(openPR) Seit dem Jahr 2015 sind Unternehmen, die größer als KMU sind, nach dem EDL-G verpflichtet bis 05.12.2015 ein Energieaudit durchzuführen, oder spätestens bis 31.12.2016 ein zertifiziertes Energiemanagementsystem im Unternehmen einzuführen. Viele Unternehmen haben sich bisher nicht, oder nur am Rande mit dem Thema Energieverbrauch und Energieeffizienz beschäftigt. Die Unternehmen stehen nun vor einer schwierigen Frage, denn in den Führungsebenen ist der Inhalt eines Energieaudits bzw. der Umfang und Zweck eines Energiemanagementsystems nicht immer ausreichend bekannt. Um eine fachlich fundierte Entscheidungsgrundlage zu bekommen sollte man den wesentlichen Unterschied der beiden Auswahlmöglichkeiten kennen.
Das Energieaudit ist vereinfacht beschrieben eine Energieberatung durch einen externen Energieberater. Ein externer Energieberater bzw. Energieexperte kommt vor Ort in das Unternehmen, nimmt die Energieverbräuche auf, analysiert die Energieflüsse im Unternehmen und stellt einen Maßnahmenkatalog zusammen mit Optimierungsmöglichkeiten im Bereich der Energieeffizienz. Die gesetzlichen Anforderungen des EDL-G sind damit erfüllt! Eine Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen ist nicht verpflichtend, die Benennung von Verantwortlichen für die Umsetzung der Optimierungsmaßnahmen wird vom Gesetz ebenfalls nicht gefordert.
Ein Energiemanagementsystem (nach ISO 50001) ist eine organisatorische Struktur im Unternehmen, die das Unternehmen bei der kontinuierlichen Verbesserung der Energieeffizienz unterstützt. Nachdem jeder Mitarbeiter Einfluss auf den Energieverbrauch hat, ob Einkäufer, Hausmeister, oder Produktionsleiter, alle Mitarbeiter müssen in ihren täglichen Arbeitsablauf das Thema Energieeffizienz integrieren. Im Rahmen des Energiemanagementsystems werden interne Prozessabläufe und Verantwortlichkeiten definiert, so dass bei allen energierelevanten Entscheidungen im Unternehmen das Thema Energieeffizienz berücksichtigt wird. Für die Entwicklung von Optimierungsmaßnahmen im Bereich Energieeffizienz ist eine Analyse des Ist-Zustandes unerlässlich. Wie beim Energieaudit so werden auch im Rahmen des Energiemanagements die Energieverbräuche und Energieflüsse im Unternehmen aufgenommen und analysiert, d.h. es wird ein internes „Energieaudit“ durchgeführt. Das „Energieaudit“ ist ein wesentlicher Teil des Energiemanagementsystems, jedoch nur ein einzelnes Puzzlestück im Energiemanagementsystem. Weitere Bestandteile eines Energiemanagementsystems sind Bildung von Energiekennzahlen, Monitoring der Kennzahlen, Mitarbeiterschulungen und regelmäßige Anpassung der Ziele und Optimierungsmaßnahmen.
Der Unterschied zwischen den beiden Wahlmöglichkeiten nach dem EDL-G ist, dass bei einem Energieaudit durch einen externen lediglich ein Abschlussbericht dem Unternehmen vorliegt und beim Energiemanagementsystem das Thema Energieeffizienz dauerhaft im Unternehmen verankert wird. Auf Basis dieser Erkenntnis kann man recht einfach ableiten für welche Unternehmen ein Energieaudit und für welche ein Energiemanagementsystem sinnvoll ist. Nehmen wir als Beispiel für ein Unternehmen eine Bank mit über 250 Mitarbeiter, nach EDL-G verpflichtet zu handeln. Die Bank mietet sich Büroflächen in einem Gebäudekomplex und hat als Mieter minimalen Einfluss auf das Gebäude bzw. auf die Gebäudetechnik. Für ein Unternehmen, ohne große Einflussmöglichkeiten auf die wesentlichen Energieverbraucher, ist die Variante Energieaudit zu empfehlen. Die gesetzlichen Anforderungen des EDL-G werden erfüllt (legal compliance). Als zweites Beispiel nehmen wir ein produzierendes Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern, hohen Energiekosten und die Produktionseinrichtungen befinden sich im Besitz des Unternehmens. Um das EDL-G zu erfüllen wäre hier die Variante Energiemanagementsystem nach ISO 50001 zu empfehlen. Das Unternehmen hat durch die hohen Energiekosten ein hohes Einsparpotential, eine Einflussmöglichkeit auf seine Energieverbraucher und kann durch eine kontinuierliche Verbesserung bei der Energieeffizienz von den eingesparten Energiekosten wirtschaftlich profitieren. Ein Energiemanagementsystem ist höherwertiger anzusehen als ein Energieaudit. Um eine nachhaltige und kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz im Unternehmen zu erreichen ist ein Energiemanagementsystem zu empfehlen.








