(openPR) ZKRD verfügt über den größten Spenderpool in Europa
Blutstammzellen retten Leben: Für leukämiekranke Patienten stellt eine passende Blutstammzellspende oft die letzte Chance auf Heilung dar – insbesondere für betroffene Kinder ist eine Transplantation äußerst Erfolg versprechend. In Deutschland wurden aus diesem Grund allein im vergangenen Jahr über 2.000 Transplantationen von Blutstammzellen durchgeführt. Ein weiterer Anstieg wird in den nächsten Jahren erwartet. Bei einer so genannten allogenen Transplantation werden Blutstammzellen eines gesunden Spenders auf einen erkrankten Patienten übertragen. Hierbei sollten möglichst viele der für die Transplantation relevanten Gewebemerkmale übereinstimmen. Geschwister von Patienten haben eine Chance von 25% als Spender in Frage zu kommen, bei anderen Verwandten ist die Wahrscheinlichkeit deutlich niedriger. Für Patienten, die über keinen passenden verwandten Spender verfügen, hält das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) in Ulm die Daten der über drei Millionen deutschen Spender bereit, die sich freiwillig haben typisieren lassen. Durch seine internationale Vernetzung hat das ZKRD Zugriff auf insgesamt 11 Millionen Spender weltweit. Ob ein geeigneter Spender dabei ist, zeigt sich aber erst bei dem genauen Vergleich der Gewebemerkmale nach weiteren Laboruntersuchungen. Aufgrund des großen Spenderpools ist das ZKRD nicht nur das größte Register für Blutstammzellspender in Europa, sondern belegt hinter den USA weltweit den zweiten Platz. Die für eine Transplantation benötigten Blutstammzellen werden entweder nach medikamentöser Vorbehandlung des Spenders aus dessen Blut oder durch Entnahme von Knochenmark aus dem Beckenkamm gewonnen. Zudem besteht die Möglichkeit, Blutstammzellen unmittelbar nach der Entbindung aus dem in Plazenta und Nabelschnur verbliebenen Restblut zu erhalten.
In Deutschland erkranken durchschnittlich jedes Jahr rund 8.000 Menschen an Leukämie oder einer ähnlichen Krankheit des Blutes. Diese lebensgefährlichen Erkrankungen können auch nach dem heutigen Stand der Wissenschaft oftmals nur mit Hilfe einer passenden Blutstammzelltransplantation geheilt werden. „Es ist also die letzte Chance für die Patienten“, sagt Dr. Carlheinz Müller, der ärztliche Leiter des ZKRD in Ulm.
Um eine Blutstammzelltransplantation durchführen zu können, muss sich der an Leukämie erkrankte Patient einer Chemotherapie unterziehen. Oft wird der Patient auch zusätzlich bestrahlt. Dadurch werden fast alle Krebszellen, aber auch nahezu alle gesunden Knochenmarkzellen abgetötet. Das Immunsystem des Patienten ist in diesem Zustand kaum noch existent. Bereits eine Erkältung könnte für ihn tödlich enden. Aus diesem Grund muss er entsprechend isoliert werden.
Die eigentliche Übertragung der Blutstammzellen ist verblüffend einfach: Dem Patienten wird das Transplantat intravenös – wie eine normale Bluttransfusion – verabreicht. Die Blutstammzellen finden dann ganz allein ihren Weg ins Knochenmark. Nach zwei bis vier Wochen gibt es erste Anhaltspunkte dafür, ob die neuen Blutstammzellen ihre Aufgaben erfüllen und alle erforderlichen Komponenten des Blutes neu bilden können. Wenn alles gut geht, entwickelt sich ein neues gesundes Immunsystem.









