openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Energie für den Orbit

29.06.202612:57 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Satelliten sind auf zuverlässige Energiespeicher angewiesen: Wenn sie auf ihrer Umlaufbahn durch den Erdschatten fliegen, können ihre Solarzellen keine Energie erzeugen. Batterien überbrücken diese Phasen und unterstützen den Betrieb auch dann, wenn an Bord kurzfristig mehr Leistung benötigt wird, als die Solarzellen liefern können. Im Forschungsprojekt „SpaceBox“ entwickelt ein Berliner Konsortium aus Wissenschaft und Industrie nun eine neue Generation von Raumfahrtbatterien. Ziel ist ein integriertes Batteriesystem, das deutlich leichter und leistungsfähiger ist als heutige Lösungen und gleichzeitig den hohen Anforderungen des Weltraums standhält.

Mehr Energie bei weniger Gewicht
Im Mittelpunkt von „SpaceBox“ steht ein vollständig integriertes Batteriemodul auf Basis innovativer Lithium-Schwefel-Technologie. Diese Batterien können bei gleichem Gewicht deutlich mehr Energie speichern als heute übliche Lithium-Ionen-Batterien. Für Satelliten ist das ein entscheidender Vorteil: Jedes eingesparte Kilogramm senkt die Kosten für den Transport ins All und schafft Spielraum für zusätzliche Nutzlast, längere Missionsdauern oder kleinere und kostengünstigere Satellitenplattformen. Die im Projekt eingesetzte und weiterzuentwickelnde Lithium-Schwefel-Technologie soll Energiedichten von mehr als 300 Wattstunden pro Kilogramm (Wh/kg) erreichen. Im Vergleich: Für die sonst meist eingesetzten Lithium-Ionen Batterien sind 150 Wh/kg typisch.

Tests unter Weltraumbedingungen
Am Ende des Projekts soll ein qualifizierter Demonstrator zeigen, dass sich die Technologie für künftige Raumfahrtmissionen eignet. Dafür testet das Fachgebiet Raumfahrttechnik der TU Berlin Batteriezellen, Elektronik, Batteriemanagementsystem und das vollständig integrierte Modul unter realistischen Weltraumbedingungen.

Im Fokus stehen Anwendungen im erdnahen Orbit, dem sogenannten Low Earth Orbit (LEO), in dem sich die meisten Satelliten bewegen, sowie Einsatzmöglichkeiten jenseits davon. Mit zunehmender Entfernung von der Erde nimmt die Schutzwirkung des Magnetfelds ab, wodurch die Strahlenbelastung deutlich steigt. Dies kann zu Leistungsabnahme, Fehlern oder Ausfällen elektronischer Systeme führen.

Zur Weltraumqualifikation gehören unter anderem Thermal-Vakuum-, Schock- und Vibrationstests, Lade-Entlade-Zyklen sowie Testreihen zur Widerstandsfähigkeit gegen Weltraumstrahlung. Sie sollen die Leistungsfähigkeit des Systems unter realistischen Missionsbedingungen nachweisen und zugleich seine Einsatzgrenzen bestimmen.

TU Berlin übernimmt Systemintegration
Das Fachgebiet Raumfahrttechnik der TU Berlin übernimmt als Systemintegrator eine zentrale Rolle im Konsortium. Es definiert die Anforderungen an das Batteriemodul, entwickelt das Batteriemanagementsystem, koordiniert die Qualifikationstests und verantwortet die Integration des Gesamtsystems.

„Mit SpaceBox verbinden wir unsere langjährige Erfahrung in der Entwicklung von Satellitensystemen mit einer vielversprechenden Batterietechnologie“, sagt Philipp Werner, Systemingenieur am Fachgebiet Raumfahrttechnik der TU Berlin. „Ziel ist es, ein vollständig integriertes und für die Raumfahrt qualifiziertes Energiespeichersystem zu entwickeln, das zukünftige Satellitenmissionen leistungsfähiger und effizienter macht.“

Sicherheit und Überwachung im Orbit
Ein besonderer Schwerpunkt der TU Berlin liegt auf dem Batteriemanagementsystem. Es sorgt dafür, dass die Batterie im Weltraum sicher und zuverlässig arbeitet. Dazu überwacht es laufend wichtige Werte wie Spannung, Strom, Temperatur und Ladezustand der einzelnen Batteriezellen. So kann das System frühzeitig erkennen, wenn etwas nicht wie vorgesehen funktioniert, und entsprechende Schutzmaßnahmen einleiten. Außerdem gleicht das Batteriemanagementsystem die einzelnen Zellen aus, damit sie möglichst gleichmäßig belastet werden. Das trägt dazu bei, die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer der Batterie zu erhalten – auch unter den besonderen Bedingungen im Weltraum. Die Entwicklung baut auf Erfahrungen aus Eigenentwicklungen des Fachgebiets Raumfahrttechnik für die erfolgreichen Satellitenmissionen TechnoSat und TUBIN auf. Dafür steht bereits ein breiter Katalog qualifizierter Hardware und modularer Software zur Verfügung, der im Projekt weiterentwickelt wird.

Gute Zusammenarbeit
„Gerade bei Batteriezellen für Raumfahrtanwendungen müssen wir häufig auf internationale Partner zurückgreifen“, sagt Philipp Werner. „Ein kompetenter nationaler Partner, der in Zukunft sogar unsere weltraumqualifizierten Zellen anbieten kann, ist allein schon ein großer Gewinn für deutsche Raumfahrtprojekte.“ Partner des Projekts sind das Fachgebiet Raumfahrttechnik der Technischen Universität Berlin, die Berliner Batterie-Zellen-Entwickler der theion GmbH, die die neuartige Batteriezellen entwickelt und die Space Structures GmbH, die ein leichtes und robustes Gehäuse entwickelt. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt über die Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt mit rund 3 Millionen Euro gefördert und läuft über 30 Monate.

Langjährige Erfahrung mit Kleinsatelliten und wissenschaftlicher Nachwuchs
Das Fachgebiet Raumfahrttechnik der TU Berlin verfügt über langjährige Erfahrung in der Entwicklung, Fertigung, Verifikation und dem Betrieb von Kleinsatelliten. Seit 1991 wurden unter Beteiligung der TU Berlin 31 Kleinsatelliten erfolgreich gestartet und betrieben. Die aktuellen Forschungsaktivitäten reichen von CubeSat- und Mikrosatellitenplattformen bis hin zu Missionen zum Mond und zur Venus. Im Fokus stehen dabei unter anderem robuste Raumfahrtelektronik, Systemintegration und Fragen der Strahlungshärtung.

Neben den technologischen Zielen leistet „SpaceBox“ auch einen Beitrag zur Ausbildung wissenschaftlicher Fachkräfte. Promovierende und Student*innen werden aktiv in die Forschungsarbeiten eingebunden. Geplant sind unter anderem drei Stellen für studentische Hilfskräfte. Sie erwerben im Projekt Kompetenzen in den Bereichen elektrochemische Speichertechnologien, Batteriemanagement, Raumfahrtsysteme und Systemintegration.

Weitere Informationen erteilen Ihnen gern:
Philipp Werner und Julian Bartholomäus
Fachgebiet Raumfahrttechnik
Fakultät V – Verkehrs- und Maschinensysteme
Technische Universität Berlin
Tel.: +49 30 314-21304
E-Mail:
Julian Bartholomäus
Tel.: +49 30 314-24397
E-Mail:

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1316383
 74

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Energie für den Orbit“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von idw - Informationsdienst Wissenschaft

Bild: Neues KI-Verfahren in der Physik: Valide Ergebnisse trotz unvollständigen Messdaten
Neues KI-Verfahren in der Physik: Valide Ergebnisse trotz unvollständigen Messdaten
Mit einer erfolgreichen Promotion an der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat Dr. Alexander Kabardiadi-Virkovski einen neuartigen Ansatz entwickelt, der physikalisches Wissen gezielt mit Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) verbindet. Die Forschungsarbeiten entstanden in der Arbeitsgruppe Optische Technologien der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) und am Fraunhofer-Anwendungszentrum für Optische Messtechnik und Oberflächentechnologien AZOM. Ziel der Forschung ist es, KI auch dort zuverlässig einzusetzen, wo Messdaten unvollstä…
Bildungsübergänge verfestigen soziale Ungleichheit
Bildungsübergänge verfestigen soziale Ungleichheit
Bildungschancen bleiben in Deutschland weiterhin ungleich verteilt. Gerade an den zahlreichen Übergängen im Bildungssystem zeigt sich, wie eng Bildungserfolg noch immer mit der sozialen Herkunft verknüpft ist. Statt Benachteiligungen auszugleichen, tragen diese entscheidenden Weichenstellungen oft dazu bei, Ungleichheiten zu verstärken. Besondere Risiken bestehen für junge Menschen mit Behinderungen sowie sozioökonomisch benachteiligte Kinder und Jugendliche. Dazu gehören Kinder aus Familien mit niedriger formaler Bildung, aus armutsgefährdet…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: ATLAS ORBIT Synthese - Karussell mit automatischer Reagenziendosierung
ATLAS ORBIT Synthese - Karussell mit automatischer Reagenziendosierung
… mit automatischer Reagenziendosierung. Die ATLAS Produktreihe bietet eine Vielzahl modular aufgebauter Systemkonfigurationen für Synthese und Probenaufbereitung. So steht mit dem ATLAS Orbit System ein leistungsfähiges und preiswertes Gerät zur Parallelsynthese kleiner Ansätze im unteren Milliliter-Bereich zur Verfügung. Mit ORBIT können 6 bis 12 kleine …
Methanisierung durch Archaeen: OTH Regensburg koordiniert Verbundprojekt zur Energieversorgung
Methanisierung durch Archaeen: OTH Regensburg koordiniert Verbundprojekt zur Energieversorgung
… Verbund-Forschungsprojekt „ORBIT“ arbeiten acht Partner an der Optimierung von Power-to-Gas-Anlagen mit dem Ziel, dieses Problem zu lösen. Koordiniert wird das Projekt von der Forschungsstelle Energienetze und Energiespeicher (FENES) an der OTH Regensburg unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Michael Sterner. Im Mittelpunkt des vom Bundesministerium für Wirtschaft und …
Bild: Crossmedia an der Orbit 2009Bild: Crossmedia an der Orbit 2009
Crossmedia an der Orbit 2009
Adobe, Canon, Dr. W.A. Günther Media Rent und Vogel Business Media an gemeinsamem Stand mit Orbit-TV präsent Die Orbit 2009 wartet mit einer Sensation auf. Erstmals präsentieren Adobe, Canon, Dr. W.A. Günther Media Rent AG und Vogel Business Media an einem gemeinsamen Stand ihre Kompetenzen in den Bereichen Technologie, Beratung und Services. Besucher …
Bild: Lautstark unterwegs - Der neue Orbit von Altec Lansing ist daBild: Lautstark unterwegs - Der neue Orbit von Altec Lansing ist da
Lautstark unterwegs - Der neue Orbit von Altec Lansing ist da
… perfekte Mini-Lautsprecher für iPod und MP3-Player ab sofort im Handel Hürth, 29. Oktober 2008 – Handlich, robust und lautstark: Das ultrakleine Audiosystem für unterwegs, der neue Orbit iMT237 von Altec Lansing, ist jetzt in Europa erhältlich. Der leichte Minilautsprecher für iPod und MP3-Player kommt in einem neuen robusten Design und mit erweiterter …
Bild: Erfolgreich durch ganzheitliches Supply-Chain-Management - Orbit Logistics mit vollen Auftragsbüchern
Erfolgreich durch ganzheitliches Supply-Chain-Management - Orbit Logistics mit vollen Auftragsbüchern
… eine Lieferkette um bis zu 75 Prozent profitabler. Hohe Einsparpotenziale ergeben sich vor allem in Logistik, Transport, Lagerhaltung, bei Rohstoffen und Energie. „Nur diejenigen Unternehmen haben Zukunftschancen, die in Krisenzeiten längerfristig wirkende Innovationen, wie z.B. das elektronische Prozessdatenmanagement, vorantreiben“, so Orbit Logistics …
Sicherheit für sensible Daten - Utimaco zeigt Wege zum Rund-um-Schutz
Sicherheit für sensible Daten - Utimaco zeigt Wege zum Rund-um-Schutz
Utimaco Safeware (Schweiz) AG auf der Orbit 2009, Halle 6, C20 Oberursel, 26. März 2009 - Im IT-Security-Bereich der Orbit, der größten ITK-Fachmesse in der Schweiz, präsentiert der Datensicherheitsexperte Utimaco seine Messeneuheiten in Sachen sicherer Authentisierung und Verschlüsselung. Der Countdown läuft: Mitte Mai öffnet im Messezentrum Zürich …
Bild: Fernüberwachung von Abwassersystemen: Orbit Control reduziert Instandhaltungskosten und AusfälleBild: Fernüberwachung von Abwassersystemen: Orbit Control reduziert Instandhaltungskosten und Ausfälle
Fernüberwachung von Abwassersystemen: Orbit Control reduziert Instandhaltungskosten und Ausfälle
Vorausschauende Instandhaltung ist zu einem wesentlichen Wettbewerbsfaktor geworden. Online-Condition-Monitoring-Systeme wie Orbit Control bieten enormes Potenzial für Kosteneinsparungen. Das Zustandsüberwachungssystem der Orbit Logistics Europe GmbH, Leverkusen, verbindet Analyse, Diagnose und das Erkennen von Trends als Basis für eine zustandsabhängige …
Bild: Supply-Chain-Automatisierung in Asien - Orbit Logistics erschließt neue Märkte mit starkem Partner
Supply-Chain-Automatisierung in Asien - Orbit Logistics erschließt neue Märkte mit starkem Partner
In Südostasien und China kommt zukünftig die e-SCM-Lösung (elektronisches Supply- Chain-Management) von Orbit Logistics zum Einsatz. Zu diesem Zweck hat das Leverkusener Unternehmen jetzt eine Rahmenvereinbarung mit Bayer Technology and Engineering (Shanghai) Company Limited (BTES), einer hundertprozentigen Tochter der Bayer Technology Services GmbH, …
Bild: Orbit Logistics mit internationaler Ausrichtung - Dr.-Ing. Silvio Stephan neuer VorstandsvorsitenderBild: Orbit Logistics mit internationaler Ausrichtung - Dr.-Ing. Silvio Stephan neuer Vorstandsvorsitender
Orbit Logistics mit internationaler Ausrichtung - Dr.-Ing. Silvio Stephan neuer Vorstandsvorsitender
Dr.-Ing. Silvio Stephan (46) ist neuer Vorstandsvorsitzender und Präsident des Verwaltungsrates der Orbit Logistics AG. Er ist in erster Linie für den Ausbau des internationalen Geschäftes verantwortlich. „Die klare Strukturierung und die Ausrichtung auf internationale Märkte bilden die Basis für weiteres schnelles Wachstum“, so Stephan. Unter dem Dach …
Quest Software verleiht „Quest Partner Award“ an ORBIT Software
Quest Software verleiht „Quest Partner Award“ an ORBIT Software
Einzigartige Auszeichnung für besondere Partnerschaft. Köln, 27. Januar 2009 – Quest Software verleiht seinem langjährigen Partner Orbit Software GmbH den „Quest Partner Award für Deutschland, Österreich, Schweiz“. Die Partnerschaft begann bereits 1990, als Quest Software noch keine Niederlassung in Deutschland hatte. Orbit übernahm damals für eine spezielle …
Sie lesen gerade: Energie für den Orbit