(openPR) ELK 19.11.2007 - Die Evangelische Lungenklinik Berlin (ELK) wendet ab sofort die automatische computergestützte Bildanalyse in der täglichen klinischen Praxis an. Die Patienten profitieren damit von einem Diagnoseverfahren, mit dem Lungenmetastasen zuverlässiger als bisher erkannt werden können. Das ist vor allem dann wichtig, wenn die operative Entfernung der Metastasen geplant ist. Die Wahrscheinlichkeit der Heilung nimmt zu. Besonders Veränderungen in der Nachbarschaft von großen Blutgefäßen oder Bronchien, die mitunter extrem schwierig zu erkennen sind, werden automatisch ermittelt. Die ELK ist das erste Krankenhaus in Deutschland, welches das System „MEDIAN LMS-Lung“ nutzt.
Dr. Dag Wormanns, Chef der Radiologie, und Dr. Johannes Merk, Spezialist der Metastasen-Chirurgie, bereiten Operationen nun zusammen am Computer vor. Das in der ELK eingeführte System wertet CT-Aufnahmen automatisch aus. Es ermittelt selbständig metastasenverdächtige Befunde auch in Bereichen, in denen der Mensch diese Veränderungen häufig nicht wahrnimmt. Zudem vergleicht es für die Analyse CT-Bilder eines Patienten über einen längeren Zeitraum, um die Entwicklung der Krankheit zu verfolgen sowie wachsende und deshalb vorrangig zu behandelnde Lungenherde zu ermitteln. Die erzeugten Kennzeichnungen bilden die Grundlage für die Bewertung der Mediziner.
In der Pilotphase von März bis Oktober 2007 wurde ein Prototyp des in Frankreich entwickelten Analysesystems getestet. So konnten beispielsweise bei einem Patienten elf statt der neun auf konventionellem Weg diagnostizierten Rundherde erkannt, dokumentiert und anschließend operativ entfernt werden.
„Die Einführung von computerassistierter Diagnose (CAD) in die klinische Routine während der präoperativen Phase ist möglich geworden, da diese Systeme mittlerweile in der Lage sind, dem Radiologen zusätzliche Befunde aufzuzeigen, die er sonst übersehen hätte. Der Computer irrt sich mittlerweile nur etwa bei jedem fünfzigsten Bild“, so Dr. Wormanns. Gerade kleine Lungenmetastasen werden so wesentlich zuverlässiger erkannt. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer kompletten Metastasenentfernung.
Seit 9 Jahren beschäftigt sich Dr. Wormanns wissenschaftlich mit der automatischen Erkennung und Analyse von Lungenherden im CT. Seit mehr als drei Jahren ist er an der Entwicklung des jetzt eingesetzten Systems beteiligt.
Schon seit Mitte der 90iger Jahre wird an einer sichereren Diagnostik mittels bildgebender Verfahren geforscht. Mit der Entwicklung von Algorithmen für den computerassistierten Nachweis und der Volumenbestimmung kleiner Lungenrundherde in der Multislice-CT soll die Diagnostik und Verlaufsbeurteilung dieser Befunde verbessert werden. Aktuelle Forschungsergebnisse belegen, dass ein verbesserter Nachweis vor allem kleiner Herde durch die Verwendung von CAD-Systemen durch erfahrene Radiologen möglich ist. Der Computer findet dabei mehr zusätzliche krankhafte Veränderungen, als wenn ein zweiter Arzt (Zweitbefunder) die Bilder mit auswerten würde. Zudem präzisiert der Einsatz von CAD-Systemen die Wachstumsratenbestimmung und verbessert die Einschätzung der Gut- bzw. Bösartigkeit eines Herdes.
Für die 5.000 stationären Patienten pro Jahr der Evangelischen Lungenklinik Berlin erbringt das Radiologische Institut etwa 20.000 radiologische Leistungen, davon über 3.000 CT-Untersuchungen.
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