(openPR) Fast völlig unbemerkt nutzten Großanleger den gestrigen Kursanstieg um sich von weiteren Aktienpositionen zu trennen. Die zur Vereinigten Wirtschaftsdienste (VWD) gehörende Börseninformationsseite www.finanztreff.de bestätigte gestern ein OTC-Geschäft von 221.000 Aktien außerhalb des Parketthandels zum Stückpreis von 101 CHF. Es fällt auf, dass das Paket bereits am Vormittag um 5 % unter der Parkettnotiz abgestoßen wurde. Der SWX wurde diese Paketabgabe nicht mitgeteilt. Bereits in der vorigen Börsenwoche haben sich mehrere Großanleger von den Aktien der Schmolz und Bickenbach AG verabschiedet.
Die Börsenaufsicht prüft derzeit, warum gegen Meldepflichten verstoßen wurde. Ausnahmereglungen lassen die eidgenössische Börsenbestimmungen nur in ganz seltenen Fällen zu, beispielsweise wenn ein Abschluss im Zusammenhang eines Repo-Geschäftes (Repurchase Agreements) oder eines Securities Lending and Borrowing Geschäfts getätigt werden.
Als mögliche Gründe für diese Verkäufe werden u.a. auch folgende Punkte genannt:
Im Finanzbericht 2006 taucht erstmals ein asset-backed-security Finanzierungsprogramm in Höhe von 150 Mio EUR auf, das bereits Ende 2006 mit 106,5 Mio EUR ausgenutzt war. Nach Angaben des Unternehmens wurde dieser Kredit teilweise öffentlich gefördert.
Die Kreditverpflichtungen des börsennotierten Unternehmens haben sich Ende 2006 auf 712,5 Mio Euro verdreifacht. Die noch frei verfügbaren Kreditlinien sind nach eigenen Angaben Ende 2006 auf 87,5 Mio Euro zusammengeschmolzen.
Ein seit Mai 2005 existierender Konsortialkredit des Konzerns musste im Dezember 2006 durch einen neuen Konsortialkredit mit einer internationalen Bankengruppe ohne Besicherung abgelöst werden. Das Unternehmen weigert sich bislang mitzuteilen, wodurch sich die Verschuldung binnen Jahresfrist ergeben hat.
Ferner wurde bekant, dass noch Ende 2006 eine Kaufpreisverpflichtung von mehr als 100 Mio EURO (Finkl & Sons) bestand. Damit dürften bereits Anfang 2007 die Kreditlinien vollständig ausgeschöpft worden sein.
Wirtschaftsprüfer haben uns darauf hingewiesen, dass das Eigenkapital per Ende 2006 um 395 Mio EURO durch sog. „goodwill-Zuschreibungen“ erhöht worden ist.
Bislang von den meisten Aktionären übersehen:
Fällt der Aktienkurs unter 72 CHF drohen erhebliche Abschreibungen auf das EK. Vor diesem Hintergrund überrascht es kaum, dass sich das Management von den Aktionären ein genehmigtes Kapital von 60 Mio CHF bewilligen lassen musste und an weiter steigenden Aktienkurse interessiert ist. Auf einer sog. „share information“ des Internet-Auftritts der Schmolz+Bickenbach AG werden zudem aus nicht erkennbaren Gründen die erheblichen Umsätze seit dem 3.Mai (bei fallenden Kursen) nicht zutreffend angegeben.
70% der Stimmrechte werden von der Düsseldorfer Hauptaktionärin kontrolliert.
Während sich die Mehrheitsaktionärin vor der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) vehement gegen die Abgabe eines Pflichtangebots zur Übernahme der restlichen Aktien der S+B AG wehrt, haben erkennbar Großanleger damit begonnen, große Aktienpakete börslich und außerbörslich abzugeben.
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