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KI braucht Kontrolle: Max Maurischat über Datenqualität und Verantwortung

Geschäftsführer der SCOREDEX GmbH (© Scoredex GmbH)
Geschäftsführer der SCOREDEX GmbH (© Scoredex GmbH)

(openPR) Künstliche Intelligenz verändert Unternehmen, Finanzmärkte und Entscheidungsprozesse rasant. SCOREDEX-Geschäftsführer Max Maurischat warnt vor blindem Vertrauen in KI-Systeme und betont die Bedeutung von Datenqualität, Kontrolle und menschlicher Verantwortung.

Berlin, im Juni 2026 – Künstliche Intelligenz ist längst im unternehmerischen Alltag angekommen. Unternehmen automatisieren Prozesse, Investoren nutzen KI-gestützte Analysen und Verbraucher verlassen sich zunehmend auf Chatbots, digitale Assistenten und algorithmische Empfehlungen. Gleichzeitig wächst die Frage, wie zuverlässig KI-Systeme tatsächlich sind – insbesondere dann, wenn sie für wirtschaftliche, strategische oder finanzielle Entscheidungen eingesetzt werden.

Max Maurischat, Geschäftsführer der SCOREDEX GmbH, sieht in der aktuellen Entwicklung große Chancen, aber auch klare Risiken. Aus seiner Sicht entscheidet nicht allein die Leistungsfähigkeit eines Algorithmus über die Qualität eines Ergebnisses, sondern vor allem die Qualität der zugrunde liegenden Daten.

„KI kennt keine Wahrheit, sondern verarbeitet Wahrscheinlichkeiten“

„Die eigentliche Frage ist nicht, ob KI zuverlässig ist. Die wichtigere Frage lautet: Wie zuverlässig sind die Daten, die hineinfließen?“, erklärt Max Maurischat. Viele Menschen betrachteten KI-Systeme inzwischen fast wie neutrale Instanzen. Genau darin liege eine Gefahr.

KI könne Informationen verarbeiten, Muster erkennen und Wahrscheinlichkeiten berechnen. Sie verfüge jedoch weder über eigenes Verantwortungsbewusstsein noch über ein echtes Verständnis von Wahrheit, Kontext oder Realität. Deshalb sei ein bewusster und kontrollierter Umgang mit künstlicher Intelligenz unverzichtbar.

Datenqualität wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor

Nach Einschätzung von Maurischat liegt eines der größten Risiken in schlechten, veralteten oder unvollständigen Daten. Fehlerhafte Eingangsdaten könnten auch leistungsfähige Systeme zu falschen Ergebnissen führen – nur schneller, automatisierter und in größerem Umfang.

„Schlechte Daten erzeugen schlechte Ergebnisse – nur schneller und oft in größerem Maßstab“, so Maurischat. Besonders kritisch sei dies in Bereichen wie Unternehmensbewertung, Risikoanalyse, Finanzentscheidungen oder strategischer Planung. Dort könnten falsche Einschätzungen erhebliche wirtschaftliche Folgen haben.

Ein weiteres Problem sieht Maurischat in der mangelnden Transparenz vieler KI-Systeme. Unternehmen implementierten KI-Lösungen häufig, ohne genau nachvollziehen zu können, wie bestimmte Ergebnisse zustande kommen. Dadurch entstünden neue Risiken für Management, Compliance und Unternehmenssteuerung.

KI als Werkzeug, nicht als Autorität

Die SCOREDEX GmbH beschäftigt sich mit Unternehmensbewertungen, Transparenzanalysen und datenbasierten Risikomodellen. Auch dort kommen algorithmische Verfahren zum Einsatz. Entscheidend sei jedoch die Kombination aus Technologie, Quellenprüfung und menschlicher Bewertung.

„Wir betrachten KI nicht als Ersatz für Menschen, sondern als Verstärker menschlicher Fähigkeiten“, erklärt Maurischat. Gerade bei wichtigen wirtschaftlichen Entscheidungen müssten automatisierte Verfahren durch Plausibilitätsprüfungen, Quellenkontrollen und fachliche Einordnung ergänzt werden.

Sein Grundsatz lautet: Je wichtiger die Entscheidung, desto größer sollte der menschliche Anteil bleiben.

Vier Empfehlungen für Unternehmer beim Einsatz von KI

Maurischat empfiehlt Unternehmern, KI-Ergebnisse niemals ungeprüft als Entscheidungsgrundlage zu verwenden. Besonders bei Investitionen, Bewertungen oder strategischen Fragen sollte künstliche Intelligenz nicht die einzige Informationsquelle sein.

Aus seiner Sicht sollten Unternehmen vor allem vier Punkte beachten:

  1. Ergebnisse mit mehreren Quellen vergleichen
  2. Originaldaten prüfen
  3. Aktualität der Informationen hinterfragen
  4. aktiv nach Gegenargumenten suchen

Viele Anwender nutzten KI derzeit vor allem zur Bestätigung bestehender Annahmen. Sinnvoller sei es, KI gezielt einzusetzen, um Denkfehler sichtbar zu machen und Entscheidungen kritisch zu hinterfragen.

Erst das Problem definieren, dann die Technologie auswählen

Einen häufigen Fehler beobachtet Maurischat bei Unternehmen, die KI aus Angst vor dem Anschlussverlust einführen. Oft würden zuerst Tools gekauft und erst danach werde überlegt, welches konkrete Problem damit gelöst werden soll.

„Erst die Aufgabe definieren, dann die Technologie auswählen“, lautet sein Rat. Unternehmen sollten vor dem Einsatz von KI drei zentrale Fragen beantworten: Welches Problem soll gelöst werden? Welche Datenbasis steht zur Verfügung? Und wer überprüft die Ergebnisse?

Gerade Gründer und mittelständische Unternehmen sollten mit klar abgegrenzten Pilotprojekten starten, statt sofort auf Vollautomatisierung zu setzen. Messbare Ergebnisse, interne Schulungen und nachvollziehbare Entscheidungswege seien entscheidend für einen verantwortungsvollen KI-Einsatz.

Transparenz als Wettbewerbsvorteil

Maurischat sieht die Geschwindigkeit der aktuellen KI-Integration kritisch. Viele Unternehmen führten KI schneller ein, als sie Governance-Strukturen, Qualitätskontrollen oder Verantwortlichkeiten aufbauen könnten.

Dabei werde künftig nicht entscheidend sein, welches Unternehmen die stärkste KI besitzt. Wichtiger werde, wer über die zuverlässigsten Daten, die beste Kontrolle und die höchste Transparenz verfügt.

Auf einen Blick

  • KI kann Unternehmensentscheidungen beschleunigen und verbessern.
  • Die Zuverlässigkeit hängt wesentlich von der Qualität der Daten ab.
  • Schlechte oder veraltete Daten führen zu fehlerhaften Ergebnissen.
  • KI sollte wichtige Entscheidungen unterstützen, aber nicht allein treffen.
  • Menschliche Kontrolle, Transparenz und Verantwortung bleiben unverzichtbar.

Fazit: KI braucht Verantwortung

Die Diskussion über künstliche Intelligenz dreht sich längst nicht mehr nur um Technologie. Entscheidend werden Datenqualität, Kontrolle, Transparenz und Verantwortlichkeit. KI kann Entscheidungen verbessern, Prozesse effizienter machen und Analysen beschleunigen. Die Verantwortung für den Einsatz und die Folgen bleibt jedoch beim Menschen.

Max Maurischat fasst es so zusammen: „KI kann Entscheidungen verbessern. Verantwortung übernehmen muss weiterhin der Mensch.“

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