(openPR) Betreff: Krankenhaus in Groß-Umstadt / MVZ-Reinheim
Sehr geehrter Herr Erster Kreisbeigeordneter Schellhaas,
der Landesverband Ambulantes Operieren Hessen e.V. (LAOH) hat vom Beginn der Auseinandersetzungen um das geplante MVZ in Reinheim an Wert auf folgende Feststellungen gelegt:
· Die Instrumentalisierung einer ambulanten Versorgungseinrichtung wie zum Beispiel eines medizinischen Versorgungszentrums als Werbeinstrument für ein wirtschaftlich Not leidendes Krankenhaus ist kein ethisch vertretbarer Weg der Sanierung.
· Auch wenn der Landkreis Darmstadt-Dieburg laut Pressemeldungen auf ein MVZ in Reinheim verzichten und den Rechtsweg nicht weiter beschreiten will, so hat die Auseinandersetzung um dieses Kreis-MVZ doch schon jetzt zwei Verlierer. Dies ist das Kreiskrankenhaus Groß-Umstadt und dies sind die zutiefst verunsicherten Patienten der Region.
· Sowohl die betroffenen und zu Recht empörten niedergelassenen Fachärzte in dieser Region, als auch die Verantwortlichen des LAOH waren stets bereit, die Frage zu erörtern, wie die Leistungsfähigkeit des Kreiskrankenhauses in Groß-Umstadt in Kooperation mit den Ärzten der Region so optimiert werden kann, dass eine ausreichende Anzahl von Patienten wieder bereit ist, sich dort behandeln zu lassen. Schließlich ist die wirtschaftliche Schieflage des Krankenhauses durch unzulängliches Vertrauen in dessen Leistungsfähigkeit nicht Folge des Handelns der niedergelassenen Ärzte. Die Ursachen hierfür sind vielmehr an anderer Stelle zu suchen.
Bedauerlicherweise haben Sie unser, haben Sie mein Gesprächsangebot, sehr geehrter Herr Erster Kreisbeigeordneter, bisher nicht aufgegriffen. Die Diskussion um die Pläne des Kreises in Reinheim haben die Defizite des Kreiskrankenhauses Groß-Umstadt in den Blickpunkt der Ärzte und Patienten gerückt, sodass es im Interesse aller liegt, den im Zuge der Planung eines MVZ eingetretenen Vertrauensverlust in das Kreiskrankenhaus Groß-Umstadt zu stoppen.
Die Entscheidung des Sozialgerichtes Marburg im Rahmen des Eilantrages bietet aus meiner Sicht die Möglichkeit, gemeinsam nach einvernehmlichen Wegen zur medizinischen Versorgung der Region jenseits einer "Steuerung von Patientenströmen" oder eines staatlich finanzierten Medizinischen Versorgungszentrums zu suchen.
Deswegen rufe ich Sie auf, sehr geehrter Herr Erster Kreisbeigeordneter, im Interesse der Patienten und der Sache, den Weg des Konsenses, der Vernunft und des Gesprächs zu gehen. In diesem Sinne lade ich Sie nochmals zu einem Gespräch mit den Verantwortlichen des LAOH ein. Dieser Weg ist sicherlich besser als der bisher eingeschlagene Weg eines Rechtsstreites, welcher das Vertrauen in das Kreiskrankenhaus Groß-Umstadt schwer beschädigt hat.
Mit freundlichen Grüßen
gezeichnet:
Dr. Thomas Wiederspahn-Wilz
1. Vorsitzender LAOH
Landesverband Ambulantes Operieren Land Hessen e.V.
Landesverband Ambulantes Operieren Land Hessen e.V. (LAOH):
Zeppelinstraße 2-4, 64625 Bensheim,
Tel.: 06251-68 08 80, Fax: 06251-68 08 81.
Erster Vorsitzender:
Dr. med. Thomas Wiederspahn-Wilz, Emma Klinik – Operative Medizin in Seligenstadt, Frankfurter Straße 51, 63500 Seligenstadt,
Tel.:06182-960-0, Fax:06182-960 251.







