(openPR) Ein unermüdlicher Arbeiter im Weinberg des Herrn
Pater Dr. Josef Privoznik, emeritierter Philosophiedozent an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Salesianer Don Boscos Benediktbeuern, kann am 1. Juli 2007 auf 50 Jahre priesterlicher Tätigkeit zurückblicken.
Geboren wurde der Jubilar am 21. Oktober 1926 in Vinohrady nordöstlich von Pressburg (Bratislava). Mit knapp 18 Jahren trat er 1944 in das Noviziat der slowakischen Salesianer Don Boscos ein. Auf die erste Ordensprofess am 4. September 1945 folgten Jahre des pädagogischen Praktikums sowie des Studiums, die allerdings schon von der kirchenfeindlichen Politik der Kommunisten überschattet waren. Als im Jahre 1950 die tschechoslowakischen Ordensniederlassungen geschlossen und die Ordensleute in Konzentrationslager eingeliefert wurden, gelang Josef Privoznik zusammen mit weiteren Salesianern auf abenteuerlichen Wegen die Flucht. Daraufhin setzte er seine philosophischen und theologischen Studien in der Heimat Don Boscos, d. h. in Turin fort.
Am 1. Juli 1957 in der Turiner Maria-Hilf-Basilika zum Priester geweiht, wurde er zunächst in die Norddeutsche Provinz seines Ordens versetzt, um ein philosophisches Institut zur Ausbildung der jungen Mitbrüder aufzubauen. In dieser Zeit konnte er auch seine Dissertation fertig stellen; 1965 wurde er von der Theologischen Fakultät Trier zum Doktor der Theologie promoviert. Da die norddeutschen Salesianer von 1965 an ihr Philosophiestudium in Benediktbeuern absolvierten, wirkte Pater Privoznik zunächst für 10 Jahre an der römischen Salesianerhochschule. Von 1975 bis 2002 dozierte er in Benediktbeuern Philosophie – und war von den Studierenden sehr geschätzt, da es ihm gelang, Freude am Philosophieren zu vermitteln.
Das oberbayerische Kloster Benediktbeuern ist ihm inzwischen zum zweiten Zuhause geworden, und längst besitzt er auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Mit großem Engagement ist er in der Seelsorge tätig gewesen. 28 Jahre lang hielt er Sonntagsmessen in der südöstlich von München gelegenen Pfarrei Otterfing. In den Jahren 1991 bis 1995 übertrug der Sender Radio Free Europe im 14-tägigen Rhythmus Gottesdienste in slowakischer Sprache, die Pater Privoznik zelebrierte.
Ohnehin war dem Jubilar der Kontakt zur (tschecho-)slowakischen Kirche – und zwar sowohl zur Untergrundkirche als auch zur offiziellen Kirche – ein Anliegen. In den Jahren vor der Wende sandte er regelmäßig Päckchen mit geistlicher Literatur in seine Heimat. Seitdem die Salesianer Don Boscos dort wieder öffentlich wirken durften, nutzte er die Benediktbeurer Semesterferien, um am Ordensstudentat von Sillein (Žilina) die jungen slowakischen Mitbrüder in das philosophische Denken einzuführen. Aufgrund seiner Verdienste verlieh ihm im Jahre 2004 die Katholisch-Theologische Fakultät der Comenius-Universität Pressburg (Bratislava) ihre Gedenkmedaille.
An seinem Festtag, Sonntag, 1. Juli 2007, wird Pater Privoznik nur als Konzelebrant am Gottesdienst der Benediktbeurer Salesianergemeinschaft mitwirken. An diesem Tag kommt nämlich der Münchener Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger ins Kloster, um Privozniks früheren Hörer Christian Vahlhaus SDB zum Priester zu weihen. Dafür gibt es am Mittwoch, 4. Juli 2007, dem Hochfest des Augsburger Bistumspatrons Ulrich, einen eigenen Gottesdienst zu Ehren des unermüdlichen Arbeiters im Weinberg des Herrn.












