(openPR) Das Ostholstein-Museum in Eutin zeigt vom 2.März bis zum 27. April 2008 Arbeiten der aus Schleswig-Holstein stammenden, jetzt in Stuttgart lebenden Künstlerin Anja Klafki.
Die Einladung an Anja Klafki zu einer Ausstellung im Ostholstein-Museum erfolgte aufgrund der im Jahre 2005 im Torhaus des Landeskulturzentrums Salzau gezeigten Ausstellung „Land“, in der Anja Klafki in teilweise großformatigen Arbeiten die Landschaft der holsteinischen Schweiz in der ihr – Anja Klafki – typischen Art der Radierung umsetzte. Landschaften – z. B. aus den ab 2006 entstandenen Werkreihen „Lake“ und „Vista“ – werden vorgestellt in den jetzt wieder mehr gegenständlichen Darstellungen, wobei Anja Klafki die Radiertechnik nun mit Hochdrucktechniken kombiniert, um so Farbflächen in ihre Darstellungen einbeziehen zu können. Einzelne Arbeiten hat Anja Klafki speziell in Bezugnahme auf die Raumsituation im Ostholstein-Museum gefertigt.
In dem Katalog, der zu der Ausstellung „EXPEDITIONEN“ erscheint, beschreibt die Stuttgarter Kunsthistorikerin Simone Jung die Technik so:
„Die Metallplatte, das Papier und die Druckpresse sind dabei ihr Handwerkszeug – und das
kennt sie gut! Über viele Jahre hat sie sich intensiv mit der Radierung auseinandergesetzt. Sie hat sie erforscht, hat mit den Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Zinkplatte experimentiert, dadurch eine eigene Bildsprache entwickelt und die tradierten Grenzen des Mediums hinterfragt und überschritten. So werden die Zinkplatten in eher bildhauerischer Manier mit Hammer und Stechbeitel bearbeitet. Teile werden herausgeschlagen und an den Abschlagkanten entstehen mehr oder weniger unregelmäßig gebogene oder gezackte, leicht ausfransende Konturen, der en reliefartige Strukturen sich beim Drucken als formbegrenzende Umrisse in einer eindringlichen plastischen Qualität ausprägen. Anschließend werden die Platten je nach Bedarf kombiniert und wahlweise von der Vorder- oder von der Rückseite gedruckt. Sie sind folglich nicht mehr bloß Mittel zum Zweck, d.h. Träger des Motivs, sondern werden selbst zum Motiv und bilden in deren plattentonigem Abdruck und gemeinsam mit dem Weiß des Papiers die wesentlichen Gestaltungselemente der Kompositionen. Diese erstrecken sich oft über mehrere Rahmen, denen in ihrer gliedernden Grundstruktur ebenfalls eine entscheidende kompositorische Bedeutung zukommt.“
Der Kieler Kunstkritiker und Kunstverleger Jens Martin Neumann schrieb über die Arbeiten Anja Klafkis im Jahre 2002: „Anja Klafki gehört zu den wichtigsten jungen GrafikerInnen in Norddeutschland. Sie verfolgt seit einigen Jahren ein höchst individuelles und stringentes grafisches Konzept, das auf Rekonstruktion und Dokumentation von Werkprozess und Material in der gedruckten Radierung abzielt. Sie bearbeitet die Zinkplatte quasi bildhauerisch, wendet und kombiniert die einzelnen Druckplattensegmente während der Herstellung und für den Druck, stellt damit die gesuchte, untrennbare Verbindung von Plattenfertigung und Druckresultat sicher. Formal entstehen großformatige, teilweise mehrteilige Arbeiten von karger, kürzelhafter Bildsprache – sparsame Kompositionen aus dunklen Flächen dicht gereihter Hammerschläge, fransigen Konturen der Abschlagkanten, „gestreiften“ Farbfolien des Plattentons und unbehandelten Weißflächen des Papiers.
Ehemals rein abstrakt, nähern sich die jüngsten Werke auch landschaftlichen Assoziationen an. Die Auswahl der Arbeiten markiert diese künstlerische „Expedition“ auf der Suche nach zeitgemäßen Perspektiven der altehrwürdigen Gattung Grafik.“
Zu der Ausstellung „EXPEDITIONEN“ erscheint ein Katalog in Zusammenarbeit mit der Umtrieb-Galerie für aktuelle Kunst, Kiel mit freundlicher Unterstützung durch den Heimatverband Eutin und der Volksbank Eutin Raiffeisenbank eG, der zum Preise von 10,00 Euro erhältlich ist; 50 Exemplare des Katalogs sind mit Vorzugsgrafik zu erwerben.
Die Ausstellung wird am Sonntag, dem 2. März 2008, um 11.30 Uhr eröffnet. Es spricht Simone Jung, Kunstklub/Staatsgalerie Stuttgart. Der eintritt zur Eröffnungsveranstaltung ist kostenlos.
Vita:
1967 in Eckernförde geboren
1987-1988 Studium der Kunstgeschichte und Philosophie an der Christian-Albrechts-
Universität Kiel
1989-1997 Studium der Freien Kunst an der Muthesius-Hochschule Kiel bei Fritz Bauer und
Ekkehard Thieme
1992 Gaststudium in Reykjavik/Island
1997 Diplom bei Ekkehard Thieme, seitdem freischaffend
1999 Preisträgerin ‚Expressions of Youth’, Dedalo Arte, Urbino/Italien
1999-2000 Lehrauftrag an der Christian-Albrechts-Universität Kiel
2004 Arbeitsstipendium Landeskulturzentrum Salzau
seit 2005 freischaffend in Stuttgart
2006 Arbeitsstipendium der Stiftung Kartause Ittingen/Schweiz
Ausstellungen (Auswahl)
2008: SEHNSUCHT LANDSCHAFT, Schloss Agathenburg 2008: EXPEDITIONEN, Ostholstein-Museum, Eutin (E) 2007: „MEHR BLAU FÜR SHAKELTON“, Umtrieb-Galerie Salzau (E) 2007 „MIT DEM WIND AUS NORD-WEST - 23 Positionen aus dem Norden Deutschlands“, Shenzan Art Museum/China (G) 2007: „DIE SCHENKUNG MEHLHORN“, Museum der bildenden Künste Leipzig (G) 2006: SCOPE ART FAIR, Miami/USA (G) 2005: LAND, Landeskulturzentrum Salzau (E) 2004 VISUELLNESS, Umtrieb-Galerie Kiel (E) 2003: NORD-KUNST, Husum, Lübeck, Tondern (G) 2002: NEUE ARBEITEN, Galerie Lüth, Halebüll (E) 2001: INCISIONE, Galleria Eredi di Napoli, Terlizzi/Italien (E) 2000: PLASTISCHE GRAFIK, Kunsthalle Mannheim (G)
(G) Gemeinschaftsausstellung (E) Einzelausstellung
Ostholstein-Museum
Schlossplatz 1
23701 Eutin
Tel.: 0 45 21 - 70 18 -0
Fax: 0 45 21 - 70 18 18
E-Mail:
www.oh.museum.de
Öffnungszeiten:
bis 31.3.: di-so 15-17 Uhr, do+so zusätzlich 10-12 Uhr
ab 1.4.: di-so 10-13 + 14-17 Uhr, do bis 19 Uhr
Ostermontag geöffnet











