openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Quantenrechnen wird mobil und einsatznah

21.08.202614:48 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Quantencomputer benötigen heute in der Regel hochspezialisierte Laborumgebungen. Das Forschungsprogramm „Mobiler Quantencomputer – Quantenprozessoren für den mobilen Einsatz in Verteidigungs- und Sicherheitsanwendungen (MQC)“ der Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur) untersucht deshalb, wie Quantenrechenleistung künftig kompakter, robuster, energieeffizienter und verlegbar werden kann.

Seit 2024 arbeiten drei Programmpartner parallel an unterschiedlichen technologischen Lösungen: neQxt GmbH mit maQue, Oxford Ionics Limited gemeinsam mit Infineon Technologies AG mit Min-Ion sowie Quantum Brilliance GmbH gemeinsam mit Parity Quantum Computing GmbH mit Diamonds-MQC. Die Cyberagentur finanziert die Forschungsarbeiten mit insgesamt mehr als 44 Millionen Euro.

„Bei MQC betrachten wir nicht allein die Leistungsfähigkeit der Quantenprozessoren (QPU). Entscheidend ist das Gesamtsystem aus QPU, Steuerung und Peripherie. Größe, Gewicht, Energieverbrauch, Robustheit und Verlegbarkeit müssen von Anfang an Teil der Entwicklung sein. Deshalb untersuchen wir bewusst unterschiedliche technologische Wege unter denselben übergeordneten Anforderungen“, sagt Dr. Daniel Gille, komm. Leiter der Abteilung Schlüsseltechnologien.

Drei technologische Wege
maQue von neQxt basiert auf einer Ionenfallen-Technologie. Das Unternehmen verfolgt einen Full-Stack-Ansatz und entwickelt Hardware und Software mit dem Ziel, die erforderlichen Komponenten zu einem kompakten, skalierbaren und robusten System zusammenzuführen.

Auch Min-Ion von Oxford Ionics und Infineon nutzt gefangene Ionen als Qubits. Oxford Ionics bringt eine elektronische Qubit-Steuerung ein, während Infineon insbesondere seine Kompetenz bei skalierbaren Ionenfallen-Chips und Halbleiterfertigung beisteuert. Der Ansatz soll hohe Rechenqualität mit einer kompakten Systemarchitektur verbinden.

Diamonds-MQC von Quantum Brilliance und ParityQC verfolgt dagegen einen Festkörperansatz mit Stickstoff-Fehlstellen (NV-Zentren) in synthetischen Diamanten. Der Verzicht auf umfangreiche kryogene Kühlung bietet insbesondere mit Blick auf Größe, Energiebedarf und Mobilität des Gesamtsystems Vorteile.

Die unterschiedlichen Technologien lassen sich nicht allein anhand einzelner Kennzahlen wie der Anzahl der ansteuerbaren Qubits vergleichen. Relevant sind ebenso Qubit-Qualität, Kontrolle, Systemarchitektur, Energiebedarf, benötigte Peripherie und Robustheit. Genau diesen Vergleich unter gemeinsamen Anforderungen ermöglicht das Forschungsprogramm MQC.

Meilensteintermin in Weiterstadt
Anlass für die aktuelle Zwischenbilanz war ein Meilensteintermin am 21. August 2026 bei neQxt in Weiterstadt. Dort wurde eine erste einsatzbereite Ausbaustufe von maQue präsentiert. Im laufenden Betrieb demonstrierte das Unternehmen unter anderem Gatteroperationen und Ionen-Shuttling.

Der für das Projekt vereinbarte Meilenstein war zum 31. Juli 2026 terminiert. neQxt erklärte dazu: „Der Cyberagentur Meilenstein war zum 31.07.2026 fällig. Wir konnten die gestellten Anforderungen erfolgreich nachweisen und zum Teil übererfüllen.“

Der Termin dokumentierte damit den Entwicklungsstand eines der drei parallel laufenden Vorhaben. Eine vergleichende Bewertung der drei technologischen Ansätze ist zu diesem Zeitpunkt damit nicht verbunden.

Ziel des Gesamtprogramms bleibt, Quantencomputer perspektivisch aus hochspezialisierten Laborumgebungen herauszuführen. Insbesondere für Sicherheits- und Verteidigungsanwendungen könnte es langfristig relevant werden, Quantenrechenleistung auch dort verfügbar zu machen, wo stationäre Rechenzentren oder stabile Datenverbindungen nicht zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen und Anmeldung zum Partnering Event:
https://www.cyberagentur.de/programme/mqc/
https://www.cyberagentur.de/presse/vertraege-mit-technologieunternehmen-zur-entwicklung-mobiler-quantencomputer/

Pressekontakt:

Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH
Große Steinstraße 19
06108 Halle (Saale)
Michael Lindner
Pressesprecher
Tel.: +49 151 44150 645
E-Mail: E-Mail

Hintergrund: Cyberagentur

Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur) wurde im Jahr 2020 als vollständige Inhouse-Gesellschaft des Bundes unter der gemeinsamen Federführung des Bundesministeriums der Verteidigung und des Bundesministeriums des Inneren durch die Bundesregierung mit dem Ziel gegründet, einen im Bereich der Cybersicherheit anwendungsstrategiebezogenen und ressortübergreifenden Blick auf die Innere und Äußere Sicherheit einzunehmen. Vor diesem Hintergrund bezweckt die Arbeit der Cyberagentur maßgeblich eine institutionalisierte Durchführung von hochinnovativen Vorhaben, die mit einem hohen Risiko bezüglich der Zielerreichung behaftet sind, gleichzeitig aber ein sehr hohes Disruptionspotenzial bei Erfolg innehaben können.

Die Cyberagentur ist Bestandteil der Nationalen Sicherheitsstrategie der Bundesrepublik Deutschland.

Der Cyberagentur stehen als Geschäftsführung Prof. Dr. Christian Hummert als Forschungsdirektor und Bettina Bubnys als kaufmännische Geschäftsführung vor.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Michael Berger, Programmleiter im Forschungsprogramm

Originalpublikation:
https://www.cyberagentur.de/presse/quantenrechnen-wird-mobil-und-einsatznah/

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1321280
 71

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Quantenrechnen wird mobil und einsatznah“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von idw - Informationsdienst Wissenschaft

Bild: Games und Empathie: IU Internationale Hochschule erstmals mit eigenem Stand auf der gamescom 2026
Games und Empathie: IU Internationale Hochschule erstmals mit eigenem Stand auf der gamescom 2026
Die IU Internationale Hochschule ist 2026 erstmals mit einem eigenen Hochschulstand auf der gamescom vertreten. Unter dem Motto „Games und Empathie“ lädt der Studiengang Game Design vom 26. bis 30. August in Halle 10.1, Stand F013 dazu ein, Games nicht nur zu sehen, sondern selbst zu spielen, auszuprobieren und mit Studierenden, Lehrenden und Forschenden ins Gespräch zu kommen. Im Mittelpunkt stehen Projekte, die unmittelbar aus Studium, Lehre und Forschung an der IU entstanden sind. Besuchende können analoge und digitale Spiele von Studiere…
Bild: Welche Wildbiene ist das? Identifikations-App mit neuen FunktionenBild: Welche Wildbiene ist das? Identifikations-App mit neuen Funktionen
Welche Wildbiene ist das? Identifikations-App mit neuen Funktionen
Rund 600 Wildbienenarten gibt es in Deutschland. Nun können 300 davon mittels der Bestimmungs-App „Wildbienen Id BienABest“ identifiziert werden. Außerdem bietet die Smartphone-Anwendung, die mithilfe der Universität Ulm entwickelt worden ist, weitere Funktionen wie Bestimmungsmerkmale zur Lebendbestimmung und natürlich hochauflösende Fotos. Und eine Web-basierte Version existiert ebenfalls seit Kurzem. „Wildbienen Id BienABest“ entstand bereits 2021 innerhalb des Verbundprojekts „BienABest“ des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI e.V.) und de…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Zwei ERC Starting Grants für IST Austria ProfessorenBild: Zwei ERC Starting Grants für IST Austria Professoren
Zwei ERC Starting Grants für IST Austria Professoren
… von Markus Meister. Maximilian Jösch kam Anfang 2017 als Assistant Professor an das IST Austria. Johannes Fink – Eine Brücke zwischen Quantennetzwerken und Quantenrechnen Supraleitende Quantenprozessoren sollen bald dabei helfen, komplexe Fragen schneller zu lösen. Ein logischer nächster Schritt in der Quantenrechnung ist, diese Prozessoren in einem …
Bild: Neuer Baustein für das Quanteninternet
Neuer Baustein für das Quanteninternet
… sich ein Quantencomputer und ein Quantenspeicher zuverlässig koppeln lassen. Damit schaffen wir auch die Grundlage, um in Zukunft Quantencomputer zu verknüpfen, verteiltes Quantenrechnen zu realisieren und ein Quanteninternet aufzubauen.“Wie die Kopplung funktioniertUm die beiden Quantensysteme zu verbinden, müssen sie Informationen in Form von Qubits …
Bild: ERC Consolidator Grant für Quantenphysiker der Freien Universität Berlin
ERC Consolidator Grant für Quantenphysiker der Freien Universität Berlin
… stark verschränkte Phasen der Materie theoretisch zu beschreiben. Das Forschungsteam um Philippe Faist hofft, mit den neuen Erkenntnissen künftig neue Architekturen für verlässliches Quantenrechnen entwickeln zu können und real nutzbare Quantencomputer schneller Realität werden zu lassen. Über Philippe FaistDr. Philippe Faist studierte Physik an der ETH …
Bild: Quantenrechnen ermöglicht schnelle Datenbanksuche
Quantenrechnen ermöglicht schnelle Datenbanksuche
Fotosammlungen oder Soziale Netzwerke sind Datensammlungen, in denen die Daten meistens nicht sortiert vorliegen. Die Suche nach einzelnen Elementen, also nach der Nadel im Daten-Heuhaufen, ist bei sehr großen Datenmengen für klassische Computer extrem aufwändig. Wissenschaftler am Karlsruher Institut für Technologie haben nun den Grover-Algorithmus – ein Verfahren zum schnellen Finden eines Suchelements in unsortierten Datenbanken – quantenmechanisch implementiert und erfolgreich ausgeführt. Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten sie nun…
Sie lesen gerade: Quantenrechnen wird mobil und einsatznah