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Datengetriebenes Energiemanagementsystem für vernetzte Industrieareale

(openPR) Der Chemiestandort Leuna umfasst rund 1.300 Hektar und ist durch einen komplexen stofflichen und energetischen Verbund geprägt. Die InfraLeuna GmbH verantwortet dort als Eigentümer und Betreiber der Infrastruktureinrichtungen unter anderem die zentrale Energieversorgung mit modernen Gas- und Dampfturbinen und Power-to-Heat-Systemen sowie umfangreiche Netzstrukturen für die Medien Dampf, Strom und Erdgas. Das Energiesystem ist über zwei Koppelpunkte an das vorgelagerte Verteilnetz der MITNETZ STROM GmbH angeschlossen. Damit bietet der Standort ideale Bedingungen, um ein arealweites EMS unter realistischen Bedingungen zu erproben.

„Am Chemiestandort Leuna können wir unter realen Bedingungen zeigen, welchen Mehrwert ein datengetriebenes Energiemanagement in einem komplex vernetzten Industrieareal schafft. Unser Ziel ist es, Energieerzeugung, -verbrauch und -speicherung sektorenübergreifend so aufeinander abzustimmen, dass Kosten sinken, Lastspitzen reduziert und das öffentliche Verteilnetz entlastet werden“, erklärt Sebastian Flemming, Projektleiter am Fraunhofer IOSB-AST.

Kern des Vorhabens ist die Integration von EMS-EDM PROPHET® in die
Systemlandschaft der InfraLeuna GmbH. Das System erfasst Erzeugungs-, Verbrauchs- und Netzdaten über das Leitsystem, prognostiziert mit modernen KI-Methoden Verbrauch sowie Einspeisung erneuerbarer Energien und ermittelt kostenoptimale Fahrpläne für die flexiblen Anlagen – etwa KWK-Anlagen, Power-to-Heat und geplante Batteriespeicher. Die Optimierung erfolgt sektorenübergreifend unter Berücksichtigung technischer Restriktionen der Systeme und regulatorischer Randbedingungen.

Das Projekt verfolgt drei Anwendungsfälle: die sektorenübergreifenden Energieflüsse zur Optimierung der Energiebilanz, den Austausch thermischer Energie und die Nutzung von Abwärmepotenzialen sowie die automatische Reaktion auf Signale aus dem elektrischen Netz. Die Erprobung erfolgt stufenweise – vom beratenden Betrieb über den Parallelbetrieb bis zum Demobetrieb – unter Realbedingungen über mindestens drei Monate.

„Das KEDI steht für Identifizierung und Nutzung von Energieeffizienzpotentialen durch digitale Lösungen. Mit dem Projekt wollen wir die Wirkung von datengetriebenen Energiemanagementsystemen beweisen und zur breiten Anwendung anregen.“, sagt Erik Förster, Projektverantwortlicher KEDI EMS IG.

Das Projekt beruht auf komplementärer Expertise: Das Fraunhofer IOSB-AST entwickelt das EMS, passt es an und verantwortet Prognose und Optimierung. Die InfraLeuna GmbH stellt Infrastruktur, Daten und die Fachexpertise des Standorts bereit. Das KEDi der dena beauftragt und begleitet das Vorhaben und macht die Ergebnisse öffentlich zugänglich.

Kontakt: Fraunhofer IOSB-AST: Presse und Kommunikation, Martin Käßler,
Telefon: +49 3677 461-128, E-Mail: E-Mail

Über die InfraLeuna GmbH

Der Chemiestandort Leuna steht für Dynamik, Innovationskraft und höchste Effizienz. Sowohl internationale Konzerne als auch mittelständische Unternehmen investierten seit 1990 über 9 Milliarden Euro in den Standort. Leuna gehört heute zu den Top-Adressen für moderne Chemie in Europa. Die stoff- und energiewirtschaftlichen Verflechtungen, eine leistungsfähige Infrastruktur sowie die strategisch hervorragende Lage sind entscheidende Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Stärke des Standorts. Dafür stehen nicht zuletzt über 15.000 Menschen und über 100 Unternehmen sowie eine Produktion von jährlich zwölf Millionen Tonnen Gütern am Standort. Das umfassende Angebot der InfraLeuna besteht aus der redundanten Bereitstellung von Dampf, Strom, Frisch- und Trinkwasser sowie der Abwasserentsorgung und weiteren Dienstleistungen. Auch komplexe Logistikleistungen werden bereitgestellt. Die Eigentümer der InfraLeuna sind ausschließlich ansässige Unternehmen, die eigene Anlagen am Chemiestandort betrei-bewww.infraleuna.de.

Über das Kompetenzzentrum Energieeffizienz durch Digitalisierung (KEDi)
c/o Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

Das KEDi ist ein Projekt der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) und unterstützt bundesweit im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie die Gebäudewirtschaft dabei Energieeffizienzpotenziale mittels Digitalisierung besser zu erschließen.

Über das Fraunhofer IOSB-AST

Das Fraunhofer IOSB-AST ist Teil der Fraunhofer-Gesellschaft, der weltweit führen-den Organisation für angewandte Forschung. Mit dem Fokus Angewandte Systemtechnik (AST) werden Lösungen entwickelt, die kritische cyber-physische Infrastrukturen effizient, resilient und nachhaltig machen. Forschungsschwerpunkte sind Kognitive Energiesysteme und Energiemanagement, Eingebettete Intelligente Systeme und Unterwasserrobotik.

Das Institut arbeitet anwendungsnah in den Ingenieurwissenschaften – insbesondere Elektrotechnik, Informations- und Kommunikationstechnologie sowie technischer Kybernetik – und überführt seine Ergebnisse in marktreife Systemlösungen für Wirtschaft und öffentliche Hand.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Sebastian Flemming, E-Mail

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