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5. Acatis-Value-Preis vergeben

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Dr. Matthias Stanzel (links) erhält den mit 3000 Euro dotierten ACATIS-Value-Preis 2007 aus der Hand des Jury-Vorsitzenden Prof. Dr. Klaus Röder.
Dr. Matthias Stanzel (links) erhält den mit 3000 Euro dotierten ACATIS-Value-Preis 2007 aus der Hand des Jury-Vorsitzenden Prof. Dr. Klaus Röder.

(openPR) Acatis-Anlageberatung prämiert wissenschaftliche Arbeiten über wertorientierte Anlagestrategien

Schlecht für Anleger: Underwriter-Analysten sind zu optimistisch

Gut für Value-Investoren: Institutionelle Anleger verursachen nutzbare Value-Growth-Anomalien



Frankfurt am Main, 10. September 2007 - Was spätestens seit der US-Hypothekenkrise Viele vermuteten, ist wissenschaftlich erwiesen: Analysten arbeiten nicht frei von Interessen des eigenen Hauses, sondern tendieren bei eigener Involvierung zu signifikant ungenaueren und stärker positiv verzerrten Gewinnprognosen als unabhängige Analysten. Das ist das Ergebnis der Doktorarbeit von Matthias Stanzel, der dafür jetzt den mit 3000 Euro dotierten 1. Preis in der Kategorie "Dissertationen/Wissenschaftliche Arbeiten" des diesjährigen fünften Value-Preises der Acatis Anlageberatung für Investmentfonds, Frankfurt am Main, erhalten hat.
Acatis-Geschäftsführer Dr. Hendrik Leber schreibt jährlich Preisgelder von insgesamt 7000 Euro für wissenschaftliche Arbeiten aus, die sich mit dem Erfolg von value-orientierten Anlagestrategien befassen. Die eingereichten Dissertationen und Diplomarbeiten sollen insbesondere "fundamentale Bewertungskriterien" (quantitative Unternehmensdaten, qualitative Merkmale oder Kombinationen aus technischen und fundamentalen Kennzahlen) berücksichtigen. Auf www.acatis.de finden sich die Rangliste der Preisträger sowie die Kurzfassungen der prämierten Beiträge zum kostenlosen Download.

Stanzel legte mit seiner Arbeit "Qualität des Aktienresearchs von Finanzanalysten" die erste derartige empirische Studie für den deutschen Kapitalmarkt vor und untersuchte dabei über zweihunderttausend Prognosen und Aktienempfehlungen in den zehn Jahren von Anfang 1995 bis Ende 2004 nach statistisch signifikanten Daten. Besonders erschreckend: Analystenprognosen sind lediglich bis zu einem Prognosehorizont von ca. 15 Monaten einem naiven Random-Walk-Modell überlegen. Bei einem längeren Prognosezeitraum ist es sinnvoller, den letzten Gewinn als Schätzwert zu nehmen anstatt der Analystenprognose. Und während Stanzel die Qualität der Empfehlungen für etablierte DAX-Unternehmen als "eher durchwachsen" bezeichnet, wiesen die Analysten für Wachstumsunternehmen des damals noch existenten Neuen Marktes "durchaus gewisse Stock-Picking-Fähigkeiten" auf.

Weitere Einzelergebnisse von Stanzel sind interessant für Value-Investoren, die Analystenaussagen einordnen möchten: Langgediente Analysten sind relativ schlechter als jüngere Analysten - "werden die besten Analysten wegbefördert?", fragt Dr. Leber. Und je komplexer und größer das Analystenportfolio oder je größer das Brokerhaus, desto schlechter die Prognosen.

Interessant auch bei Börsengängen: Die Kurse laufen schon rund 10 Tage vor der Analystenprognose in die Richtung der Prognose. Entweder reagieren die Analysten sehr langsam auf reale Ereignisse, oder es wird schon vor der Veröffentlichung mit vertraulichen Informationen gehandelt.

Institutionelle Anleger erzeugen Value-Growth-Anomalien

Die Frage, warum sich eigentlich seit Jahren auf den Kapitalmärkten mit Valuestrategien, wie sie auch von Acatis bevorzugt werden, Überrenditen erzielen lassen, die regelmäßig über dem für die jeweilige Risikoklasse theoretisch begründbaren Marktniveau dieser Aktienwerte liegen, beschäftigte Robert Petzold in seiner Diplomarbeit "Valuestrategien auf Basis des operativen/Free Cash Flow zum Börsenwert". Er kommt in seiner empirischen Analyse zu dem Ergebnis, dass diese Value-Growth-Anomalien durch systematisch falsche Verhaltensweisen institutioneller Anleger hervorgerufen werden - was bedeute, dass kennzahlbezogene Valuestrategien sowohl auf Länder- wie auf Branchenebene für reine Value-Investoren gute Anlagestrategien darstellten. Petzold erreichte mit dieser Arbeit den ersten, mit 1000 Euro Preisgeld belegten Platz bei den Diplomarbeiten.

Mit Überrenditen anderer Ursache beschäftigten sich Ulf von Lilienfeld-Toal und Stefan Ruenzi, die den 2. Platz bei den wissenschaftlichen Arbeiten mit ihrer empirischen Studie "Why Managers Hold Shares of Their Firm" erreichten. Ihre Antwort auf die Frage: Es lohnt sich für die Manager. Zum Beispiel erzielt ein wertgewichtetes Portfolio, das aus allen Aktien des S&P 500 besteht, bei denen ein Manager mehr als 10 Prozent der Firmenaktien besitzt, Überrenditen von 13 Prozent pro Jahr.
Die von Lilienfeld-Toal und Ruenzi gezeigte Anomalie ist die stärkste bisher bekannte Anomalie, die auf öffentlich verfügbaren Daten beruht. "Das ist für uns eine kleine Sensation, eine behavioristische Anomalie, die verwandt ist mit der Anomalie der Insiderinformationen", merkt dazu Preisgeber Leber an.

Die Jury für den Acatis-Value-Preis besteht aus Prof. Dr. Klaus Röder, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Uni Regensburg mit dem Schwerpunkt Finanzdienstleistungen, Dr. Dirk Schellenberger, Value Investor, und Prof. Dr. Detlev Stock, Professor für Betriebswirtschaftslehre und Kapitalwirtschaft an der Technischen Fachhochschule Berlin. Wichtigstes Kriterium für die Bewertung war die Umsetzung der Aufgabenstellung, außerdem beurteilte die Jury die wissenschaftliche Qualität der Arbeiten und die Präzision und Originalität der Darstellung.

Die Ausschreibung für den Acatis-Value-Preis 2008 wird im März nächsten Jahres veröffentlicht werden unter www.acatis.de. Weitere Auskünfte über den Preis erteilt die "Acatis Anlageberatung für Investmentfonds GmbH", E-Mail E-Mail, Tel. 069 / 97 58 37 77.

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Dipl.-Volkswirt Michael Kip
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5. ACATIS Value Preis 2007

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