(openPR) Keinem anderen Werbemedium gelingt es so gut, eine spezifische Kundengruppe anzusprechen und damit die Kundenbindung zu erhöhen. Dabei vermitteln Kundenzeitschriften Kompetenz, verbessern das (Produkt)-Image und fördern den Dialog mit den Kunden, wobei sie geschickt Elemente des Dialogmarketings nutzen.
Doch leider wird dieses Potenzial von vielen, vor allem mittelständischen, Unternehmen noch zu wenig beachtet und genutzt. Richtig gemacht ist die Kundenzeitschrift kein weiteres Anzeigen- oder Werbeblatt, sondern bietet viele Gelegenheiten zur Interaktion. Leserbefragungen, Gewinnspiele, Berichte aus der Region und das Einbeziehen befreundeter Unternehmen haben einen doppelten Effekt: Sie verstärken den Dialog mit den Kunden und liefern Daten über die Zielgruppe. Diese Daten sind z. B. Bedingungen für ein effektives Loyalty-Management. Eine Kundenzeitschrift kann mehr für Ihr Unternehmen leisten, als Anzeigenschaltungen oder sogar ausgefeilte Preispolitik. Denn ein Kunde, der Sie und Ihr Unternehmen kennt, sich respektiert und einbezogen fühlt, wird weniger Preissensibel sein, als einer, der Ihr Unternehmen nur von aussen oder durch Zeitungsanzeigen kennt.. Damit eine Kundenzeitschrift auch diese Erfolge erzielen kann, müssen jedoch einige Regeln berücksichtigt werden.
Der Kunde
Bei einer Kundenzeitschrift soll das inhaltliche Schwergewicht auch tatsächlich bei den Kunden liegen. Wer will, dass seine Kunden die Zeitschrift auch mit Spaß und Interesse lesen, der muss die Leser nicht nur als reine Konsumenten sehen, sondern als Menschen die in ihrem eigenen sozialen Umfeld leben. Mit allen Regeln, Gewohnheiten und Gebräuchen. Wer seine Kundenzeitschrift allein als Mitteilungsorgan des Unternehmens nutzt, verschenkt die eigentlichen Chancen und Möglichkeiten.
Corporate Identity
Die Kundenzeitschrift ist ein Instrument der Kommunikation. Sie muss daher auch die Corporate Identity sowohl inhaltlich wie auch optisch widerspiegeln. Dies gilt selbst dann, wenn sie ganz einfach und kostengünstig gestaltet und umgesetzt werden soll.
Statuten
Die Redaktion sollte ein eigenes Redaktionsstatut haben, das eine möglichst große Unabhängigkeit garantiert und eine Geschäftsordnung für eventuelle kritische Situationen vorsieht. Das bedeutet, das bei einer engen Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung und den Marketingverantwortlichen ein selbstständiges Arbeiten des Redaktionsteams ermöglicht werden muss. Das betrifft vor allem Fragen nach dem Status der redaktionellen Arbeit, ob freiberuflich, während der Arbeitszeit oder als "Freizeitvergnügen". Klare Regelungen über die Statuten ermöglichen erst eine glaubwürdige, ehrliche aber auch unterhaltende Redaktion ohne reklamehaft zu werden oder in Lobhudeleien zu schwelgen.
Information
Eine Kundenzeitschrift kann nur einen Teil der Unternehmenskommunikation ausfüllen. Informationen über das eigene Unternehmen sollen dies transparenter und authentischer machen. Doch darf sich eine Kundenzeitschrift nicht auf Informationen aus dem eigenen Unternehmen beschränken. Wichtig sind Berichte, die eine Beziehung zwischen Firma, Kunden und Region herstellen und glaubhaft beweisen.
Titel
Eine Kundenzeitschrift braucht einen originellen und griffigen Titel. "Firmen"-News oder "Firmen"-Post sind zwar nahe liegend, aber mit Sicherheit nicht der Weisheit letzter Schluss. Ein paar kreative Gedanken bringen sicherlich noch andere Ideen zu Tage.
Erscheinungsweise
Am besten sollte eine Kundenzeitschrift einmal monatlich erscheinen. Das setzt jedoch einiges Engagement voraus. Vor allem, wenn die Zeitschrift hausintern von eigenen Mitarbeitern hergestellt wird. Je länger der Zeitraum zwischen den Erscheinungsterminen ist, desto älter und abgestandener wirkt der Inhalt. Aktualität und Neuigkeiten sind so auch bei einer Kundenzeitschrift das A und O für die Akzeptanz bei den Lesern.
Versand
Die Kundenzeitschrift sollte zum einen in allen (Verkaufs)-Fillialen ausliegen aber auch an bevorzugte Stammkunden auf dem Postwege versand werden. Selbstverständlich muss auch jeder Aussendienstmitarbeiter und jeder Auslieferungsfahrer ein bestimmtes KIontingent bei sich führen.
Öffentlichkeit
Die Kundenzeitschrift sollte auch an befreundete Firmen, an die Stadt und Gemeinde sowie an ehemalige Mitarbeiter, Pensionäre und andere Teilöffentlichkeiten verschickt werden.
Gestaltung
Eine Kundenzeitschrift sollte weder ein sündhaft teures Hochglanzprodukt noch eine schnell gemachte Billigversion sein. Wichtig ist hier, das Umfeld und den Wettbewerb zu begutachten, mit dem die Kundenzeitschrift konkurriert.
Bedenken Sie, dass die Leser bei der Vielzahl der Printmedien verwöhnt sind, was die Gestaltung betrifft. Kundenzeitschriften stehen also in einem ständigen Wettbewerb zu den bekannten Magazinen und sollten denen im Layout in nichts nachstehen. Hier kann es schon wichtig sein, auf professionelle Unterstützung zurück zu greifen. Dabei wirkt es natürlich unglaubwürdig, eine Kundenzeitschrift für eine Maschinenfabrik wie eine Modezeitschrift oder ein Herrenmagazin aussehen zu lassen.
Dienstleister
Für Layout, Gestaltung, Foto und Redaktion braucht man entweder Profis und externe Dienstleister oder hauseigene Talente, die über genügend Zeit verfügen oder für diese Arbeit freigestellt werden können. Diese Dienstleister müssen recherchieren, schreiben und produzieren. Sie müssen das Layout einhalten können und mit Typografie und Pre-Press vertraut sein. Auch im redaktionellen Bereich steht die Kundenzeitschrift im Wettbewerb zu anderen professionell gemachten Presseorganen.
Informationen
Wer immer für die Kundenzeitschrift redaktionell verantwortlich ist, muss in den hausinternen Informationsfluss eingebunden sein und Zugang zu den wichtigsten Informationen der Marketing- und PR-Abteilungen haben. Journalisten und PR-Berater sind das Sprachrohr des Betriebes und müssen entsprechend informiert sein.
Aufgabenstellung
Alle Mitarbeiter müssen über die Kundenzeitschrift informiert sein und wissen, dass die Geschäftsleitung diese wünscht und als wichtig erachtet. Nur so kann die Redaktion auf Unterstützung der Mitarbeiter bauen.
Offenheit
Wie bei allen PR-Maßnahmen ist Offenheit und Interesse nach allen Richtungen Bedingung für akzeptable Beiträge, Artikel und Berichte. Wer Fotos, eigene Texte und Ideen beisteuern kann, sollte dazu auch ermutigt werden. Die Kundenzeitschrift entwickelt so eine Interaktion über alle beteiligten Gruppen.
Inhalt
Die Kundenzeitschrift muss journalistisch gemacht sein. Die "Schreibe" soll zwar dem Stil des Hauses nicht zuwiderlaufen, muss aber klar, griffig und unterhaltend sein. Langweilige technische Abhandlungen interessieren keinen Leser. Trockene Beiträge über hausinterne Belange müssen, natürlich nach Absprache, redigiert und umgeschrieben werden.
Doch sind nicht nur Hausinterna wichtige Bestandteile der Redaktion. Berichtet werden sollte über alles, was das Umfeld, sozial, wirtschaftlich oder regional, betrifft. Dazu sollten bestimmte "Wegwerfbremsen" genau so eingesetzt werden, wie Seiten für Kinder.
Eine lebendige Zeitschrift zeichnet sich durch unterschiedliche journalistische Techniken aus. Dazu gehören auch Interview, Portrait, Meinung, Kommentar und Glosse.
Fotos
Ein Foto sagt mehr als tausend Worte. Diese Regel gilt auch bei Kundenzeitschriften. Daher sollte mit Fotos, Bildern und Grafiken nicht gespart werden. Nur müssen diese Abbildungen auch lebendig und aussagekräftig sein. Eine Maschine, die nicht von einem Menschen bedient wird, sagt nicht viel aus; ein Kundenberater, der mit Telefonhörer am Ohr an seinem Schreibtisch sitzt, mag für ein Fotoalbum genügen - in einer Kundenzeitschrift hat so ein Bild nur bedingt etwas verloren.
Rubriken
Die Kundenzeitschrift sollte ein erkennbares und wiederkehrendes System von Rubriken haben. Dazu sollten auch Leserbriefe, Flohmarkt, Glosse und "Servicethemen" wie Ratgeber etc. gehören.
Themenplan
Das redaktionelle Konzept sollte Berichte aus dem Unternehmen selbst, Mitteilungen aus dem sozialen Zusammenhang, Informationen aus der Region und Texte von befreundeten Unternehmen und Lieferanten beinhalten. Dabei sollte immer ein unterhaltender Charakter eingehalten werden. Diese Rubriken müssen für den Leser sofort erkenntlich und wenn möglich in der Form einer Fortsetzung geschrieben sein.
Wie jede Publikation muss sich auch die Kundenzeitschrift an den Interessen der Adressaten orientieren. Was sollen oder wollen die Kunden über das Unternehmen wissen? Welche Freunde und Partner hat das Unternehmen und wie gliedert es sich in die Region ein? Welche politischen und wirtschaftlichen Themen betreffen das Unternehmen, so dass es hier eine kompetente Stellungnahme geben kann?
Alle diese Punkte einzuhalten, hört sich schwieriger an, als es ist. Bei einer Kundenzeitschrift hängt wie bei jeder anderen Publikationen alles von einem klaren Konzept und dessen Einhaltung ab. Dies wird durch eine klar strukturierte und möglichst selbstständig arbeitende Redaktion ermöglicht.













