(openPR) Gerade in jüngster Zeit wird in den Medien häufig über Wohnungsbrände mit zum Teil erschreckenden Folgen berichtet. „Menschen müssen noch stärker für Brandgefahren in den eigenen vier Wänden sensibilisiert werden. Häufig führen falsche, reflexartige Handlungen gerade dazu, dass es zur Katastrophe kommt", so Rainer von Kiparski, Vorstandsvorsitzender des Verbandes Deutscher Sicherheitsingenieure (VDSI). Jahr für Jahr sind mehrere hundert Todesopfer durch Wohnungsbrände zu beklagen, weitaus mehr Menschen werden körperlich leicht oder sogar schwer verletzt. Der Sachschaden reicht in die Milliardenhöhe.
Brandherd Küche: Fettbrand nie mit Wasser löschen!
Immer wieder kommt es zu Unfällen in der Küche, wenn sich Fett entzündet. „Der erste Reflex ist, das brennende Fett mit Wasser zu löschen. Doch dann verdampft das Wasser schlagartig und es entsteht eine gewaltige Stichflamme", schildert Rainer von Kiparski. Die Pfanne sollte stattdessen von der heißen Herdplatte gezogen werden. Ein Deckel sollte mehrere Minuten fest auf die Pfanne gepresst werden, am besten dazu ein feuchtes Geschirrhandtuch zur Hilfe nehmen. Wichtig ist auch, die Filter der Dunstabzugshaube regelmäßig zu prüfen, von Fett zu reinigen und gegebenfalls auszutauschen. Ansonsten kann die durch den Fettbrand verursachte Stichflamme auch die Dunstabzugshaube in Brand setzen.
Tödlicher Kampf gegen die Uhr
Rauchmelder sollten in allen Wohnungen zum Standard gehören. Nach Ausbruch eines Feuers bleibt in der Regel nur sehr wenig Zeit, um die Wohnung zu verlassen, wobei eine Rauchvergiftung bereits nach zwei bis drei Atemzügen tödlich sein kann. „Rauchmelder können wahre Lebensretter sein, die für weniger als zwanzig Euro im guten Fachhandel erhältlich sind", so Rainer von Kiparski. Da immer häufiger Produkte mit gefälscht CE-Zeichen auf dem Markt angeboten werden, empfiehlt er, beim Kauf von Rauchmeldern zusätzlich auf das VdS- und das GS-Zeichen zu achten. Dies gilt auch für andere elektrische Geräte, von denen grundsätzlich eine gewisse Brandgefahr – zum Beispiel durch Wärmestau oder defekte Kabel – ausgehen kann.
Eigenen Fluchtweg nicht verstellen!
Wenn der Rauchmelder anschlägt, muss die Wohnung so schnell wie möglich verlassen werden. Jeder sollte in eigenem Interesse darauf achten, dass der Flur als Fluchtweg frei von brennbaren Materialien, aber auch von Hindernissen bleibt. Im Brandfall kann das Paar Schuhe vor der Haustür, ebenso wie das im Flur abgestellte Fahrrad zum tödlichen Hindernis werden. Auch eine brennende Zigarette, die achtlos auf im Flur abgestelltes brennbares Material (zum Beispiel Kinderwagen) geworfen wird, kann verheerende Folgen haben, die als "Kaminwirkung" bezeichnet werden. Es entsteht ein Feuer, das im Hausflur ausreichend Sauerstoff bekommt. Der entstehende starke Rauch hindert die Bewohner am rechtzeitigen Verlassen der Hauses.
Ruhe bewahren, 112 wählen!
Und was ist zu tun, wenn der Fluchtweg durch Feuer und Qualm versperrt ist? „Keinesfalls den Aufzug wählen, sofern dieser vorhanden ist", warnt Rainer von Kiparski. „Gehen Sie in die Wohnung zurück, dichten Sie den Türspalt mit feuchten Tüchern ab, rufen Sie die Feuerwehr und machen Sie sich am Fenster bemerkbar." Auch wenn es schwerfällt: Ruhe und besonnenes Handeln können im Brandfall überlebenswichtig sein.
Rückfragen zum Thema Brandschutz beantworten die Experten des VDSI.











