(openPR) Dresden, 24. Juni 2026. Inkontinenz ist kein Randthema. Nach Angaben der Deutschen Kontinenz Gesellschaft leben in Deutschland rund zehn Millionen Menschen mit unterschiedlich starken Formen der Inkontinenz. Erhebungen zur Harninkontinenz zeigen zudem: Durchschnittlich etwa 13 von 100 Erwachsenen sind betroffen. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit deutlich.
Trotz dieser Zahlen ist Inkontinenz für viele Menschen weiterhin mit großer Scham verbunden. Betroffene sprechen oft nicht über ihre Beschwerden, ziehen sich zurück oder versuchen, die Situation im Alltag zu verbergen. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, Unterstützung zu erhalten, Beschwerden zu lindern und den Alltag sicherer zu gestalten.
„Wichtig ist, dass wir Inkontinenz nicht als persönliches Versagen betrachten“, sagt Gregor Wittenburg, Bereichsleiter Ambulante Dienste der Volkssolidarität Dresden. „Für Betroffene ist die Situation oft mit großer Scham verbunden. Deshalb braucht es ein Umfeld, das nicht beschämt, sondern unterstützt. Wer ruhig, sachlich und würdevoll mit dem Thema umgeht, nimmt Betroffenen Druck und ermöglicht Hilfe.“
Aus pflegerischer Sicht kommt es vor allem auf einen individuellen Blick an. Inkontinenz kann viele Ursachen haben – etwa altersbedingte Veränderungen, Erkrankungen, Operationen, eine eingeschränkte Mobilität oder neurologische Ursachen. Sie sollte deshalb nicht vorschnell als unvermeidliche Alterserscheinung abgetan werden. Ärztliche Abklärung, geeignete Inkontinenzmaterialien, Hautschutz, regelmäßige Toilettenroutinen, Bewegung und gegebenenfalls Beckenbodentraining können helfen.
Auch Angehörige können im Alltag viel tun: ruhig und respektvoll ansprechen, feste Toilettenzeiten unterstützen, Wege zur Toilette sicher gestalten, nachts für Orientierung sorgen, praktische Kleidung wählen und diskrete Entsorgungsmöglichkeiten schaffen. Entscheidend ist, Betroffene nicht zu beschämen, sondern Sicherheit zu geben.
„Unsere Pflegekräfte im Ambulanten Dienst erleben täglich, wie wichtig Diskretion und Fachwissen sind“, so Wittenburg. „Es geht nicht nur um die Versorgung mit Hilfsmitteln, sondern auch um Hautbeobachtung, Hygiene, Beratung und den Erhalt von Lebensqualität. Pflege heißt hier auch: Würde schützen.“
Ausführliche Informationen, praktische Tipps für Angehörige und Betroffene sowie Hinweise zur Kostenübernahme von Inkontinenz- und Pflegehilfsmitteln hat die Volkssolidarität Dresden in einem Ratgeber zusammengestellt: www.volkssoli-desden.de/leben-mit-inkontinenz-tipps/
Hinweis zur Versorgung: Inkontinenzhilfen wie Vorlagen, Pants oder Inkontinenzhosen können bei medizinischer Notwendigkeit ärztlich verordnet und über die Krankenkasse bezogen werden. Ergänzende Pflegehilfsmittel zum Verbrauch können bei vorhandenem Pflegegrad über die Pflegekasse abgerechnet werden. Unterstützung finden Interessenten bei den Ambulanten Diensten und Beratungszentren der Volkssolidarität im Wohnumfeld.
Quellen: Deutsche Kontinenz Gesellschaft e.V.; Stiftung Gesundheitswissen; Statistisches Bundesamt; Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen; Verbraucherzentrale; GKV-Spitzenverband, Gesundheitsinformation.de / IQWiG; NHS.








