(openPR) Um dem wachsenden Verkehrsaufkommen zu begegnen, will die IHK den Kombinierten Verkehr in Oberfranken stärken. Der Hafen Rostock gilt dabei als Tor zu den Ostsee-Anrainern. Im Kombinierten Verkehr (KV) können die beteiligten Verkehrsträger - Straße, Schiene, Wasser und Flugzeug - intelligent vernetzt und ihre jeweiligen Vorteile optimal ausgeschöpft werden. Auch für die Logistikregion Oberfranken bieten sich Chancen im KV, wie durch die erfolgreiche Arbeit des Containerterminals in Hof und des Binnenhafens in Bamberg deutlich wird.
Gemeinsam mit anderen Partnern der Logistikwirtschaft versucht die IHK für Oberfranken Bayreuth seit Jahren, den Kombinierten Verkehr auch in Oberfranken zu stärken. Nötig ist dazu vor allem eine optimale Vernetzung der verschiedenen Verkehrsträger sowie die Anbindung des Netzwerks an die internationalen Logistik-Achsen. „Wir brauchen zukunftsfähige logistische Konzepte, um den stetig wachsenden Verkehrsmengen begegnen zu können. Nur so können wir auf Dauer den drohenden Verkehrsinfarkt vermeiden“, mahnt Wolfram Brehm, Bereichsleiter Standortpolitik bei der IHK.
Der KV spielt dabei laut Brehm eine wichtige Rolle. Auch für die verladende Wirtschaft und die Transport- und Logistikunternehmen kann dieser ein innovatives Konzept zur Optimierung von Transportketten sein und damit eine interessante Alternative zum klassischen Straßengüterfernverkehr. „Bereits ab einer Transportentfernung von rund 450 km ist der Einsatz des Kombinierten Verkehrs kostengünstiger als ein Transport ausschließlich per LKW“, so Brehm. Die Politik fordert er auf, den Ausbau des Kombinierten Verkehr zu unterstützen. Das sei vor dem Hintergrund eines stetig steigenden Güterverkehrsaufkommens und der sich damit abzeichnenden Engpässe im Straßenverkehr unerlässlich.
Alternativen aufzeigen
"Es ist uns wichtig, den oberfränkischen Unternehmen Alternativen zum Transport auf der Straße aufzuzeigen“, so Michael Weber, Vorsitzender des IHK-Ausschusses für Verkehr und Logistik. Die Verladung über Container und der Transport über den Kombinierten Verkehr könne da sehr interessant sein. „Der Zuspruch für unsere Unternehmerreisen zeigt, dass hier auch großes Interesse besteht".
Kontakte zu den Seehäfen an Nord- und Ostsee sowie am Mittelmeer
Die Region Oberfranken beheimatet viele Logistikunternehmen und hat aufgrund ihrer geostrategisch günstigen Lage eine Brückenkopffunktion für die logistische Erschließung der neuen Märkte in den mittel- und osteuropäischen Staaten. Der Ausbau des KV-Netzes in der Region hat daher für die IHK hohe Priorität. Neben der Vernetzung der Akteure vor Ort setzt die IHK vor allem auf den Aufbau neuer Verbindungen zu den Seehäfen an Nord- und Ostsee sowie an der Adria. Aus diesem Grund organisiert die IHK seit Jahren Unternehmerreisen für Logistiker zu diesen Seehäfen, auch um dort Kooperationsgespräche mit möglichen Geschäftspartnern zu vermitteln.
In diesem Jahr hat man den Ostseehafen Rostock als Ziel gewählt, der sich aufgrund seiner günstigen Lage, der guten land- und seeseitigen Erreichbarkeit sowie enormen Investitionen in die Infrastruktur auf Platz zwei der deutschen Ostseehäfen vorgeschoben hat. Herzstück des Rostocker Hafens ist der Fährhafen mit den angeschlossenen Terminals für den Kombinierten Verkehr, über den die Ostseeanrainer Skandinavien, Russland sowie das Baltikum optimal erschlossen werden können. Die 25 oberfränkischen Unternehmer wurden in Rostock von Sebastian Schröder empfangen, dem Staatssekretär für Verkehr in Mecklenburg-Vorpommern, und konnten vor Ort erleben, wie Kombinierter Verkehr und effizienter Terminalbetrieb in der Praxis funktionieren.
Meinungsaustausch mit der Politik
Die Anreise nach Rostock nutzte die Unternehmerdelegation auch, um im Deutschen Bundestag in Berlin einen Meinungsaustausch mit den Bundestagsabgeordneten Dr. Hans-Peter Friedrich (Hof) und Hans Michelbach (Kronach) zu führen. Zur Sprache kamen dabei aktuelle verkehrspolitische Themen, wie der Sachstand wichtiger Verkehrsprojekte der Region. Die Wirtschaftsvertreter baten die Abgeordneten jedoch auch um Unterstützung beim Ausbau des Netzwerks für den Kombinierten Verkehr in Oberfranken.
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Was ist Kombinierter Verkehr?
Beim Kombinierten Verkehr werden Güter in Ladeeinheiten in einer Transportkette von mindestens zwei Verkehrsträgern befördert, wobei nur die Ladeeinheit den Verkehrsträger wechselt, ohne dass die Güter einzeln umgeladen werden müssen.
Es existieren zwei Arten des KV: Beim begleiteten KV „begleitet“ der LKW-Fahrer die Beförderung seines Fahrzeugs auf Schiene und Wasserweg (Stichwort: Rollende Landstraße), während beim unbegleiteten KV die Ladeeinheit allein „reist“.
Als kompatibel für den KV erweisen sich alle Güter (sowohl Massen- und Stückgüter als auch Gefahrgut), die sich in den gängigen Ladeeinheiten Containern, Wechselbrücken und (kranbaren) Sattelaufliegern transportieren lassen.
An der gesamten Transportkette vom Werk / Lager zum Lager / Endempfänger sind mehrere Akteure beteiligt, deren Tätigkeiten Hand in Hand gehen: Der Spediteur übernimmt den Vorlauf zur nächsten Umschlaganlage im Kombinierten Verkehr, die als Schnittstelle der Verkehrsträger und Umschlagplatz der Ladeeinheiten dient. Dort verlässt z. B. ein Container den LKW, um im Hauptlauf auf der Schiene von einem Eisenbahnverkehrsunternehmen bzw. auf dem Wasserweg von einer Reederei befördert werden zu können. Die letzte Meile im Nachlauf wird wieder auf der Straße durchgeführt.
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