(openPR) Neues hessisches Programm zur Energieeffizienz beim Wohnen schafft Anreize, ist aber nur ein „Tropfen auf den heißen Stein“ - Geplantes Wärmegesetz von Bundesumweltminister Gabriel „traum-tänzerisch“.
Das heute in Wiesbaden von der Hessischen Landesregierung vorgestellte Programm zur Steigerung der Energieeffizienz beim Wohnen schafft zwar An-reize für energieeffiziente Investitionen, kann aber die durch das Wärmegesetz der Bundesregierung zu erwartenden Belastungen für Hauseigentümer nicht annähernd ausgleichen. Dies erklärte Rudolf Ridinger, Vorstandssprecher des Verbandes der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW südwest), in einer ersten Reaktion.
Das hessische Programm biete den Investoren günstige Zinsen für Darlehen zur energetischen Sanierung im Wohnungsbereich, die ohne diese Förderung nicht rentabel seien. Allerdings goss Ridinger auch Wasser in den Wein: Weil Wohnungsunternehmen Investitionen mittel- bis langfristig planten, sei kaum mit zusätzlichen Investitionen zu rechnen, zumal deutlich gestiegene Baupreise die Baukonjunktur bereits stark gedämpft hätten. Diese Rahmenbedingungen belasteten das neue Landesprogramm bereits beim Start erheblich. Zudem seien die hessischen Zinsvorteile nicht mehr als ein „Tropfen auf den heißen Stein“, wenn die Bundesregierung ihre Pläne durchsetze, die Anforderungen an die energetische Qualität einer Modernisierung um 30 Prozent heraufzuschrauben. In einem solchen Fall fielen Zinsvorteile von einem oder zwei Prozent kaum ins Gewicht, so Ridinger.
Besonders scharf ging Ridinger mit dem aktuell von Bundesumweltminister Gabriel vorbereiteten Wärmegesetz ins Gericht, das bei Modernisierungen eine Mindestquote an erneuerbaren Energien vorschreibt. Gesetzlicher Zwang sei ein Mittel aus der Mottenkiste der Investitionslenkung. „Der Bundesumweltminister träumt offensichtlich von Mehrinvestitionen, er bewirkt jedoch das Gegenteil. Diese Traumblase wird zerplatzen“, prophezeite Ridinger.
Eine festgelegte Mindestquote an erneuerbaren Energien lasse sich schon alleine deshalb nicht vorschreiben, weil der Zustand der Gebäude sehr unterschiedlich sei. Gabriels Energiesparzwang treibe deshalb nicht nur die Kosten hoch, er schrecke Investoren ab. Gerade Eigenheimbesitzer könnten sich häufig überzogene Modernisierungskosten nicht leisten und würden letztlich ganz auf eine Modernisierung verzichten. Damit erreiche Gabriel das Gegenteil dessen, was er erreichen wolle. Vielversprechende innovative Projekte, wie es sie gerade in der Rhein-Main-Region mit Passiv- und Null-Heizkosten-Häusern gebe, würden abgebremst.










