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Prof. Dr. Klaus-Robert Müller mit Leibniz-Preis geehrt

19.03.2026 • 11:06 Uhr • IT, New Media & Software

(openPR) Am 18. März 2026 verlieh die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) offiziell die Gottfried Wilhelm Leibniz-Preise 2026 in der Berlin-Brandenburger Akademie der Wissenschaften. Unter den Ausgezeichneten befindet sich auch Prof. Dr. Klaus-Robert Müller, Professor für Maschinelles Lernen an der TU Berlin und BIFOLD CO-Direktor. Er erhielt den renommiertesten deutschen Forschungspreis, der mit 2,5 Millionen EUR dotiert ist, unter anderem für seine jahrzehntelangen grundlegenden Beiträge zur KI-Forschung und deren Anwendung in den Naturwissenschaften.

Die diesjährigen Leibniz-Preise wurden im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften verliehen. Die Veranstaltung wurde von DFG-Präsidentin Prof. Dr. Katja Becker eröffnet und umfasste Grußworte der Bundesministerin Dorothee Bär sowie der Berliner Wissenschaftssenatorin Dr. Ina Czyborra.

Klaus-Robert Müller zählt international zu den einflussreichsten Persönlichkeiten des modernen maschinellen Lernens. In den 1990er-Jahren entwickelte er gemeinsam mit Vladimir Vapnik die theoretischen Grundlagen der Support-Vector-Maschinen (SVM), die bis heute zu den bedeutendsten Fortschritten auf diesem Gebiet zählen. Seine späteren Arbeiten zu tiefen neuronalen Netzen prägten das Fachgebiet ebenfalls maßgeblich. In jüngerer Zeit betreibt er insbesondere Forschung zu der sogenannten erklärbaren künstlichen Intelligenz (Explainable Artificial Intelligence, XAI) – einem Forschungsfeld, das darauf abzielt, KI-Systeme transparent und nachvollziehbar zu gestalten und damit ihren Einsatz in kritischen Systemen wie zum Beispiel der Medizin zu ermöglichen.

„KI ist viel reichhaltiger als nur Foundation-Modelle“
Ein weiterer Fokus seiner aktuellen Arbeiten liegt auf dem Einsatz von maschinellem Lernen in den Wissenschaften, besonders in der Physik und der Chemie. „Ein Trend, der mich ganz besonders interessiert, sind neue spezialisierte Foundation Modelle für die Wissenschaften. Wir haben zum Beispiel SO3LR entwickelt, ein Foundation Modell für Quantenchemie oder auch Atlas-2, ein Foundation Modell für die Histopathologie. Das sind erste wichtige Schritte und eine gute Basis, um auch komplexe wissenschaftliche Fragen mit wenig verfügbaren Daten beantworten zu können“, erzählt Klaus-Robert Müller. „Man sollte sich allerdings nicht ausschließlich auf die Foundation Modelle konzentrieren, KI ist viel reichhaltiger als nur Foundation Modelle.“

„Ich bin aus Lust an der Erkenntnis Forscher geworden“
Er ist überzeugt davon, dass der Einsatz von KI ganz neue und spannende Möglichkeiten birgt und das wissenschaftliche Arbeiten stark verändern wird. Aber: „Junge Wissenschaftler*innen müssen gestern wie heute die mathematischen und technischen Grundlagen ihres Feldes lernen, sonst können sie die Korrektheit und Qualität möglicher KI-Ergebnisse nicht beurteilen“, so Müller. Erst die Neuinterpretation oder das Infragestellen von bestehendem Wissen, treibt den wissenschaftlichen Fortschritt an. Genau das ist es, was Klaus-Robert Müller auch heute – nach über 38 Jahren in der Wissenschaft – noch motiviert: „Ich bin aus Lust an der Erkenntnis Forscher geworden. Deshalb werde ich in meinen Lieblingsfeldern, maschinelles Lernen in der Theorie und Anwendungen in Histopathologie und Quantenchemie, weitermachen – so lange bis mir die Fragen ausgehen.“

Das dieser Zustand so bald nicht eintreten wird, beweisen seine jüngsten Pläne. Der interdisziplinäre Aspekt hat Müllers Forschung schon immer ausgezeichnet. So kooperiert er seit Jahren sowohl mit großen Chemie-Unternehmen, aber auch mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin: „Das Preisgeld möchte ich zum einen dafür einsetzen, unsere KI-Modelle für die Quantenchemie mit realen Experimenten zu koppeln, da besteht noch hoher Forschungsbedarf. Ein weiterer hochinteressanter Bereich sind unsere medizinischen Kooperationen: Mein Ziel ist es, multimodale Daten, also unterschiedliche Datentypen oder Modalitäten wie zum Beispiel Gewebebilder, Daten der Proteinexpression und/oder radiologische Daten, etc. in unseren histopathologischen Modellen zu verarbeiten.“

Zusätzliche Informationen:
Prof. Klaus-Robert Müller wird seine Leibniz-Vorlesung an der TU Berlin am 28. Mai 2026 halten.

Filmporträt der DFG von Prof. Klaus-Robert Müller:

Diese Pressemitteilung mit Portrait-Foto zum Download:

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
Prof. Dr. Klaus-Robert Müller
Berlin Institute for the Foundations of Learning and Data (BIFOLD)
und Fachgebiet für Maschinelles Lernen
Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik
Technische Universität Berlin
E-Mail:

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