(openPR) Geschwungene Sitzschalen, kombinierbare Regalkuben und bewegliche Tischplatten: Die französische Marke Lyon Béton zeigt, wie unterschiedlich sich Beton im Möbelbau einsetzen lässt. Entscheidend ist dabei, welche Aufgabe das Material innerhalb einer Konstruktion übernimmt.
Nürnberg. Beim Beistelltisch Twist sorgt Beton für Standfestigkeit, bei den Sitzmöbeln Hauteville bildet er eine körpernah geformte Schale. Das Regalsystem Dice wiederum nutzt ihn für offene Kuben, die Stauraum schaffen. Diese unterschiedlichen Ansätze kennzeichnen Lyon Béton. Die französische Marke mit Sitz in Villefranche-sur-Saône entwickelt Möbel und Wohnaccessoires, deren Gestaltung unmittelbar aus den Möglichkeiten des Werkstoffs entsteht. Ihre Entwürfe reichen von Sitzmöbeln über Tische bis zu Aufbewahrungslösungen.
Vom Gussverfahren zur Möbelgestalt
Lyon Béton beschreibt das Arbeiten mit gegossenen Materialien als Ausgangspunkt seiner Gestaltung. Wer eine Form entwickelt, in die Beton eingebracht wird, kann Rundungen, Übergänge und Hohlräume anders planen als bei einer Konstruktion aus vorgefertigten Platten. Die Entwicklung umfasst deshalb auch die Frage, wie sich ein Entwurf aus dem Prototypenstadium in einen wiederholbaren Fertigungsprozess überführen lässt.
Als gestalterische Bezugspunkte nennt die Marke unter anderem das Bauhaus, De Stijl und den Brutalismus. Gemeinsam ist diesen Einflüssen das Interesse an Geometrie, Material und Konstruktion. Bei Lyon Béton wird daraus eine Formensprache, die den Beton sichtbar belässt und zugleich unterschiedliche Proportionen zulässt: vom kompakten Kubus bis zur geschwungenen Sitzfläche.
Hauteville: Eine Fundgeschichte wird zur Sitzschale
Wie konkret solche Entwürfe entstehen können, zeigt die Kollektion Hauteville. Nach der dokumentierten Entstehungsgeschichte fanden Henri Lavallard Boget und Julie Legros in einem verlassenen Sanatorium im französischen Hauteville eine Sitzschale aus Kunstharz. Dieser Fund wurde zum Ausgangspunkt für Versuche mit glasfaserverstärktem Beton.
Das Ergebnis bewahrt die geschwungene Form einer Sitzschale und macht zugleich Unterschiede in der Bearbeitung erfahrbar. Die Innenseite wird von Hand geschliffen, während außen die rauere Materialstruktur erhalten bleibt. Beine aus Bewehrungsstahl werden während des Gießens mit der Schale verbunden. Für die Nutzung ist damit ein Detail entscheidend, das Fotografien nur begrenzt vermitteln: Sitzfläche und Außenseite besitzen bewusst unterschiedliche Oberflächen. Die Kollektion umfasst unter anderem Stühle, Sessel und Barhocker.
Stauraum und Ablage folgen unterschiedlichen Prinzipien
Beim von Alexandre Dubreuil entworfenen System Dice steht die Kombination offener Betonkuben im Mittelpunkt. Unterschiedlich große Elemente lassen sich zu Aufbewahrungsmöbeln zusammenstellen. Eine vom Hersteller vorgestellte Konfiguration aus zwei kleinen und drei großen Kuben ist beispielsweise als Bücherregal, Sideboard oder Hi-Fi-Möbel vorgesehen. Die offenen Fächer machen ihren Inhalt sichtbar; Bücher, Schallplatten oder Geschirr werden damit Teil der Einrichtung.
Einen anderen Umgang mit dem Material zeigt Dubreuils Beistelltisch Twist. Hier bildet Faserbeton den stabilisierenden Fuß. Darüber sitzt eine schwenkbare Platte aus perforiertem Metall, deren Position sich zur Sitzgelegenheit hin oder von ihr weg verändern lässt. Auch die Höhe der Stange ist einstellbar. Der schwere Sockel und die bewegliche Ablage übernehmen somit klar getrennte Aufgaben innerhalb derselben Konstruktion.
Produkte von Lyon Béton sind bei der Raum & Form Seidel GmbH über design-kiste.de erhältlich. Die dortige Herstellerübersicht stellt unter anderem Hauteville, Dice und verschiedene Tischentwürfe vor.
Auf Einsatzort und Oberfläche achten
Bei der Auswahl lohnt sich ein Blick auf die jeweiligen Nutzungshinweise. Beton allein sagt noch nichts darüber aus, ob ein Möbel dauerhaft im Freien stehen darf. Die untersuchte Dice-Konfiguration ist für Innenräume ausgewiesen. Für Twist und den Hauteville-Barhocker 770 nennt der Hersteller einen überdachten Außenbereich mit Schutz vor Regen und Sonneneinstrahlung. Auch die Pflege richtet sich nach der jeweiligen Oberfläche; abrasive Reinigungsmittel sollen bei diesen Modellen vermieden werden.
Die Unterschiede zwischen den Kollektionen zeigen, weshalb sich Betonmöbel genauer betrachten lassen sollten als allein unter dem Gesichtspunkt ihrer grauen Oberfläche. Formgebung, Materialkombination und Beweglichkeit entscheiden darüber, wie ein Entwurf im Wohnalltag funktioniert.
















