(openPR) Frankfurt am Main, 11.10.07 - Schätzungsweise 3,75 Billionen Gesamt-Privatreinvermögen liegen in den Taschen der deutschen Best Ager und warten nur darauf, ausgegeben zu werden. Wie der Buchmarkt diese Zielgruppe erfolgreich ansprechen, bedienen und auch an ihr verdienen könne, war die Hauptfrage, der die Teilnehmer der heutigen ZVAB Podiumsdiskussion auf der Frankfurter Buchmesse nachgegangen sind.
Vor allem Bücher sind eines der großen Themen, beziehungsweise eine Handelsware, die Ältere sehr interessiert. Gerade wertvolle, hochwertige Bücher, da waren sich Solvey Friebe, Leiterin Marketing Service & Research bei Reader's Digest, Verlag Das Beste, und Peter Zylla, Managing Director von zvab.com einig, sprechen Menschen ab 50 an, da diese verstärkt auf Qualität achten und dafür auch mehr Geld ausgeben.
Auf Verlagsseite seien neue Initiativen gefragt, die auf die Zielgruppe zugehen, ohne sie jedoch auszugrenzen oder zu ghettoisieren, empfahl Andreas Reidl, Inhaber der Agentur A.GE, Agentur für Generationenmarketing. Convenience laute das Stichwort, stimmte auch Susanne Meinel, Pressereferentin beim Börsenverein NRW, zu. Die Wünsche müssen erfüllt werden, ohne mit übertriebenem Großdruck oder einem Label wie "Seniorenliteratur" eine Gruppe ins Abseits zu stellen, die sich so sicher nicht angesprochen fühle. Themen wie Reise, Hobby und Kultur sind Dauerbrenner, die mit unterschiedlichen Lebensphasen und daraus resultierenden Interessen, einhergehen.
Der Luxusbereich sei nach wie vor noch längst nicht ausgereizt, "(...) hier gibt es noch viel Potenzial", so Reidl. Eine These, die Zylla mit Statistiken des ZVAB - Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Buecher bestätigte: "2/3 aller ZVAB Kunden sind männliche Sammler über 50, die auf zvab.com seltene, hochwertige Bücher suchen."
Womit er gleichzeitig bestätigte, was schon länger bekannt ist: Kulturinteressiert, modern und rüstig bewegt sich die Generation 50+ durch die Welt und auch durchs Netz, wie auch Solvey Friebe bestätigte: "Die ältere Zielgruppe strebt nach Modernität und will sich nicht abhängen lassen." Der Trend gehe also dahin, dass immer mehr Ältere online einkaufen. Auf die Frage, wie der stationäre Buchhandel diese Kunden halten könne, konnte Susanne Meinel die Buchhändler beruhigen: "Es wird noch deutlich mehr im stationären Buchhandel gekauft als im Netz. Eine ernsthafte Bedrohung wird der Online-Handel nicht sein."
Dennoch sei es wichtig, die Internetseiten zielgruppengerecht zu gestalten. Einfachheit und ein hoher Informationsgehalt kommen nicht nur Älteren entgegen - und, so ergänzte Zylla, auch eine sehr große Sicherheit beim Bezahlungsprozess sei entscheidend beim Online-Handel. Wenngleich einige Standards wie eine technisch einfach zu bedienende Seite, ein hoher Informationsgehalt und wenig störende Bewegtbilder definiert werden können, so müsse man dennoch genau hinschauen, an wen man sich richtet, so Reidel: "Frauen reagieren anders als Männer, Berufstätige anders als Rentner." Für Werbetreibende bedeutet das, so Friebe, dass diese sich zwangsläufig mit dem Thema auseinandersetzen müssen - auch wenn in unserer Gesellschaft die Angst vor dem Altwerden als psychologisches Grundproblem existiert. "Die Jungen, die Werbung machen, wollen sich nicht mit dem Alter beschäftigen, müssen es aber tun, wenn sie die Generationen über ihnen erfolgreich zum Kauf eines Produktes gewinnen wollen."
Und nicht nur in der Werbung, auch in der Buchhandlung vor Ort sind Konzepte gefragt, wie die Best Ager stärker zum Buchkauf verführt werden können. "Das fängt bei der Präsentation der Bücher auf Augenhöhe an, geht über einen guten Service weiter bis zu einer angenehmen, nicht zu grellen oder lauten Atmosphäre in der Buchhandlung selbst", so Meinel. Immerhin: "Die Branche hat die Signale verstanden", meint Zylla, nun gilt es das Thema präsent zu halten und weiterhin in viele Richtungen auszuarbeiten.
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Bildmaterial auf Anrage.
Saskia Müller













