(openPR) In entwickelten Ländern mit relativ geringen sozialen Unterschieden ist der gesundheitliche Zustand erfreulich - und die Lebenserwartung hoch; Beispiel: Japan. In reichen Ländern mit großem sozialem Gefälle führen mehr Krankheiten zu einem früheren Tod; Beispiel: In Deutschland bleibt die mittlere Lebenserwartung ebenso niedrig wie in Kuba oder Costa Rica. Professor Dr. Heiner Keupp, München, analysiert in "Forum Gemeindepsychologie" ein kritisches Bild der sozialen Entwicklung.
Er fordert, "Ungleichheit mehrdimensional zu begreifen und nicht allein auf Armut zu reduzieren. Es geht um die zivilgesellschaftliche Vorstellung von sozialer Zugehörigkeit, Anerkennung und sozialen Rechten. Der Ungleichheitsdiskurs fokussiert deshalb auf Dimensionen wie Ausgrenzung und Teilhabe. Wir sind mit der Tatsache konfrontiert, dass sich ein wachsender Teil der Bevölkerung als ausgeschlossen erlebt."
"Von besonderer Bedeutung für den Gesundheitsstatus einer Population ist das gesellschaftliche Gerechtigkeitsdefizit. Gesellschaften, in denen die Schere zwischen arm und reich größer wird, zeigen besonders negative Auswirkungen auf den durchschnittlichen psychosozialen und gesundheitlichen Status der jeweiligen Bevölkerung. Hier handelt es sich nicht nur um ungleiche Ressorcen, sondern auch um eine Bedrohung der Solidaritätsressourcen einer Gesellschaft."
Heiner Keupp: "Und die im Dunklen sieht man nicht: Von der alten und der neuen Armut und ihren psychosozialen Konsequenzen" in: "Forum Gemeindepsychologie" 1/2007, S. 1-21
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