(openPR) Dr. Michael Werner erklärt, warum viele Menschen trotz Freizeit nicht wirklich abschalten
Endlich ist der Urlaub da. Doch statt sich zu erholen, beantworten viele weiterhin E-Mails, lesen Nachrichten oder scrollen durch soziale Medien.
Der Körper liegt am Strand, aber der Kopf bleibt im Arbeitsmodus.
„Viele Menschen wechseln zwar den Ort, aber nicht ihren inneren Zustand“, erklärt der Stress- und Hypnoseexperte Dr. Michael Werner. „Sie sitzen im Liegestuhl und sind gedanklich trotzdem ständig auf Empfang.“
Digitale Benachrichtigungen und die dauernde Erwartung neuer Nachrichten beanspruchen unsere Aufmerksamkeit. Belastend ist dabei nicht nur die tatsächliche Nutzung des Smartphones. Auch nur das Gefühl, dass etwas kommen könnte, kann verhindern, dass wir innerlich zur Ruhe kommen.
Echte Erholung braucht Abstand
Untersuchungen zur Urlaubserholung zeigen, dass vor allem die sogenannte psychologische Distanzierung wichtig ist. Gemeint ist die Fähigkeit, sich in der Freizeit auch gedanklich von Arbeit, Problemen und Verpflichtungen zu lösen.
„Urlaub beginnt nicht erst mit dem Check-in im Hotel“, sagt Werner. „Er beginnt in dem Moment, in dem unser Gehirn nicht mehr versucht, jedes Problem weiter zu bearbeiten.“
Viele Menschen erleben Ruhe zunächst als unangenehm. Sobald keine Aufgabe wartet, entsteht innere Unruhe. Das Smartphone liefert dann sofort neue Reize und Ablenkung.
Dadurch kann es immer schwieriger werden, einfach einige Minuten nichts tun zu müssen.
Selbsthypnose als mentale Pause
Dr. Michael Werner empfiehlt, im Urlaub bewusst Zeiten ohne Smartphone, E-Mails und soziale Medien einzuplanen.
Eine Möglichkeit dafür ist Selbsthypnose.
Dabei wird die Aufmerksamkeit gezielt nach innen gelenkt. Äußere Reize treten für einige Minuten in den Hintergrund. Ruhige Atmung, körperliche Entspannung, innere Bilder und hilfreiche Suggestionen können diesen Prozess unterstützen.
„Selbsthypnose ist kein Schlaf und keine Bewusstlosigkeit“, erklärt Werner. „Sie ist eine Form konzentrierter innerer Aufmerksamkeit. Der Mensch bleibt dabei ansprechbar und behält die Kontrolle.“
Forschungsarbeiten weisen darauf hin, dass Hypnose und Selbsthypnose als ergänzende Methoden bei Stress, Anspannung und bestimmten psychischen und körperlichen Beschwerden hilfreich sein können. Sie sind jedoch kein Wundermittel und ersetzen keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.
Zehn Minuten können ein Anfang sein
Für den Einstieg empfiehlt Werner eine einfache Routine:
Das Smartphone wird lautlos gestellt und außer Reichweite gelegt. Anschließend konzentriert man sich für einige Minuten auf die eigene Atmung, den Körper oder eine angenehme Vorstellung.
Wichtig ist, daraus keine neue Leistungsaufgabe zu machen.
„Viele Menschen fragen sich bereits nach zwei Minuten, ob sie schon entspannt genug sind“, sagt Werner. „Dabei beginnt Erholung oft genau dort, wo wir nichts leisten müssen.“
Es geht nicht darum, Technik vollständig zu vermeiden. Entscheidend ist, wieder selbst zu bestimmen, wann man erreichbar sein möchte.
„Das Smartphone ist nicht das Problem“, betont Werner. „Problematisch wird es erst, wenn es ständig über unsere Aufmerksamkeit entscheidet.“
Wer lernt, für einige Minuten bewusst offline zu gehen, kann leichter inneren Abstand gewinnen. Das kann helfen, nach dem Urlaub ruhiger, klarer und erholter in den Alltag zurückzukehren.


















