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Das größte IT-Projekt der Bundesregierung

24.01.200821:03 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Das größte IT-Projekt der Bundesregierung
Die neue
Die neue "elektronische Gesundheitskarte" soll alle Ärzte, Apotheken, Krankenhäuser und Krankenkassen miteinander vernetzen.

(openPR) Expertenrunde analysierte die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte: Große Potenziale, viele Schwachstellen, dringende Verbesserungsvorschläge

Die Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) für über 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland wird das größte informationstechnische Projekt, das eine deutsche Regierung jemals durchgeführt hat. Rund 188.000 Ärzte und Zahnärzte, 21.000 Apotheken, 2.200 Krankenhäuser und 270 gesetzliche Krankenkassen sollen ab 2008 über eine neue Telematik-Infrastruktur miteinander vernetzt werden, um die Prozesse im Gesundheitswesen effizienter zu gestalten. Chancen und Risiken dieses gigantischen Projektes hat der Arbeitskreis »Nutzen der eGK« beim Verein zur Förderung der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln (BIFOA) analysiert. Die Experten sehen große Erfolgschancen – aber nur, wenn die Mängel rechtzeitig ausgebessert werden.



Der Verein BIFOA fördert bereits seit 1963 die Forschung an der Schnittstelle von Betriebswirtschaft und Informationstechnik. Unter seinem Dach haben sich seit Ende 2006 rund 30 Expertinnen und Experten für das Gesundheitswesen zu einem Arbeitskreis zusammengefunden, um Nutzen und Schwachstellen des Projektes eGK rechtzeitig zu analysieren und Verbesserungsvorschläge zu machen – damit es nicht zu ähnlichen Problemen kommt wie bei der Einführung der Lkw-Maut 2003-2005. Die Experten des Arbeitskreises repräsentieren den Sachverstand von Hochschulen, Krankenkassen, Verbänden, Unternehmen und Beratungsfirmen.

Nun hat der Arbeitskreis sein erstes Memorandum vorgelegt. Danach sind die Aussichten viel versprechend: Das Projekt Gesundheitskarte könne das deutsche Gesundheitswesen entbürokratisieren, mehr Transparenz für die Patienten schaffen und einen Beitrag zur Kostendämpfung leisten. Für die Patienten ergeben sich unter anderem die Vorteile: Überflüssige Doppeluntersuchungen werden vermieden; die Unverträglichkeit von Medikamenten wird rechtzeitig erkannt; im Notfall sind wichtige Daten schneller zur Hand.

Gravierende Schwachstellen
Auf der anderen Seite sieht der Arbeitskreis gravierende Schwachstellen des Projektes: Die wichtigsten Grundbedürfnisse der Patienten und der vorsorgebewussten Bürger würden von der Gesundheitskarte in ihrer jetzt geplanten Form kaum gefördert, so dass die Patienten keinen persönlichen Nutzen der Karte für sich erkennen könnten. Kostenvorteile, die die enormen Anfangsinvestitionen rechtfertigen, ergeben sich nach Einschätzung des Arbeitskreises erst dann, wenn zu den Pflichtanwendungen auf der Karte freiwillige vom Patienten freigegebene Anwendungen hinzukommen: zum Beispiel eine elektronische Patientenakte, die die Ergebnisse früherer Untersuchungen enthält; Einverständniserklärungen, ein Organspendeausweis, der Nachweis von Zusatzversicherungen und Vorsorgeboni. Diese Dinge sind in der ersten Phase der Einführung nicht vorgesehen, und das heißt konkret: So, wie es jetzt zugeschnitten sei, lasse das Projekt in den ersten sechs Jahren die Kosten eher ansteigen als sinken. Zudem könne die kritische Diskussion über den Datenschutz dazu führen, dass die meisten Patienten einer Erweiterung der Gesundheitskarte um zusätzliche Daten bzw. Anwendungen nicht zustimmen werden.

Verbesserungsvorschläge
Um diese Probleme zu meistern, schlägt der Arbeitskreis vier Maßnahmen vor: Das System Gesundheitskarte solle konsequent an den Grundbedürfnissen der Patienten und Versicherten ausgerichtet werden. Die über die Gesundheitskarte abgewickelten Prozesse müssten rasch über den jetzt vorgesehenen Kreis der Pflicht-Anwendungen hinaus ausgedehnt werden. Alle Betroffenen und Beteiligten müssten frühzeitig und aktiv in das Projekt einbezogen werden. Das Projektmanagement solle nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen arbeiten, unabhängig vom »politischen Willen«.

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