Vom Leuchtendesign zur Lichtkunst
(openPR) Álvarez ist Designer, Handwerker und Künstler. Seine gestalterische Entwicklung führte von Naturmotiven über einfache geometrische Formen zur menschlichen Figur. Wiederkehrende Themen sind Begegnungen, Verständigung und das Verhältnis des Einzelnen zur Gruppe. Licht und Schatten dienen ihm dazu, diese Beziehungen sichtbar zu machen.
Ein wichtiger Einschnitt folgte im Juli 2020: Álvarez verkaufte das Leuchtenunternehmen, das er 1994 in Galicien gegründet hatte. Es wird heute unter dem Namen a-emotional light geführt. Seine eigene Arbeit konzentriert sich inzwischen auf Skulpturen, Einzelstücke und limitierte Editionen. Wer sich mit seinen heutigen Arbeiten beschäftigt, begegnet daher einem eigenständigen künstlerischen Werk und nicht lediglich einer weiteren Kollektion des früheren Unternehmens.
Gesichter aus Metallgewebe statt klassischer Leuchtenschirme
„Human Chandelier“ spielt schon im Namen mit der Vorstellung eines Kronleuchters. Tatsächlich handelt es sich um eine Wandarbeit. Das verwendete Metallgewebe wird zu Gesichtern geformt, deren Schatten Teil der Komposition sind. Eine Ausführung gruppiert fünf Masken; daneben gibt es einzelne Gesichter. Für die Projektion sind kreisförmige, quadratische oder rechteckige Lichtfelder vorgesehen.
Eine einzelne Maske ist 20 Zentimeter breit und 30 bis 40 Zentimeter hoch. Diese Maße beschreiben jedoch nur die Skulptur, nicht das gesamte Bild an der Wand. Für die Raumplanung ist diese Unterscheidung wesentlich: Neben dem Platz für das Objekt sollte auch die Fläche berücksichtigt werden, auf der seine Projektion sichtbar wird. Die Lichtquelle erhält damit eine zweite Aufgabe. Sie beleuchtet die Arbeit und erzeugt zugleich deren Schattenbild.
Agora: Ein Bezug zur Kathedrale von Santiago de Compostela
Während „Human Chandelier“ mit Gesichtern arbeitet, nimmt die Reihe Agora menschliche Figuren in den Blick. Ihre Inspiration stammt von den Gestalten am Pórtico de la Gloria der Kathedrale von Santiago de Compostela. Die einander zugewandten Skulpturen greifen die Vorstellung eines ruhigen Gesprächs auf. Der Bezug zur galicischen Architektur wird damit in eine räumliche Anordnung übersetzt.
Auch die Konstruktion unterscheidet sich von den Gesichtsmasken: Für Agora arbeitet Álvarez mit einer metallischen Struktur und einer aufgetragenen Masse, zu deren Bestandteilen Zement und Papier gehören. Material und Motiv werden bei diesen beiden Arbeiten also unterschiedlich behandelt. Das verbindende Thema bleibt der Mensch – einmal als Gesicht mit Schattenbild, einmal als Figur im Gegenüber.
Die Umgebung von Anfang an mitdenken
Für die Einrichtung lässt sich daraus ein praktischer Gedanke ableiten: Eine solche Lichtskulptur sollte nicht ausschließlich nach ihren Abmessungen ausgewählt werden. Ebenso wichtig sind der vorgesehene Standort, die Blickrichtung und die Wandfläche, die das Licht aufnimmt. Bei einer Arbeit mit Projektion gehört diese Fläche zur Gesamtgestaltung. Die Frage nach ausreichendem Licht zum Lesen oder Arbeiten bleibt dabei eine eigene Planungsaufgabe.
Arbeiten von Arturo Álvarez sind über die Raum & Form Seidel GmbH erhältlich. Die Auswahl von Arturo Álvarez bei design-kiste.de umfasst unter anderem Agora und Human Chandelier. Damit lassen sich zwei unterschiedliche Ansätze desselben Gestalters näher betrachten: Figuren, die miteinander in Beziehung treten, und Gesichter, deren Wirkung sich auf der Wand fortsetzt.
Gerade „Human Chandelier“ macht deutlich, weshalb der Schatten hier kein unerwünschter Nebeneffekt ist. Er führt die Form der Skulptur weiter. Das Werk erschließt sich deshalb nicht allein beim Blick auf das Metallgewebe, sondern auch beim Betrachten dessen, was das Licht daraus an der Wand entstehen lässt.

















