(openPR) Jede Woche werden in Deutschland ein bis zwei private Schulen gegründet. Doch warum? Was bieten Internate und andere private Schulen, was staatliche Schulen nicht bieten? Die Antwort ist einfach: Einen ganz normalen Unterricht und ein geregeltes Leben.
Während an den öffentlichen Schulen die Zahl der Schüler sinkt und der Staat Schulen schließen muss, kommen jedes Schuljahr 80 bis 100 allgemeinbildende Schulen in privater Trägerschaft hinzu. Es sind nicht so sehr die Antiautoritären und die Alternativen. Es sind die Werte bewahrenden, die Konservativen, die gefragt sind. Das zeigt auch der enorme Zulauf, den Schulen in kirchlicher Trägerschaft erfahren. Sie können sich vor Anmeldungen kaum retten. Was den Unterricht dort von dem an staatlichen Schulen unterscheidet?
„Er findet statt“, beurteilt Ulrich Kindscher nüchtern. Er ist ehemaliger Schulleiter und berät heute Eltern bei der Schulwahl. Er beklagt die mangelnde Verlässlichkeit des Angebots der staatlichen Schulen. Der 15-jährige Nils Einert hat dies erlebt. Er wechselte von einer Hannoveraner Realschule auf ein Internat. Er wählte die Internatsschule am Seilersee: „Vielleicht zwei Stunden im Jahr“, müsse er hier auf im Lehrplan angekündigten Unterricht verzichten. In seiner letzten Schule seien es bald zwei Stunden pro Woche gewesen.
Auch zusätzliche Förder- und Ausbildungsangebote finden regelmäßig statt. Zudem wird das Kind ob kleinerer Klassen in viel stärkerem Maß als Individuum wahrgenommen und gefördert. Eine Schule wie die jüngst von Schlagerstar Nena gegründete ist allerdings eher die Ausnahme. In Nenas Neuer Schule Hamburg dürfen die Kinder sogar selbst entscheiden, ob und was sie lernen. Doch setzen auch andere Schulen auf entspannte Atmosphäre und Freiwilligkeit, das spiegelt sich allerdings in kleinen Klassen und in einer Betreuung von Freizeit und Lernen.
In der gemeinsamen Freizeit übernehmen die Kinder und Jugendlichen auch automatisch die sozialen Aufgaben, die sich aus der Gruppenkonstellation ergeben. Das ist in einer Kleinfamilie sehr schwierig: „Ab sieben Kindern brauchen sie kein Internat mehr“, sagt Otto Gademann schmunzelnd. Gademann ist Direktor des Schweizer Instituts auf dem Rosenberg, einem Schweizer Internat, das als Eliteschule gilt. Gademann selbst allerdings definiert Elite anders: „Wenn die Kinder zu acht oder neun gemeinsam leben, dann ist das eine Elite.“
Grundlage für ein solches Leben in der Gemeinschaft sind klare Regeln und Werte. In religiösen wie in anderen Schulen sind diese klaren Wertegefüge gefragt. „Heranwachsende brauchen verlässliche Orientierung“, sagt Jürgen Röske, Leiter der Internatsschule am Seilersee. Die klaren Wertgefüge, in die man sich einfügen kann und gegen die man sich abheben kann, sind notwendig.
Was genau die Internate jedoch unter diesem Wertegefüge versteht, ist von der Philosophie der Privatschule abhängig. Das Internat am Seilersee beispielsweise legt Wert auf feste Tagesstrukturen und eine aktive Freizeit, in welcher Sport, kreative Entfaltung und soziales Engagement gleichermaßen wichtig sind.
Das Ziel jedoch, die Fähigkeiten des Kindes zu fördern, ist stets gleich. Das Landheim Schondorf am Ammersee bietet seinen Zöglingen refompädagogisch orientierte Pädagogik, modernste Ausstattung und hohes persönliches Engagement der Erwachsenen. So soll die freie Entwicklung der Kinder unterstützt werden. "Im Landheim Schondorf bereiten wir junge Mädchen und Jungen auf Ihre Lernreise durchs Leben vor", sagt Dr. Rolf Mantler, Leiter der Stiftung Landheim Schondorf am Ammersee.
Jedes 14. Kind besucht derzeit in Deutschland eine Privatschule. 20 Prozent der Eltern würden ihr Kind gerne auf eine Privatschule schicken. Der heutige Boom wird also auch in Zukunft anhalten.










