinlichkeitstabellen beurteilen, ob das zu erwartende Kind eventuell ein Down-Syndrom, eine andere Chromosomenabweichung, einen Herzfehler hat oder nicht. Wissenschaftliche Untersuchungen und Statistiken mit unterschiedlichen Ergebnissen verwirren dabei auch die Ärzte (vor allem, je umfassender sie sich informieren). Eltern aber wird eingeredet, sie könnten damit sicher sein, dass ihr Kind kein Down-Syndrom hat. Eine eingehende Beratung über mögliche andere Formen von Abweichungen findet in der Regel nicht statt.

Erschreckend ist auch, so die GfG-Ehrenvorsitzende Ines Albrecht-Engel, dass hier Untersuchungsmethoden angewandt werden, deren Unbedenklichkeit, z.B. bei intensiven, langen Ultraschalluntersuchungen, noch lange nicht bewiesen ist.

Frühscreening gibt Eltern keine Sicherheit.
Frühscreening belastet Eltern in der Wartephase extrem.
Frühscreening durch intensive, lange Ultraschalluntersuchungen ist eventuell sogar gesundheitsschädigend.
Frühscreening trägt dazu bei, dass die Gesellschaft immer weniger akzeptiert, dass Menschen sehr unterschiedlich sein können.
Frühscreening trägt dazu bei, dass Kinder nicht leben dürfen mit Krankheiten, mit denen heute viele Menschen leben – und dabei sicher nicht nur leiden.

Die Gesellschaft für Geburtsvorbereitung – Familienbildung und Frauengesundheit – Bundesverband e. V. fordert angesichts dieser Probleme des Erstrimesterscrennings den Eltern nicht für vermeintliche Sicherheiten Geld aus der Tasche zu ziehen. Denn die Eltern müssen dies als frei wählbare (IGeL-) Leistung bezahlen, die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht.

Die GfG unterstützt werdende Eltern, die Schwangerschaft positiv zu erleben und sich auf ihr Kind zu freuen. Wir wehren uns dagegen, Eltern mit zweifelhaften Untersuchungen zu belasten und in einer Sicherheit zu wiegen, die kein Mensch garantieren kann, da nur ein Bruchteil aller möglichen Behinderungen und Krankheiten untersucht werden kann. Die GfG ist parteiisch für die Eltern, die aufgrund nicht ausreichender Informationen in Entscheidungszwänge hineinstolpern, die sie nicht voraussehen konnten. Die GfG fordert deshalb:

•Trennung von Beratung und Vorsorge
•Beratung ohne Zeitdruck für die Eltern
•Beratung über Leben mit Fehlbildungen u./o. Behinderungen
•Verstärkte Aufklärung über Risiken der jeweiligen Untersuchungsmethoden

Die Gesellschaft für Geburtsvorbereitung – Familienbildung und Frauengesundheit – Bundesverband e. V. setzt sich seit über 25 Jahren in Deutschland für eine umfassende Geburtsvorbereitung ein, die werdende Eltern im Vertrauen auf ihre Fähigkeiten bestärkt:
Vertrauen in die Gebärfähigkeit der Frau
Vertrauen in den eigenen Körper und das Austragen und Heranwachsen des Kindes
Vertrauen in eigene elterliche Kompetenzen.

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