(openPR) Interne Revision unter Veränderungsdruck: Anpassung der Revisionsrolle an die neue Geschwindigkeit im Bankgeschäft
Prüfungspläne stehen, Prüffelder sind definiert und Berichte werden fristgerecht erstellt – dennoch kann die Interne Revision an den tatsächlichen Risiken eines Instituts vorbeiprüfen. Starre Mehrjahresplanungen reagieren zu langsam auf neue Cyber-, Digitalisierungs- oder Transformationsrisiken, Prüfungsuniversen werden nicht konsequent aktualisiert und Ressourcen nicht nach dem tatsächlichen Risiko-Exposure eingesetzt. Gleichzeitig bleiben Prüfungsziele mitunter zu breit und Schnittstellen zu Risikomanagement, Compliance und IKS unzureichend verzahnt. Das Ergebnis ist eine formal funktionierende Revision, deren Prüfungen jedoch nicht dort ansetzen, wo für das Institut die größten Risiken entstehen.
Eine zentrale Schwachstelle liegt in der Übersetzung der Revisionsstrategie in die konkrete Prüfungsplanung. Risikoanalyse, Audit Universe, Jahresplanung und einzelne Prüfungsprogramme müssen logisch aufeinander aufbauen. Wesentliche Risiken sind durch Interviews, Datenanalysen und Frühwarnindikatoren zu identifizieren, Prüffelder und Prüfungszeitpunkte risikoorientiert zu priorisieren und Ressourcen entsprechend auszurichten. Fehlt diese Verbindung, entstehen unnötige Prüfungsschwerpunkte, während relevante Risiken möglicherweise nicht rechtzeitig erfasst werden.
Auch in der Durchführung zeigen sich typische Defizite. Prozessprüfungen entfalten nur dann Wirkung, wenn nicht isolierte Funktionen, sondern komplette Abläufe, Kontrollen und kritische Übergabepunkte betrachtet werden. Gerade an bereichsübergreifenden Schnittstellen sowie bei automatisierten Prozessschritten können Kontrolllücken und unklare Verantwortlichkeiten entstehen. Eine moderne Revision muss deshalb Prozessverständnis und Risikoorientierung verbinden und daraus konkrete Verbesserungen für Prozesse, Kontrollen und Zuständigkeiten ableiten.
Entscheidend ist schließlich, was von einer Prüfung beim Adressaten ankommt. Prüfungsberichte verlieren ihren Nutzen, wenn sie Mängel lediglich beschreiben, Risiken nicht nachvollziehbar einordnen oder keine handlungsleitenden Maßnahmen ableiten. Vorstand, Fachbereiche und andere Adressaten benötigen prägnante Aussagen zur tatsächlichen Risikosituation. Risikoindikatoren, Bewertungsskalen und ein konsequentes Maßnahmenmonitoring können dazu beitragen, aus dem Bericht eine belastbare Entscheidungsgrundlage statt eines reinen Prüfungsnachweises zu machen.
Das zweitägige Online-Seminar „Interne Revision Kompakt – Prüfung mit Weitblick – Beratung mit Wirkung – Revision mit Mehrwert“ am 30. September und 1. Oktober 2026 setzt genau an diesen Herausforderungen an. Teilnehmer lernen, eine dynamische Prüfungsstrategie aufzubauen, eine risikoorientierte Prüfungslandkarte zu entwickeln und daraus Jahresplanung, Prüfungsziele und konkrete Prüfungshandlungen abzuleiten. Ergänzend werden Prozessprüfungen, adressatengerechte Berichterstattung sowie die Anforderungen an Revisionshandbuch und schriftlich fixierte Ordnung praxisnah behandelt.
Ralf Barsch, CIA, Experte für Interne Revision & Führung bei ADVANCED AUDIT SOLUTIONS, zeigt, wie Revisionsstrategie, Audit Universe und Prüfungsplanung konsequent miteinander verzahnt, risikobehaftete Prozesse einschließlich ihrer Kontrollen und Schnittstellen geprüft und Feststellungen in prägnante, entscheidungsorientierte Prüfungsberichte überführt werden.
Damit adressiert das Seminar den gesamten Revisionsprozess von der strategischen Ausrichtung bis zum Follow-up. Teilnehmer erhalten konkrete Ansätze, um Prüfungsressourcen gezielter einzusetzen, neue Risiken schneller in die Planung aufzunehmen, Prozessprüfungen wirksamer auszurichten und zugleich Revisionshandbuch und schriftlich fixierte Ordnung nachvollziehbar und aktuell zu halten.
Die zentrale Botschaft: Eine wirksame Interne Revision entsteht nicht durch mehr Prüfungen, sondern durch die richtigen Prüfungen zur richtigen Zeit. Wer Strategie, Risikoorientierung, Prozessprüfung und Berichterstattung nicht konsequent miteinander verbindet, riskiert blinde Flecken – und schwächt die Steuerungswirkung der Revision genau dann, wenn sich das Risikoumfeld besonders schnell verändert.
Weitere Informationen und Anmeldung unter:
https://www.akademie-heidelberg.de/seminar/interne-revision-kompakt


















