(openPR) Wenn man eine Normalbürgerin oder einen Normalbürger in Köln fragt, was Ihr oder ihm zum Stichwort "Fort" einfällt, so wird möglicherweise zuerst die Verbindung zu einem ähnlich lautenden Vergnügungspark im nahen Ausland gesucht. Selbst wenn der Fragende auf mehr Wissen zu stoßen scheint, dann wird meist das sog. „Fort X“ mit dem Rosengarten an der alten Kölner Eissporthalle genannt.
Dass Köln aber vor 100 Jahren zur am besten befestigten Stadt (mit über 183 militärischen Werken) im damaligen preußischen Reich zählte und heute noch zahlreiche Relikte davon künden, das wissen bestenfalls Experten.
„In Köln schlummert ein noch nicht gehobener kultur-historischer Schatz von europäischer Bedeutung!“, davon sind die ehrenamtlichen Organisatoren, die gemeinsam mit der Stadt Köln als Schirmherrin, den „Tag der Forts“ inzwischen zum vierten Mal in und um Köln (im Stadtgrün) veranstalten, überzeugt. Diesen Schatz sichtbar zu machen und für bürgerschaftliches Engagement sowie sinnvoll gestaltete Privatinitiative zu werben, ist eines der Ziele der ganztägigen Kulturveranstaltung, die am 10. Juni um 9 Uhr beginnt und um 18 Uhr endet.
An mehr als 22 Orten im Kölner Stadtgebiet laden Führungen, Wanderungen, Radtouren sowie Vorträge zur Entdeckungs- und Erkundungstour, die Köln in seiner geschichtlichen Entwicklung als „befestigten Platz“ zeigt, ein.
Und so folgt das Tagesprogramm auch der chronologischen Stadtentwicklung, indem die frühen Epochen durch Führungen an der mittelalterlichen Stadtmauer abgebildet werden. Noch vorhandene Mauerabschnitte sowie Ulrepforte, Sachsen- und Prinzengardeturm – sonst nicht öffentlich zugänglich – können dank der Unterstützung der jeweils dort ansässigen Karnevalsvereine (Rote, Blaue Funken und Prinzengarde) kompetent erläutert besichtigt werden.
Als weitere Besichtigungsorte folgen Fort I, IV, V und X im sog. „inneren preußischen Festungsring“.
Im „äußeren Festungsgürtel“ – im heutigen Grüngürtel – schließlich liegen die meisten noch sichtbaren Relikte, die sich am „Tag der Forts“ teilweise mit Taschenlampe und festem Schuhwerk links- wie rechtsrheinisch dem interessierten Publikum öffnen.
Abgerundet wird das Programm durch die Eröffnungs- und Schlussveranstaltung am sog. „Zwischenwerk VIIIb“ mit buntem Begleitrahmen (multimediale Vorträge, musikalische Untermahlung u.v.a.m.) sowie durch die Vorabendveranstaltung im kölnischen Stadtmuseum.
Dass ein Programm wie am Tag der Forts in der Vergangenheit aber auch am 10. Juni realisiert werden kann, ist der unvergoltenen Arbeit von Bürgerinnen und Bürgern aus und um Köln geschuldet, die sich in Geschichts-, Brauchtums-, Kulturvereinen sowie anderen Privatinitiativen zusammengeschlossen haben. Als eine der Säule der städtischen „Bürgerdemokratie“ sorgen sie sich ehrenamtlich um die Dokumentation, den Erhalt, aber auch um die denkmal- und geschichstbewusste Nutzung.
Positive Beispiele gibt es in Köln einige. So organisieren die Vereine in enger Partnerschaft mit der Stadt Köln bspw. für Schulen, Touristengruppen oder Firmen ehrenamtlich Führungen durch die Fortanlagen – teilweise in historischen Uniformen – tragen durch die räumliche Nutzung zum Erhalt der durch Witterung und Vegetation in ihrer Substanz gefährdeten Denkmäler bei oder dokumentieren mit Hilfe von Schautafeln, Publikationen oder musealen Gestaltungen das historische Erbe aus der Preußenzeit.
Somit wollen die Vereine nicht ihren Beitrag zu dem Teil der Deutschen Geschichte am Beispiel Köln leisten, der sich immer noch recht „unbeleuchtet“ zeigt, um so diese Epoche für die Bürgerinnen und Bürger, Interessierte, Touristen, aber auch für Politik und Wirtschaft versteh- und erlebbar zu machen.
Um den Erhalt und auch die Nutzung der ehm. preußischen Forts in Köln kümmern sich u.a. mit unterschiedlichen Schwerpunkten:
• Arbeitsgemeinschaft Festung Köln e.V. (AFK),
• Cologne Research Institute of Fortification Architecture e.V. (CRIFA),
• Förderverein Fort X e.V.,
• Förderverein Fort XI e.V.,
• Freiluft- und Gartenschule (Freiluga)
• Karnevalsgesellschaft “Kölner Funken Artillerie blau weiß von 1870 e.V.”,
• Karnevalsgesellschaft “Kölsche Funken rut-wieß vun 1823 e.V.”,
• Karnevalsgesellschaft „Prinzen-Garde Köln 1906 e.V.“,
• Kölner Grün Stiftung gGmbH,
• Rheinischer Verein für Denkmalschutz und Landschaftspflege e.V. (RVDL)sowie
• weitere Privatinitiativen.
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