(openPR) Frankfurt am Main/Hamburg, 21.07.2026
Der Bundesverband der Wildtierhilfen (BVW) wird in Zusammenarbeit mit der cimt AG (Hamburg) ein auf Künstlicher Intelligenz basierendes Monitoring-Verfahren zur Erkennung von Einzeltieren in Betrieb nehmen. Ein Meilenstein für ein modernes Tiermanagement und für die Wissenschaft.
Eine neue Form des „WildMonitoring AI” wird ab August in Kassel eingesetzt. Aufbauend auf das im Jahr 2025 begonnene Sterilisationsprojekt für Waschbären werden in dem Projektgebiet Kameras installiert und über eine KI-Software miteinander vernetzt. Das Ziel besteht darin, nicht nur die Waschbären an sich, sondern auch das jeweilige Einzeltier individuell zu erkennen, um ihr Revierverhalten und die Anzahl der Tiere zu bestimmen. Da die kleinen Kameras über LTE in ein Netzwerk eingebunden sind, ist eine tagesaktuelle Auswertung der identifizierten Tiere möglich.
Vera Heck, Geschäftsführung BVW: „Für das Sterilisationsprojekt in Kassel, aber auch für andere Projekte, bedeutet der Einsatz von KI einen enormen Fortschritt. Dank der KI-Unterstützung können wir die Tiere sehr exakt unterscheiden und damit den Revierbestand sowie die Ein- bzw. Durchwanderung verfolgen. So erhalten wir mit der Zeit einen sehr genauen Überblick darüber, wie viele Waschbären sich tatsächlich im Projektgebiet befinden, wie sie sich bewegen und können die Populationsentwicklung in den nächsten Jahren nachvollziehen.“
Dr. Harald Schallner, Projektleiter, cimt ai solutions AG: Es freut mich sehr, dass wir mit unseren KI-Methoden zur visuellen Identifizierung von Materialien in Produktionsunternehmen nun auch zur individuellen Identifizierung von Waschbären einen Beitrag leisten können. Dafür werden wir in enger Kooperation mit dem BVW eine KI-Systemlösung implementieren und betreiben.“
Bisher konnte lediglich die Tiergattung, beispielsweise Fuchs, Waschbär oder Reh, erkannt werden. Die neue KI-Technologie bietet dem BVW und der Wissenschaft jetzt zahlreiche neue Möglichkeiten, um grundlegende Erkenntnisse über das Verhalten und die Population von Wildtieren zu gewinnen. So ist es beispielsweise möglich, einzelne Eichhörnchen oder Füchse während bzw. nach der Auswilderung zu beobachten, um genauere Erkenntnisse über ihr Verhalten, ihre Abwanderung und ihre Mortalität zu erlangen. Die Ergebnisse können gegebenenfalls in die Pflege und den Auswilderungsprozess übernommen werden.
Perspektivische Nutzung
Durch eine mögliche Vernetzung und Erfassung in eine Datenbank könnten fast alle Tiere auch überregional identifiziert werden. So könnten Wanderungen und Neuansiedlungen präzise und kostengünstig verfolgt werden. Für die meisten Studien müssten Tiere nicht mehr markiert oder mit Sendern ausgestattet werden, um ihr Verhalten zu erforschen. Ebenso wäre das Auffinden von Wild- und Haustieren möglich.
Das System ist flexibel konzipiert und kann daher auch auf andere Projekte und Interessengruppen adaptiert werden. Interessierte können sich für weitere Auskünfte und Anwendungen an die cimt AG oder den BVW wenden.
Wer ist beim Start dabei? Kassler Bürger mit Gärten gesucht.
Um das innovative KI-System erstmals zu implementieren und in Betrieb zu nehmen, ist die Mithilfe von Kasseler Bürgern erforderlich. Zum Start werden Hauseigentümer mit Garten im Ortsteil Bettenhausen gesucht, die sich an dem Projekt beteiligen möchten. Sie müssten die Genehmigung erteilen, dass temporär kleine Kameras in ihrem Garten aufgestellt werden. Die Kameras sind nachts in Betrieb und nehmen ausschließlich Tiere auf. Um Betrieb und Handling kümmert sich das Projektteam. Einfach beim BVW per eMail oder Telefon melden. Los geht es bereits Mitte August 2026.


















