(openPR) 70 Jahre nach der Ausstellung „Entartete Kunst“ ist die Frage nach dem Verbleib der Werke, die hierfür aus mehr als 100 Museen in Deutschland beschlagnahmt worden waren, von ungebrochener Brisanz. Der Verlust, den die Museen erlitten, hinterließ in ihren Sammlungen gravierende Lücken. Es stellt sich die Frage nach dem Verbleib und den weiteren Wegen, die die beschlagnahmte Kunst seither nahm. Ein Weg führte von Berlin über den kleinen Ort Zermützel bei Neuruppin direkt in die Geburtsstadt Theodor Fontanes und Karl Friedrich Schinkels und bescherte der brandenburgischen Kleinstadt wenige Monate nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs eine sensationelle Kunstausstellung, in der Hauptwerke des Expressionismus in seltener Dichte und Qualität präsentiert wurden. Mit einer Sonderausstellung erinnert derzeit das Museum Neuruppin an die Ausstellung „Freie Deutsche Kunst“ im August 1946, mit der der Kunsthändler Ferdinand Möller Neuruppin für kurze Zeit zur Kunstmetropole machte. Ausgewählte Kunstwerke, die 1946 zu sehen waren, sind hierfür nach Neuruppin zurückgekehrt. Eine zeithistorische Ausstellung mit Dokumenten und Lebenszeugnissen aus dem Nachlass Ferdinand Möllers beleuchtet die Rolle des Kunsthändlers bei der „Verwertung“ der im Dritten Reich beschlagnahmten Kunstwerke sowie sein Beitrag zu deren Rettung. Am Beispiel Möllers werden die Strategien der unterschiedlichen politischen Systeme im Umgang mit der NS-Beschlagnahme und den betroffenen Kunstwerken deutlich.
Die Ausstellung ist noch bis zum 18. November zu sehen.
Die Ausstellung ist noch bis zum 21. Oktober 2007 zu sehen.












