(openPR) Landesregierung plant freiwilliges Zertifikat für Hundehalter
Das Thema Hundeführerschein in Baden-Württemberg bekommt erneut politische Aufmerksamkeit. Nachdem eine verpflichtende Einführung, wie sie noch im Koalitionsvertrag von 2021 angekündigt worden war, zwischenzeitlich als gescheitert galt, verfolgt die Landesregierung nun einen neuen Ansatz: Statt einer gesetzlichen Pflicht soll ein freiwilliges Zertifikat für Hundehalterinnen und Hundehalter eingeführt werden.
Mit dem Konzept verfolgt das Land das Ziel, den Tierschutz zu stärken und Beißvorfälle zu reduzieren. Nach Angaben des zuständigen Ministeriums sollen Menschen möglichst frühzeitig – idealerweise bereits vor der Anschaffung eines Hundes – Zugang zu fundierten Informationen rund um Hundehaltung, Verhalten und Verantwortung erhalten.
Geplant sind freiwillige Informations- und Bildungsangebote sowie eine theoretische Prüfung, die mit einem Zertifikat abgeschlossen werden kann. Die Teilnahme soll bewusst niedrigschwellig und kostengünstig gestaltet werden, um möglichst viele zukünftige und bestehende Hundehalter zu erreichen.
Sachkunde rund um Hundeverhalten und Haltung
Inhaltlich sollen unter anderem folgende Themen vermittelt werden: wichtige Überlegungen vor der Anschaffung eines Hundes, Grundlagen zum Verhalten und zu den Bedürfnissen von Hunden, artgerechte Haltung und Erziehung, rechtliche Rahmenbedingungen für Hundehalter sowie sicheres Verhalten im öffentlichen Raum.
Das Angebot richtet sich sowohl an Menschen, die erstmals einen Hund halten möchten, als auch an erfahrene Hundehalterinnen und Hundehalter, die ihr Wissen erweitern oder offiziell nachweisen möchten.
Auch Schulen sollen stärker eingebunden werden
Ein weiterer Baustein des geplanten Maßnahmenpakets ist die stärkere Einbindung von Schulen. Hintergrund ist, dass der Wunsch nach einem Hund häufig von Kindern ausgeht und Familien gemeinsam über die Anschaffung eines Haustiers entscheiden.
Diskutiert werden Unterrichtseinheiten zu Themen wie Haustierhaltung, Verantwortung gegenüber Tieren und Tierschutz. Auch praktische Projekte sind denkbar, etwa ein „kleiner Hundeführerschein“ für Schülerinnen und Schüler, der in Zusammenarbeit mit externen Fachleuten oder Organisationen umgesetzt werden könnte.
Warum keine gesetzliche Pflicht geplant ist
Eine verpflichtende Sachkundeprüfung für alle Hundehalter wurde laut Ministerium intensiv geprüft, letztlich jedoch verworfen. Als Gründe werden unter anderem der hohe bürokratische Aufwand, schwierige Kontrollmöglichkeiten sowie mögliche unerwünschte Nebenwirkungen genannt.
Stattdessen setzt das Land auf Freiwilligkeit, Information und Anreize. So wird beispielsweise darüber diskutiert, Zertifikatinhabern Vorteile einzuräumen – etwa steuerliche Vergünstigungen oder erleichterte Bedingungen bei der Adoption eines Hundes aus dem Tierheim.
Der Start des Gesamtpakets ist derzeit für das Jahr 2026 vorgesehen.
Sachkundeangebote existieren bereits seit Jahren
Unabhängig von den politischen Planungen gibt es bereits seit längerem verschiedene Angebote, die Hundehalter auf eine verantwortungsvolle Hundehaltung vorbereiten. So bietet Hundetrainerin Angelika Prinz von Rundumhund-Ostalb seit über zehn Jahren Informationsangebote für angehende Hundehalter unter dem Motto „Erst der Kurs – dann der Hund“ an.
Ziel dieser Kurse ist es, Interessierten bereits vor der Anschaffung eines Hundes fundierte Entscheidungsgrundlagen zu vermitteln und typische Fehlentscheidungen zu vermeiden. Ergänzend steht ein kostenloser Fragebogen mit persönlicher Beratung vor dem Hundekauf zur Verfügung, der angehenden Hundehaltern aus der Region Ostalb hilft, ihre Lebenssituation und die Anforderungen eines Hundes realistisch einzuschätzen.
Darüber hinaus kann seit rund fünf Jahren der Dog-Owners-Qualification-Test 2.0 abgelegt werden. Dieser bundesweit etablierte Hundeführerschein gilt als Sachkundenachweis für Hundehalter und vermittelt grundlegendes Wissen über Hundeverhalten, Haltung, Erziehung sowie rechtliche Aspekte der Hundehaltung.













