(openPR) Schuhe in Deutschland zu produzieren, scheint ein besonders schwieriges Unterfangen. Stehen doch gerade Produkte, die in hoher Stückzahl hergestellt werden, unter dem Preisdruck niedriger Auslandslöhne. Wer sich aber mit Einfallsreichtum und bewußter Qualitätsarbeit positioniert, hat ausgezeichnete Möglichkeiten, wie das Beispiel von Birki’s zeigt. Wir sprachen mit Stefan Simon, Markenleiter der Birki-Schuh GmbH über den Markt, das Selbstverständnis und weltweite Trends:
Ja-zu-Deutschland: Herr Simon, die Firma Birki’s ist sozusagen die “junge Linie” der klassischen Birkenstock Schuhe.
Stefan Simon: Ja, das ist richtig. Die Birki Schuh GmbH ist seit 1993 eigenständig. Seitdem haben wir gemeinsam mit unserem Geschäftsführer Stephan Birkenstock immer deutlicher eigenständige Kollektionen von Sandalen und Clogs für Kinder und Erwachsene auf den Markt gebracht, die gerade international wirklich gut angenommen werden.
Ja-zu-Deutschland: Sie zielen mit Ihren Linien also auf eine andere Kundenstruktur als Birkenstock. Eine Verjüngung?
Stefan Simon: Sowohl Birkenstock als auch wir begreifen uns als “Wohlfühlmarken”. Wohlfühlen steht im Mittelpunkt. Und dieses Wohlfühlerlebnis, wir sprechen auch vom “Laufen fast wie barfu? wollten wir für eine neue Zielgruppe eröffnen. Mit frecherem Design, neuen Formen, alternativen Materialien. Gerade Kinder und Jugendliche nehmen diese Erweiterung gerne an.
Ja-zu-Deutschland: Sie sprachen von besonders guten Erfahrungen im Ausland. Haben Sie ein paar Beispiele dafür?
Stefan Simon: In den USA, wo wir mit Birki’s seit 2006 eigenständig vertreten sind, wurden unsere Produkte in kurzer Zeit zum Trend. Bei Surfern zum Beispiel ist unser Birki’s-Variante mit speziellem, wasserabweisendem ALPRO-Schaum-Fußbett inzwischen ein absolutes “Mu?. Auch in Frankreich, Italien und England läuft es gut und auch mit der Entwicklung in Deutschland sind wir durchaus zufrieden.
Ja-zu-Deutschland: Ihre Produkte werden zu 100% in Deutschland hergestellt. Bleibt das dabei?
Stefan Simon: Ja, das bleibt so. Hierfür gibt es eine ganze Reihe von Gründen: Erst einmal sind besonders die Exportmärkte sensibilisiert für das “Made-in-Germany” als Qualitätskennzeichen. Gerade die Verbraucher in den USA wissen deutsche Arbeit zu würdigen. Es gibt aber auch noch andere Gründe, an unserm Standort und an unseren Mitarbeitern hier festzuhalten.
Ja-zu-Deutschland: Zum Beispiel?
Stefan Simon: Wir nennen das die “Produktion der kurzen Wege”. In einem Vertriebssystem, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, jede unserer Verkaufsstellen schnellstens und individuell zu beliefern, müssen wir kurzfristig reagieren und die Produktion steuern können. Unsere Lagerhaltung ist optimal auf dem Markt abgestimmt, vieles wird “on demand” produziert. Das geht nur, weil unsere Produktionsprozesse ohne lange Kommunikations- und Speditionswege sorgfältig aufeinander abgestimmt sind und perfekt ineinander greifen. Hinzu kommt der Entwicklungsvorsprung durch unsere Mitarbeiter.
Ja-zu-Deutschland: Entwicklungsvorsprung durch Mitarbeiter?
Stefan Simon: Unsere Mitarbeiter sind die eigentlichen Experten. Niemand weiß besser als sie, worauf in Produktion und Planung besonders geachtet werden muß. Deshalb ist unser Personal in die Planungsprozesse eingebunden. Wir fragen nach der Meinung der Mitarbeiter und wir richten uns auch häufig danach. Denn durch Anwenden dieses “Insiderwissens” können Probleme nicht nur beseitigt, sondern schon im Vorfeld vermieden werden. Das ist für uns ein nicht zu vernachlässigender Wettbewerbsvorteil.
Ja-zu-Deutschland: Viele No-Name-Anbieter versuchen, Ihre Design- und Ausstattungsmerkmale zu kopieren. Ein Problem für Sie?
Stefan Simon: Sagen wir mal so: Viel Feind, viel Ehr. Aber so ganz locker können wir die zunehmende Produktpiraterie natürlich nicht nehmen. Denn schlechte Qualität, die rein äußerlich nach Birki’s aussieht, zerstört das Kundenvertrauen. Wir versuchen uns, so gut es geht, mit unseren Anwälten gegen die dreistesten Plagiatoren zu wehren. Leider ist das nicht so einfach, zumal die heftigsten Angriffe aus dem asiatischen Raum kommen, auf den Sie mit der hiesigen Gerichtsbarkeit kaum Zugriff haben. Alles in allem aber garantiert unser Vertriebssystem dem Kunden die beste Sicherheit.
Ja-zu-Deutschland: Was bedeutet das?
Stefan Simon: Daß wir viel Wert auf die Seriosität unserer Vertriebspartner legen. Dieser Fachhandel ist die beste Sicherung vor Plagiaten – für unsere Kunden und natürlich auch für uns.
Ja-zu-Deutschland: Zum Schluß vielleicht noch ein Wunsch zum Standort Deutschland?
Stefan Simon: Mehr Selbstbewußtsein vielleicht. Denn gerade das selbstbewußte Herausstellen von “Made-in-Germany” wird im Ausland positiv wahrgenommen und honoriert.
Ja-zu-Deutschland: Herr Simon, herzlichen Dank für das Gespräch und weiter viel Erfolg für Birki’s.












