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Kinderkriminalität: Strafen fast immer erfolglos

13.11.200706:54 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Emotionale Vernachlässigung im Elternhaus führt immer häufiger zu dissozialem, kriminellem Verhalten von Kindern und Jugendlichen. Strafmaßnahmen bieten keine Lösung, sondern eher eine Verschärfung der Problematik. Ein "Vollzug" ist nur dann sinnvoll und heilsam, wenn er dem Jugendlichen Erfolgs- und positive Bindungserlebnisse vermittelt, warnt Prof. Dr. Wolfgang de Boor (Köln).

Die wichtigsten Instrumente in der Behandlung jugendlicher Krimineller außerhalb oder innerhalb einer Haft "sind die Wohngruppen, die Ausbildungs- und Schulgruppen. Berufliche und schulische Förderung sowie die sinnvolle Gestaltung der freien Zeit sind die Grundlagen der Erziehungsarbeit". Die Wohngruppe ist das entscheidende Instrument, wenn es darum geht, Jugendliche nach einem massiven Regelverstoß so zu formen, dass sie die Risiken und Chancen der freien Gesellschaft verstehen. Das Einüben von Gemeinschaftsbezügen setzt deshalb auch in der Haft eine Gemeinschaft voraus - so wie Schwimmen nur im Wasser gelernt werden kann", schreibt de Boor in seinem Buch "Kinderkriminalität - Chancen einer grundlegenden Prävention".

Vorbeugung hält der Arzt für die entscheidende Herausforderung: Wenn sich die Mutter oder eine andere konstant verfügbare Bezugsperson von der Geburt an dem Kind zuwendet, entwickelt es Urvertrauen, Sozialpsyche, Empathie. Weder Krippe, Kindergarten, noch Schule sind in der Lage, diese Bezugsperson voll zu ersetzen, diagnostiziert de Boor. Er hat 40 Jahre lang als Gerichtsgutachter gearbeitet und resumiert: Fast allen Straftätern fehlte in früher Kindheit eine zugewandte, kompetente, verlässlich anwesende Mutter oder vergleichbare Bezugsperson.

Wolfgang de Boor:
Kinderkriminalität - Chancen einer grundlegenden Prävention
128 Seiten, Pabst, ISBN 3-936142-42-4

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