(openPR) Der 3. Band des Romans „Heinrich Brinkmeier“ von Karl Lütticken ist im bod-Verlag erschienen.
Karl Lütticken lebte von 1902 – 1992. Achzig Jahre seines Reifungsweges kommen in seinem Roman zur Sprache. Dieser vibrierend lebendigen Sprache geht es nicht um die Retrospektive objektiv berichtender Memoiren, sie entspringt dem jeweils zeitnahen, unmittelbaren, rein subjektiven Erleben seines Helden „HB“. Die Erkenntnis, dass Personwerdung sich im Kontext der Geschichte als Sprachwerdung ereignet, ist die innere Triebfeder dieses epischen Werkes, dessen Autor sich ansonsten denn auch eher als Lyriker verstand.
Die beiden ersten Bände konnte der Verfasser schon zu seinen Lebzeiten abschließen. Band I: UNSEREINER lässt die Kindheit des Helden zur Sprache kommen: seine Sozialisierung im katholisch-kleinbürgerlichen Milieu einer Kleinstadt der wilhelminischen Kaiserzeit – „Winkelich“ genannt. Band II: AUFBRÜCHE zeigt ihn fortgerissen mit den Wogen der Jugendbewegung, als Ausbrecher aus dem Zwangssystem der Schule, als Gärtnerlehrling und insbesondere als Mitglied des Nerother Wandervogels, bis hin zu seinem – extern nachgeholten - Abitur.
Nun ist auch der dritte Band in der fragmentarischen Gestalt, in der der Verfasser ihn hinterließ, erschienen. Der Untertitel „ÜBERSCHREITUNGEN“ verweist auf den geistigen Befreiungsweg des Helden: der Aufschwung der Dreißiger Jahre zu den hochgespannten Idealen einer völkisch-kulturellen Erneuerung führt - über den Aufbau einer weitgespannten ehelichen Beziehung inmitten des Dritten Reiches - schließlich in den Zusammenbruch der Stunde Null - und durch sie hindurch in neuen geistig-religiösen Aufbrüchen zu einer Offenheit, die sich im Medium der Sprache zunehmend ihrer selbst bewusst wird, bis sie an die Schwelle rührt, an der alle Sprache abbricht und ins Schweigen mündet.











