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Besucherandrang beim „Tag der Wissenschaft“ an der THWS

13.05.202611:30 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Was passiert eigentlich an einer Hochschule? Woran arbeiten die Forschenden und Mitarbeitenden an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) und macht das vielleicht sogar Spaß? Gelegenheit für einen ausgiebigen Blick hinter die Kulissen gab es beim „Tag der Wissenschaft 2026“ am THWS-Standort Schweinfurt. Von 16 bis 21 Uhr konnten Wissenschaftsbegeisterte durch Labore und Seminarräume schlendern, Fragen stellen und bei vielen Workshops auch selbst mitmachen.

Rund 1.800 Menschen kamen zum Campus Ignaz Schön und zum Campus Ledward – eine deutliche Steigerung gegenüber 2024. Rund 300 Mitarbeitende der THWS – Lehr- und Verwaltungspersonal ebenso wie studentische Hilfskräfte – sorgten dafür, dass bei so viel Publikumsandrang alles glatt lief. Ausgestattet mit Lageplänen konnten die Besucherinnen und Besucher sich entweder einer der zahlreichen Führungen anschließen oder auf eigene Faust das Hochschulgelände erkunden.

Virtual Reality als Anziehungspunkt

Bereits eine halbe Stunde vor Beginn strömten etliche Menschen durch die Eingangstüren in den markanten Rundbau. Dort waren auf mehreren Etagen Exponate ausgestellt: Prof. Dr. Ulrich Deutschle, Experte für Ergonomie am Arbeitsplatz, half Interessierten, mittels Elektronik-Brille und Hand-Controller in die Virtual Reality (VR) einzutauchen: „Wir simulieren die Montage in einer Fabrikumgebung, bevor die eigentliche Arbeitsstation gebaut wird.“ So könnten Firmen sich beraten lassen, ob Arbeitsabläufe sinnvoll und ergonomisch seien, und testen, wie lange die Montage dauere. Auch im Nebenzimmer, bei den Ausstellungsstücken des Center für Robotik (CERI), herrschte großes Interesse an VR-Anwendungen. Doktorand Tom Pfister war im Nu umringt von etlichen Kindern, die alle einmal die virtuelle Welt ausprobieren wollten.

Währenddessen erklärten weitere CERI-Mitarbeitende einige der vielen Einsatzmöglichkeiten der Robotik wie beispielsweise die Unterstützung bei Hüft-OPs. Immer wieder ein Hingucker: Roboterhund „Spot“ erwies sich als absoluter Publikumsmagnet. So zog er Menschen jeder Altersgruppe in seinen Bann, die seinen orange lackierten Metallkörper gerne streicheln wollten.

Doch es gab noch viele weitere Themen – und wer alles sehen wollte, musste einen straffen Zeitplan einhalten. Das sahen die Kinder einer größeren Besuchergruppe allerdings anders: „Stopp, da ist noch was Interessantes!“ – und schon ging es doch noch hinauf in den zweiten Stock, da mussten die Erwachsenen einfach mit.

Die Themen Robotik und künstliche Intelligenz (KI) zogen sich durch viele Stationen an der THWS. Ganz praktisch ausprobieren ließ sich das beispielsweise beim Mini-Mühle-Spielen gegen einen Roboterarm – wer wird wohl gewinnen? Ein kleiner Junge freute sich zunächst über seinen Sieg, aber Mitarbeiter Marcel Meyer vom Institut für Digital Engineering (IDEE) verriet mit einem Schmunzeln: „Es kommt auf den Schwierigkeitsgrad an!“ Mit Schalter auf „schwierig“ eingestellt, trat ein Mutter-Tochter-Duo an. Die Teenager-Tochter beriet nur zu Beginn und nach kurzer Zeit siegte der Roboter – die Beschwerde der Mutter: „Oh nein, warum sagst Du nichts?“ Ähnlich ging es Kindern wie Erwachsenen bei dem Zeichenwettbewerb gegen die KI. Aus der Aufgabe „Zeichne einen Pfau“ konnte dann schon mal ein Kommentar von der KI lauten: „Das sieht aus wie eine süße Ente“ – Lacher waren garantiert.

3D-Abenteuer im MAVEL Lab

Im MAVEL Lab (Mixed Augmented Virtual Experience Learning Lab), einem virtuellen Erfahrungs- und Lernlabor, bei dem digitale Inhalte die reale Welt ergänzen, tauchten kleine und große Besucherinnen und Besucher in ein Tiefsee- und ein Dschungel-Szenario ein. Ausgestattet mit VR-Brillen erfuhren sie eine computergenerierte, interaktive Umgebung. Das virtuelle Tauchboot-Steuern war für die zehnjährige Pauline „richtig klasse und unglaublich real“. Stefan Sauer, Experte für Geovisualisierung, erläuterte, dass dieses Tauchboot bis zu 4.000 Meter Seetiefe nachempfinden könne. Studierende des Studiengangs Geovisualisierung gestalteten diese Umgebung inklusive eines Walskeletts, das Lebensraum für viele Meerestiere bedeutet. Die Reise ging für die begeisterten Interessenten weiter in den Dschungel, wo sie auf einer Rundum-Leinwand ein kleines Abenteuer erlebten. Für eine Besucherin war die Darstellung so beeindruckend, dass sie sogar über einen virtuellen Stein zu stolpern glaubte: „Was die Technik alles kann – toll!“

Experimente aus dem Maschinenbau

Dann ging es weiter zu den Workshops der Fakultät Maschinenbau, geeignet für große wie für kleine Kinder. Spielzeug-Trucks computergestützt montieren, Glasfaserbauteile selbst herstellen oder eine Spritzgussmaschine in Aktion sehen: Annika und Lorenz ließen sich zuerst von Labormitarbeiter Frank Pohli den Spritzguss erklären und sahen zu, wie die große Maschine kleine, orangene Kunststoff-Schilder ausspuckte. Danach mussten sie nur noch einen Magneten aufkleben und konnten als Andenken ihren eigenen THWS-Kühlschrank-Magneten mit nach Hause nehmen.

Wie es sich anfühlt, ein Glasfaserbauteil – beispielsweise für Windradflügel – selbst herzustellen, konnten sie gleich am Tisch nebenan ausprobieren. Während Lorenz Harz und Härter schon gleichmäßig verrührte, schnitt die zwölfjährige Annika das Glasfasergewebe zu. Gemeinsam durften sie unter Anleitung von Werkstattmeisterin Celine Danzer ein Bauteil mit dem Glasfasergewebe ummanteln und schön vorsichtig das Harzgemisch mit einem Pinsel auftragen. Für ein stabiles Bauteil genügten schon zwei Lagen des Glasfasergewebes, erklärte Danzer und zeigte den beiden, worauf es zu achten galt, um beim Auftragen keine Schwachstellen zu kreieren.

Nach so viel Handarbeit war eine Stärkung in der Mensa angesagt – das Mensa-Team servierte an diesem Abend rund 500 Portionen Currywurst mit Pommes – bevor es an die entlegeneren Orte des Hochschulgeländes ging. Im Keller des Campus Ignaz Schön stand Prof. Dr. Mark Eberspächer bereit, um Interessierten die Prinzipien der Hochfrequenztechnik zu erläutern. „Ich bin schon ganz heiser geredet, die Leute haben sich echt die Klinke in die Hand gegeben.“ Auch kurz vor 21 Uhr bekamen die letzten Besuchergruppen noch mit demselben Enthusiasmus eine Einführung, wie sich elektromagnetische Wellen verhalten. Ähnlich wie bei einem Bodyscanner am Flughafen kann Prof. Dr. Eberspächer bei seiner Versuchsanordnung mittels Radar in Dinge hineinschauen und sogar erkennen, ob in einer Blisterpackung noch Tabletten vorhanden sind oder ob sogar die Folienabdeckung fehlt – einer von vielen Wow-Effekten beim diesjährigen Tag der Wissenschaft an der THWS.

„Es freut mich, dass so viele Wissens- und Zukunftshungrige unserer Einladung zum Tag der Wissenschaft gefolgt sind“, lautete das Fazit von THWS-Präsident Prof. Dr. Jean Meyer. „Die Resonanz zeigt, wie groß das öffentliche Interesse an der THWS als Studien-, Forschungs- und Arbeitsort ist. Ich bin zuversichtlich, dass wir in 2027 ein vergleichbares Event am Standort Würzburg veranstalten können.“

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Angela Kreipl
E-Mail

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