(openPR) Lüneburg, 31.07.2007 - Die Preise treibt es mehrheitlich seitwärts. Einzig US-Rohöl hält streng am Aufwärtstrend fest. Nach vier Monaten übernimmt WTI (West Texas Intermediate) wieder die Führungsrolle der Preise. Sie befinden sich nahe ihrem historischen Hoch. Die Versorgungslage ist aktuell entspannt. Dass WTI dennoch aufwärts strebt, wird einer Absage der OPEC an Liefererhöhungen und der besser als erwartet laufenden US-Konjunktur zugeschrieben. Der Dollar konnte in den letzten Tagen kräftig zulegen. Gestern gab er einen Teil der als übertrieben beschriebenen Gewinne ab.
Die Spekulanten haben sich teilweise aus dem Markt zurückgezogen. Das deutet darauf hin, dass er momentan als ausgereizt interpretiert wird. Die verbleibende Mehrheit ist allerdings weiterhin bullisch eingestellt. Das gilt zumindest für Rohöl. Der Überschuss an Kontrakten auf steigende Kurse ist ungebrochen hoch. Anders sieht die Situation beim Heizöl aus. Hier werden Kontrakte auf steigende Kurse kräftig abgegeben. Der Betrachtung über die wöchentlichen Zahlen zur Verteilung der Engagements am Ölmarkt liegen weniger die tagesaktuellen Themen zugrunde als eine eher langfristig orientierte Meinung zum Marktgeschehen. Beim Rohöl ist diese von der steigenden weltweiten Nachfrage und einem ungenügenden Ausbau der Förderkapazitäten geprägt. Letzteres ist weniger eine Frage mangelnder Investitionsbereitschaft als vielmehr eine Frage der zur Verfügung stehenden Quellen. Die sind nicht gerade üppig. Anders verhält es sich mit den Produkten. Zwar gilt die Raffineriekapazität immer noch als knapp. Das trifft in erster Linie auf die USA zu. In Deutschland wurde sie im vergangenen Jahr nicht einmal voll ausgenutzt. Weltweit werden Kapazitäten kräftig ausgebaut, so dass langfristig kaum mit Problemen bei der Produktenherstellung zu rechnen ist. Der Engpass wird sich in den kommenden Jahren von der Raffinierung zur Förderung verschieben. Genau das spiegelt sich aktuell in den Preisbewegungen wider.
Viele der großen unabhängigen Mineralölgesellschaften geben in ihren letzten Quartalsberichten bereits einen Rückgang der Öl- und Gasgewinnung an. Diese Gesellschaften repräsentieren nur einen kleinen Teil des Rohstoffaufkommens. Die größten Förderkapazitäten stehen den staatlichen Gesellschaften zur Verfügung. Wie deren Bilanz aussieht, ist weit weniger transparent.
Für kurzfristige Entspannung sorgt die Meldung, dass die Hurrikanerwartung für den Golf von Mexiko zurückgenommen wird. Sie wurde für dieses Jahr als besonders hoch prognostiziert. Ähnlich sah es bereits im letzten Jahr aus. In den Prognosen wurde eine Vielzahl verheerender Stürme genannt. Je näher die relevanten Monate dann rückten, um so ruhiger sah die Vorhersage aus. Die Stürme verliefen schließlich recht glimpflich, was zu einem starken Preisrückgang führte. Darüber, ob es in diesem Jahr zu einer Wiederholung des Phänomens kommt, kann nur spekuliert werden. Den fabulierenden Wetterämtern kann man Glauben schenken, man muss es nicht. Als relativ sicher gilt allenfalls, dass ausbleibende Stürme gut für die Preise aus Sicht der Verbraucher sind.
Heute Morgen schließt die Preisentwicklung an das Vortagsgeschehen nahtlos an. Das spricht für einen seitlich verlaufenden Fortgang. Die Tonne Gasöl kostet 647,00 $.
Unsere Heizölpreise verteuerten sich in den letzten Tagen. Das ist in erster Linie auf den stark gestiegenen Dollar zurückzuführen. Einen kleinen Anteil hat die Margensituation im Inland. Sie ist trotz geringer Nachfrage gestiegen. Profiteure sind die Raffinerien. Der Handel wird weiter knapp gehalten. In den kommenden Wochen sehen wir die Preise ungefähr auf dem aktuellen Niveau. Eine dramatische Verteuerung sollte nur kommen, wenn schwere Stürme die USA heimsuchen.
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