(openPR) Zwei Betten auf einer Stellfläche, ein Arbeitsplatz hinter einer schmalen Front: Müller Small Living entwickelt Möbel für Räume mit wechselnden Aufgaben. Die Konstruktionen zeigen, worauf es beim platzsparenden Einrichten ankommt.
Nürnberg. Die zweite Schlafgelegenheit steht schon bereit – unter der ersten. Mit diesem Prinzip entwarf Rolf Heide 1966 die Stapelliege, die bis heute zum Sortiment von Müller Small Living gehört. Zwei Liegen lassen sich übereinander aufbewahren und bei Bedarf getrennt aufstellen. Der Entwurf macht eine Frage anschaulich, die sich auch bei der Einrichtung von Gästezimmern oder kleinen Apartments stellt: Wie viel Fläche muss eine Funktion beanspruchen, solange sie gerade nicht gebraucht wird?
Die Seitenwange bestimmt die Funktion
Die geschwungenen Seiten der Stapelliege geben dem Bett seine charakteristische Kontur und ermöglichen zugleich das Stapeln. Das zerlegbare Gestell besteht aus vier Holzteilen und Verbindungselementen; hinzu kommen Lattenrost und Matratze. Werden zwei Liegen einzeln aufgestellt, entstehen getrennte Schlafplätze. Mit passenden Rückenkissen und einem geeigneten Matratzenbezug lässt sich die Liege auch als Couch nutzen.
Für die Planung ist allerdings ein weniger auffälliges Detail entscheidend: Matratze und Lattenrost müssen zur gewählten Ausführung passen, damit die Stapelfunktion erhalten bleibt. Die Varianten Klassik und Komfort unterscheiden sich in ihrer Höhe und den geeigneten Kombinationen der Schlafunterlagen. Wer bereits eine Matratze besitzt, sollte deshalb deren Maße und Höhe vorab abgleichen. Die gewünschte Nutzung bestimmt hier die Ausstattung.
Auch beim Material gibt es Unterschiede. Neben beschichteten Schichtholzausführungen gehören Echtholzfurniere und eine Variante in massiver Eiche zum Angebot. Eine sichtbare, mehrschichtige Holzkante wirkt dabei anders als eine furnierte Oberfläche – obwohl die grundlegende Form wiedererkennbar bleibt.
Ein Arbeitsplatz, der sich schließen lässt
Beim Sekretär Flatmate überträgt Designer Michael Hilgers den Gedanken der zeitweisen Nutzung auf das Arbeiten zu Hause. Sein Korpus ist geschlossen lediglich 12,2 Zentimeter tief. Einschließlich des durch die Wandbefestigung entstehenden Abstands beträgt die Gesamttiefe 13,2 Zentimeter. Die Front wird zur Arbeitsfläche heruntergeklappt; Klappenhalter dämpfen ihre Bewegung.
Im Inneren lassen sich ein Tablet-Halter, ein Briefständer und eine Ablage an der Rückwand einhängen. Zusätzliche seitliche Türen erschließen weitere Fächer. Beleuchtung und Stromanschluss sind integriert; abhängig vom Technikpaket kommen USB-C-Anschlüsse und eine induktive Lademöglichkeit hinzu.
Damit eignet sich das Konzept beispielsweise für einen gelegentlichen Schreibplatz im Schlafzimmer oder einen Arbeitsbereich im Flur. Bei der Raumplanung zählt jedoch auch die geöffnete Position: Vor dem Sekretär müssen ausreichend Bewegungsfläche und Platz für einen Stuhl bleiben. Zudem ist die vorgeschriebene Sicherung an der Wand zu berücksichtigen. Die geringe Tiefe im geschlossenen Zustand ersetzt diese Planungsschritte nicht.
Gefertigt im friesischen Bockhorn
Hinter der Marke steht ein Familienunternehmen, dessen Geschichte 1869 mit der Übernahme einer Tischlerei in Bockhorn begann. Heute wird es in fünfter Generation geführt. Die Zusammenarbeit mit Gestaltern prägt die Entwicklung der Kollektion seit den 1960er-Jahren. Zum Sortiment gehören neben Betten und Sekretären auch Schränke, Regale, Sideboards und Kommoden.
Die Fertigung erfolgt am Unternehmensstandort in Bockhorn. Dort werden Holzwerkstoffe zugeschnitten und auf CNC-Bearbeitungszentren weiterverarbeitet. Zum Betrieb gehören außerdem eine eigene Lackiererei sowie eine Näherei und Polsterei. So entstehen neben den Holzkonstruktionen auch ergänzende textile Elemente wie Kopfteilpolster oder Sitz- und Rückenkissen.
Produkte von Müller Small Living sind bei der Raum & Form Seidel GmbH über design-kiste.de erhältlich. Die Markenseite zu Müller Small Living stellt unter anderem Stapelliege, Flatmate und weitere Möbelkonzepte vor.
Für die Auswahl lohnt sich der Blick auf beide Zustände eines Möbels: den alltäglichen und den gelegentlich benötigten. Erst wenn Stellfläche, Bewegungsraum und Ausstattung zusammenpassen, wird aus einer platzsparenden Konstruktion eine praktische Einrichtungslösung.

















