openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Neue Studie: Die demografische Lage der Nation

(openPR) Berlin, 6. Oktober 2026 – 2019 sprach das Berlin-Institut noch von einem „demografischen Zwischenhoch“. Deutschland wuchs, die Bevölkerung sollte auf absehbare Zeit weitgehend stabil bleiben. Sieben Jahre später hat sich die Perspektive verändert: Bis 2045 dürfte die Bevölkerung auf rund 81,8 Millionen Menschen sinken. Gut zwei Drittel der 400 Kreise und kreisfreien Städte verlieren Bevölkerung. 184 Regionen, die zwischen 2014 und 2024 noch gewachsen sind, dürften künftig schrumpfen.

Für die neue „Demografische Lage der Nation“ hat das Berlin-Institut gemeinsam mit der Wüstenrot Stiftung erstmals seit 2019 wieder alle 400 Kreise und kreisfreien Städte untersucht. 26 Indikatoren aus Demografie, Wirtschaft, Bildung und sozialen Bedingungen fließen in ein bundesweites Bewertungssystem ein. Jeder Kreis erhält Noten und einen Platz im Deutschland-Ranking. Hinzu kommt eine Bevölkerungsprognose bis 2045.

„Die entscheidende Frage ist nicht mehr nur, ob Deutschland wächst oder schrumpft, sondern wo. Manche Regionen müssen Wohnungen und Infrastruktur für mehr Menschen schaffen, andere für weniger Einwohner:innen die Daseinsvorsorge mit weniger Arbeitskräften bewältigen. Eine Politik nach einem Muster wird dieser Entwicklung nicht gerecht“, sagt Catherina Hinz, Direktorin des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung.

Ostdeutschland driftet stärker auseinander

Besonders im Osten entwickeln sich die Regionen immer unterschiedlicher. Zwölf der 20 Kreise und kreisfreien Städte mit den schwächsten Gesamtbewertungen liegen heute in Ostdeutschland, 2019 waren es fünf. Die positive Entwicklung vieler ostdeutscher Regionen, die sich zwischen 2004 und 2019 im Index zeigte, setzt sich damit nicht gleichermaßen fort.

Auch die Prognose zeigt große Gegensätze: Dahme-Spreewald vor den Toren Berlins wächst bis 2045 voraussichtlich um rund 17 Prozent. Auch Leipzig, Potsdam und Dresden dürften weiter wachsen. Zugleich liegen 42 der 50 Regionen mit den stärksten erwarteten Bevölkerungsverlusten im Osten. Suhl dürfte bis 2045 rund 30 Prozent seiner Bevölkerung verlieren.

„Schrumpfung ist kein ostdeutsches Phänomen“, sagt Adrián Carrasco Heiermann, Studienleiter am Berlin-Institut. „Auch im Westen gibt es große Unterschiede: Während das Saarland weiter Bevölkerung verliert, dürften Städte wie Frankfurt am Main oder Düsseldorf wachsen. Die demografischen Gegensätze verlaufen also längst nicht nur zwischen Ost und West.“ Im Deutschland-Ranking setzt sich unterdessen Bayern an der Spitze immer deutlicher ab: 18 der 20 bestplatzierten Kreise und kreisfreien Städte liegen heute in Bayern; 2019 waren es zwölf.

Die Babyboomer gehen – deutlich weniger Jüngere rücken nach

In den kommenden Jahren wechseln besonders viele Babyboomer in den Ruhestand, deutlich kleinere Generationen rücken nach. Bis 2045 dürfte die Bevölkerung im Erwerbsalter bundesweit um 4,7 Prozent schrumpfen. In Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland beträgt der Rückgang sogar rund 12 bis 18 Prozent.

Wie stark Regionen der Arbeitskräftemangel trifft, hängt aber nicht allein davon ab, wie viele Menschen im Erwerbsalter dort leben. Das Ranking zeigt: Wirtschaftlich erfolgreiche Regionen binden unterschiedliche Bevölkerungsgruppen besser in den Arbeitsmarkt ein. Menschen ohne deutschen Pass erreichen dort höhere Beschäftigungsquoten, ältere Menschen bleiben häufiger in Arbeit.

„Weniger Menschen im Erwerbsalter bedeuten nicht automatisch weniger Beschäftigte“, sagt Dr. Frederick Sixtus, Projektkoordinator Demografie Deutschland am Berlin-Institut. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass wirtschaftlich erfolgreiche Regionen Ältere und Menschen ohne deutschen Pass häufiger in Beschäftigung bringen. Gerade wenn Arbeitskräfte knapper werden, macht das einen Unterschied.“

Wanderungen prägen die demografische Landkarte

In fast allen Kreisen und kreisfreien Städten sterben künftig mehr Menschen, als geboren werden. Die Wanderungsbilanz entscheidet deshalb zunehmend mit darüber, ob und wie stark eine Region wächst oder schrumpft. Metropolen und ihr Umland profitieren besonders vom Zuzug jüngerer Menschen, andernorts können Wanderungsgewinne den natürlichen Bevölkerungsrückgang zumindest abmildern. Die Prognose geht allerdings von sinkenden Nettowanderungsgewinnen für Deutschland aus.

„Die Politik wird den Bevölkerungsrückgang in vielen Regionen nicht aufhalten können. Aber sie kann und muss ihn gestalten“, sagt Manuel Slupina, Leiter des Themengebiets Stadt & Land der Wüstenrot Stiftung. „Dafür brauchen wir neue Formen der Daseinsvorsorge und Lösungen, die zu den Regionen passen. Denn was in einer wachsenden Großstadt funktioniert, ist nicht automatisch die richtige Antwort für einen schrumpfenden ländlichen Kreis.“

Die „Demografische Lage der Nation – Wie zukunftsfähig Deutschlands Regionen in Zeiten des Strukturwandels sind“ ist die fünfte Ausgabe der Studienreihe seit 2004.

Die Studie und weiteres Pressematerial stehen Ihnen als Download zur Verfügung unter:
https://www.berlin-institut.org/studien-analysen/detail/die-demografische-lage-der-nation-1

Bestellen können Sie die Studie unter folgendem Link:
https://wuestenrot-stiftung.de/publikationen/die-demografische-lage-der-nation-buch

Besuchen Sie auch unser interaktives Webangebot. Hier haben wir die zentralen Ergebnisse des Deutschland Rankings und der regionalen Prognose mit Grafiken anschaulich zusammengefasst und aufbereitet. Außerdem können Sie hier die wichtigsten Daten zu allen 400 Kreisen und kreisfreien Städte in Deutschland abrufen: https://www.demografischelage.de

Für Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an:

Till Wachsmuth, , 030 22 32 48 45

Nadine Schäfer, , 07141 16 75 65 00

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Adrián Carrasco Heiermann, , 030 310 161 54

Dr. Frederick Sixtus, , 030 31 10 26 98

Catherina Hinz, , 030 22 32 48 45

Manuel Slupina, , 07141 16 75 65 11

Originalpublikation:
https://www.berlin-institut.org/studien-analysen/detail/die-demografische-lage-der-nation-1

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1325700
 113

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Neue Studie: Die demografische Lage der Nation“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von idw - Informationsdienst Wissenschaft

Bild: Nobelpreis für Physik: Astrophysik aus dem Eiswürfel
Nobelpreis für Physik: Astrophysik aus dem Eiswürfel
„Die visionäre Idee und die mitreißende Begeisterung von Francis Halzen haben das IceCube-Observatorium am Südpol möglich gemacht“, erläutert Heike Riel, Präsidentin der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG). „Dabei handelt es sich um einen kilometergroßen Block im Eis der Antarktis mit tausenden von Lichtsensoren.“ Halzen erhält den Preis „für entscheidende Beiträge zum Neutrino-Observatorium IceCube und zur Entdeckung hochenergetischer Neutrinos astrophysikalischen Ursprungs“. „Hochenergetische Neutrinos liefern Informationen über e…
Bild: Jugendliche machen mit Kampagne bundesweit auf Erkrankung Depression aufmerksam
Jugendliche machen mit Kampagne bundesweit auf Erkrankung Depression aufmerksam
Die gemeinnützige Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention und der Außenwerber Wall starten eine Plakatkampagne in deutschen Großstädten, um auf die Erkrankung Depression im Jugendalter aufmerksam zu machen und auf kostenfreie Aufklärungsangebote für Jugendliche und Lehrkräfte hinzuweisen. Dabei entstanden die Motive gemeinsam mit dem Jugendbeirat der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Die Jugendlichen, die sich ehrenamtlich für mehr Aufklärung über Depression stark machen, standen für die Motive selbst vor der Kamera und teil…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: DEUTSCHLAND DREHT DURCH! 70 Jahre Grundgesetz – Cartoons zur Lage der NationBild: DEUTSCHLAND DREHT DURCH! 70 Jahre Grundgesetz – Cartoons zur Lage der Nation
DEUTSCHLAND DREHT DURCH! 70 Jahre Grundgesetz – Cartoons zur Lage der Nation
… Spaltung. Sind Einigkeit und Recht und Freiheit tatsächlich in die Jahre gekommen? Anlässlich des 70. Geburtstags des Grundgesetzes schauen 41 Cartoonistinnen und Cartoonisten auf den Zustand der Nation. Was wurde erreicht und was ist noch zu tun? Wo herrscht Stillstand und wo braut sich was zusammen? Oder drehen sowieso alle durch? Die Antworten liefert …
Bild: Die 60er Jahre – das spannende WissensquizBild: Die 60er Jahre – das spannende Wissensquiz
Die 60er Jahre – das spannende Wissensquiz
… gibt noch wesentlich mehr dieser historischen Momente, die bis heute unser Leben nachhaltig geprägt haben. Das spannende und informative Wissensquiz „Die 60er Jahre – eine Nation im Wandel“ auf dem Online Magazin tipps-vom-experten.de verrät so manche Geheimnisse und Fakten über das Jahrzehnt, das Geschichte geschrieben hat! Als die 1950er Jahre zu …
Bild: Immigrationspolitik Neuseelands und Großbritanniens im Vergleich - eine neue PublikationBild: Immigrationspolitik Neuseelands und Großbritanniens im Vergleich - eine neue Publikation
Immigrationspolitik Neuseelands und Großbritanniens im Vergleich - eine neue Publikation
… Berücksichtigung ausgewählter Aspekte wie z.B. der einwanderungsrelevanten Rahmenbedingungen, Immigrationsstrukturen, Tendenzen und Entwicklungen einander vergleichend gegenübergestellt. Den Abschluß der Studie bildet ein Ausblick auf die migrationspolitischen Perspektiven beider Staaten. Die Ausführungen werden ergänzt durch theoretische Erläuterungen zu den …
"Das Doppelleben der Deutschen"
"Das Doppelleben der Deutschen"
Die OeTTINGER Deutschland-Studie (ddp direct) Wie denken wir Deutschen eigentlich über unser Land und über uns selbst? Was sind typisch deutsche Tugenden oder auch Untugenden? Und welche Entwicklung hat das „Deutschlandbild“ über die letzten Jahrzehnte genommen? Die Antworten auf diese Fragen gibt die neue, von der OETTINGER Brauerei GmbH initiierte, …
Taiwans Premier betont Notwendigkeit für ökonomische und soziale Veränderungen
Taiwans Premier betont Notwendigkeit für ökonomische und soziale Veränderungen
Premier Mao Chi-kuo ließ in einer Ansprache verlauten, dass die Nation eine Reihe wirtschaftlicher, sozialer und politischer Transformationsprojekte starten müsse, um ein neues Taiwan zu schaffen. In Bezug auf die wirtschaftliche Transformation, solle die Regierung die Stärken der verschiedenen Generationen von Menschen zusammenführen, um eine Plattform …
Berliner Umschau: \"Die Leute sehnen sich nach Nadschibullah\"
Berliner Umschau: \"Die Leute sehnen sich nach Nadschibullah\"
… mit Dr. Matin Baraki zur aktuellen Lage in Afghanisatn Als "neue Variante des Kolonialismus" bezeichnet der afghanische Politologe Matin Baraki die Politik des "Nation Building" in Afghanisten. In einem Gespräch mit der internetbasierten Tageszeitung "Berliner Umschau" (www.berlinerumschau.de) widerspricht er zudem der gängigen Sichtweise, der Krieg am …
Bild: Der politische Bankrott des Präsidenten MbekiBild: Der politische Bankrott des Präsidenten Mbeki
Der politische Bankrott des Präsidenten Mbeki
… Versagen in der jetzigen Krise aufgelistet: Mbeki habe die Krise nicht ernst genommen, das Militaer viel zu spaet eingesetzt, sich nicht rechtzeitig mit einer Ansprache an die Nation gewandt, sich an keinem der Konfliktherde jemals sehen lassen, um sich ein eigenes Bild von der Lage zu verschaffen, am Mittwoch, als die Krise ihren Hoehepunkt erreicht …
Jahresbotschaft des Präsidenten der Republik Belarus an das belarussische Volk und Parlament
Jahresbotschaft des Präsidenten der Republik Belarus an das belarussische Volk und Parlament
Am 21. April 2010 hat der Präsident der Republik Belarus Alexander Lukaschenko die Jahresansprache zur Lage der Nation vor dem Parlament gehalten. Das Staatsoberhaupt hob hervor, dass das Orientierungsziel in allen Bereichen die Gewährleistung der Qualität der Waren und Dienstleistungen, der Verwaltung und im allgemeinen die Lebensqualität der Menschen …
Bild: Deutsche Post Glücksatlas - Landkarte der Zufriedenheit
Deutsche Post Glücksatlas - Landkarte der Zufriedenheit
… 15 auf Platz 9 gestiegen. Wieder einmal sind es die sozialen Faktoren wie Partnerschaft und Freunde, die das subjektive Wohlbefinden am stärksten beeinflussen. "Die Studie ist eine spannende Momentaufnahme und zeigt, dass wirtschaftliche Faktoren alleine nicht über Glück und Unglück entscheiden", sagt Dominik Dallwitz-Wegner, Inhaber der GlücksStifter …
Bild: Christine Maes-de Smet Adelige Frauen der Renaissance auf der Suchenach Freundschaft und LiebeBild: Christine Maes-de Smet Adelige Frauen der Renaissance auf der Suchenach Freundschaft und Liebe
Christine Maes-de Smet Adelige Frauen der Renaissance auf der Suchenach Freundschaft und Liebe
… Herrschergestalten des 16. ­Jahrhunderts im Nordwesten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Aus Anlass der 500. Wiederkehr seines Geburtstages im Jahr 2016 wurde diese Studie herausgegeben, die sich mit dem Briefverkehr zwischen den Töchtern Wilhelms V. und Margaretha von der Mark-Arenberg (1527–1599) beschäftigt.Format: 17 x 24 cm, Umfang: …
Sie lesen gerade: Neue Studie: Die demografische Lage der Nation