(openPR) Höhere Rendite von Fundamental-Indexing-Strategien wird überwiegend durch Value-Effekt erzielt
Private-Equity-Investoren erreichen mehr als Hedgefonds - Wettbewerber verlieren deutlich
Verkaufsempfehlungen wirksamer als Kaufempfehlungen
Size-Effekt ausnutzen: Am Rezessionsende in kleine Firmen investieren - aber gute Selektion ist notwendig
Acatis Investment GmbH prämiert wissenschaftliche Arbeiten über wertorientierte Anlagestrategien
Frankfurt am Main, 5. Oktober 2009 (mpr) - Eine Indexgewichtung auf Basis von globalen Fundamentalwerten liefert passiv investierenden Anlegern eine höhere Rendite als Gewichtungen auf Basis der Marktkapitalisierung. Die Rendite der Fundamentalindizes wird dabei vor allem durch den Value-Effekt getrieben. Das ist das Ergebnis der Arbeit "Fundamental Indexing Around the World" von Christian Walkshäusl und Sebastian Lobe von der Universität Regensburg, die für ihre Veröffentlichung jetzt den mit 3000 Euro dotierten 1. Preis in der Kategorie "Dissertationen / wissenschaftliche Arbeiten" des diesjährigen 7. Value-Preises der Acatis Investment GmbH, Frankfurt am Main, erhalten haben.
Acatis schreibt Preisgelder von jährlich insgesamt 7000 Euro für wissenschaftliche Arbeiten aus, die sich mit dem Erfolg von value-orientierten Anlagestrategien befassen. Die eingereichten Dissertationen und Diplomarbeiten sollen insbesondere "fundamentale Bewertungskriterien" (quantitative Unternehmensdaten, qualitative Merkmale oder Kombinationen aus technischen und fundamentalen Kennzahlen) berücksichtigen. Auf www.acatis.de, "Forschung", finden sich die Rangliste der Preisträger sowie die Kurzfassungen der prämierten Beiträge zum Download.
Den 2. Preis bei den wissenschaftlichen Arbeiten erhielt Dr. Mark Mietzner für seine Dissertation "Changes in Corporate Governance and Corporate Value", in der er unter anderem feststellt, dass Private-Equity-Investoren (PE) im Schnitt eine deutlich höhere Aktienrendite als Hedgefonds erreichen - wobei Hedgefonds vor allem dann positive Bewertungseffekte erzielen, wenn PE-Investoren bereits engagiert seien. Mietzner vermutet, dass dies sowohl an der unterschiedlichen zeitlichen Perspektive der eher kurzfristig interessierten Hedgefonds und den langfristig investierten PE-Investoren liegt wie auch am unterschiedlichen Verständnis der Corporate Governance beider Gruppen - die Hedgefonds seien eher an einer reinen Shareholderorientierung interessiert, wohingegen die PE-Investoren auch andere Stakeholder wie Arbeitnehmer und Banken berücksichtigten. Bemerkenswert: Aktien der unmittelbaren Wettbewerber erzielen im Vergleich eine deutlich schlechtere Rendite.
Den 3. Platz erreichte Dr. Alexander Kerl mit "Informational Content of Financial Experts Recommendations and their Impact on Capital Markets". Um die Werthaltigkeit von Aktienempfehlung aus deutschen Börsenmagazinen zu überprüfen, baute er eine Datenbank mit allen expliziten Aktienkaufs- und Verkaufsempfehlungen der Jahre 1995 bis 2003 auf. Die Ergebnisse zeigen, dass Aktien signifikante abnormale Renditen in den Tagen um eine Veröffentlichung herum verzeichnen - gleichermaßen durch naiven Kaufdruck wie durch eine fundamentale Neubewertung aufgrund von werthaltigen Informationen. Der langfristige Vergleich von Empfehlungen und passiven Indizes ergab aber, dass Journalisten besonders mit ihren Verkaufsempfehlungen werthaltige Informationen publizieren, wohingegen die Kaufempfehlungen für Investoren von geringem Wert sind.
Besonders interessant ist aus Sicht von Acatis-Geschäftsführer Leber auch die Diplomarbeit von Marc Aretz zum Thema "Empirical Analysis of the Robustness of the Size Effect", die in dieser Kategorie den 1. Platz erreichte. So konnte Aretz zeigen, dass der bekannte signifikant negative Zusammenhang zwischen Marktwert und Rendite einer Firma hauptsächlich durch das Wiedererstarken kleiner Firmen am Ende einer Rezession beeinflusst ist. Aber: Dieser Effekt wird nur durch eine verschwindend kleine Zahl (0,14%) aller Aktien herbeigeführt. Aretz selber wirft dabei die Frage auf, ob eine auf dem Size-Effekt aufbauende Portfoliostrategie in der Praxis realisierbar sei, da hohe Transaktionskosten eine Investition in diese Firmen möglicherweise unrentabel machen.
Zur Jury für den Acatis-Value-Preis zählen Prof. Dr. Klaus Röder, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Uni Regensburg mit dem Schwerpunkt Finanzdienstleistungen, Dr. Dirk Schellenberger, Value Investor, und Prof. Dr. Detlev Stock, Professor für Betriebswirtschaftslehre und Kapitalwirtschaft an der Technischen Fachhochschule Berlin. Regelmäßig wichtigstes Kriterium für die Bewertung der Arbeiten ist die Umsetzung der Aufgabenstellung. Außerdem beurteilt die Jury die wissenschaftliche Qualität der Arbeiten und die Präzision und Originalität der Darstellung.
Die Ausschreibung für den Acatis-Value-Preis 2010 wird im März nächsten Jahres veröffentlicht unter www.acatis.de. Weitere Auskünfte über den Preis erteilt die Acatis Investment GmbH, E-Mail
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