(openPR) Interim-Manager bewegen sich in einem höchst anspruchsvollen Tätigkeitsfeld. Doch so sehr ihre Auftraggeber auch vom Engagement der auf Zeit rekrutierten Experten profitieren – ein konkretes Berufsbild stellt Interim-Management deshalb noch lange nicht dar. Das sollte sich bald ändern: Als Richtschnur der Professionalisierungsoffensive, die ohne ein von allen Beteiligten getragenes Qualifizierungssystem undenkbar ist, bietet sich das Projekt-Management hervorragend an.
Projekt-Manager und Interim-Manager haben vieles gemeinsam. Beide sind verantwortlich für eine Aufgabe, die in einem zuvor definierten Zeit- und Budgetrahmen zu meistern ist. Beide findet man in den verschiedensten Unternehmensbereichen: in der IT, im Einkauf oder im Controlling. Wo Interim-Manager von Zeit zu Zeit hinzugezogen werden, beschäftigen Unternehmen oft auch Projekt-Manager. Der gravierende Unterschied zwischen beiden Tätigkeiten: Wird der Projekt-Manager vorwiegend wegen seiner Methodenkompetenz berufen, übernimmt der Interim-Manager als Umsetzer Linien- und bisweilen auch Topmanagementaufgaben.
Wenn Unternehmen Experten zu Projekt-Managern berufen, legen sie großen Wert auf ein Anforderungsprofil, das auch ein Interim-Manager erfüllen muss. Schließlich ist das Projekt-Management Teil seines heterogenen Kompetenzbildes. Neben der gewünschten fachlichen Qualifikation wird auf dem jeweiligen Gebiet eine breite Berufserfahrung erwartet, die durch hohe Sozialkompetenz flankiert werden sollte. Projekt-Manager wie Interim-Manager müssen in der Lage sein, ihre Ziele gegen große Widerstände und unter höchstem Druck zu verfolgen.
Halten wir fest: Als flexible Fach- und Führungskräfte bewegen sich Projekt-Manager und Interim-Manager auf durchaus vergleichbarem Terrain. Auch ihre Kompetenzprofile haben viel gemeinsam. Während Projekt-Management jedoch ein klar umrissenes Berufsbild ist, das sich durch genau definierte Zugangsqualifikationen und darauf aufbauende Zertifizierungssysteme charakterisiert, stehen Interim-Manager oft vor dem Problem, sich gegenüber potenziellen Auftraggebern zu vermarkten. Ihnen fehlen die strukturellen Voraussetzungen eines Berufsbildes – allen voran ein überzeugendes Qualifizierungssystem.
Fakt ist: Einem anerkannten Berufsbild „Interim-Management“ wird man nur näherkommen, wenn über die für Interim-Management typischen Kompetenzen Einigkeit erzielt worden ist und ein angemessenes Qualifizierungs- und Zertifizierungssystem endlich Realität werden kann. Hier ein Seminar, dort ein Coaching – mit vereinzelten Initiativen wird man kaum etwas ausrichten können. Unbestritten ist: Mit einem transparenten Qualifizierungs- und Zertifizierungssystem fällt es auch potenziellen Auftraggebern leichter, Interim-Management-Projekte mit hoher Erfolgschance zu planen.
Die vor wenigen Monaten gestartete Imex28-Initiative ist der bislang erste Vorstoß in dieser Richtung. Sie folgt dem Vorbild des Projekt-Managements, deren Praktiker verbindliche, aufeinander aufbauende Anforderungen auf Junior-, Professional-, Manager-, Senior Manager- und Director-Level erfüllen müssen und dabei ihr technisches Wissen sowie ihre Management-Erfahrungen mit einer festgelegten Punktzahl unter Beweis stellen. Diesen Weg geht auch Imex28: Ziel ist ein objektivierbares Kompetenzprofil von Interim-Managern, das ihnen hilft, ihre Stärken gezielt zu verbessern, während es zugleich Unternehmen signalisiert: Auf die im Interim-Management etablierten Beurteilungsverfahren, Werkzeuge und Qualifizierungssysteme ist stets Verlass!
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Achim B. Rhode








