openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Unsichtbare Helfer an der Wurzel: Wie Raps mit Mikroben mehr Stickstoff gewinnt

(openPR) Stickstoff ist der wichtigste Nährstoff für Pflanzen. Weltweit wird viel Stickstoffdünger eingesetzt, was allerdings die Umwelt und das Klima belastet. Mikroben fördern die Bildung von Seitenwurzeln und helfen der Pflanze letztlich, Stickstoff besser aufzunehmen - vor allem unter Stress, also bei Nährstoffmangel. Wenn Pflanzen mithilfe ihrer natürlichen Wurzel-Mikroben den vorhandenen Stickstoff besser nutzen, können Dünger eingespart und die Erträge stabilisiert werden.

Das Forschungsteam analysierte 175 verschiedene Raps-Linien an zwei Standorten in China. Während der Blüte wurden seitliche Wurzeln und ihre Rhizosphäre beprobt, um rRNA-Profile zu erstellen, die die Bakterienzusammensetzung zeigen.

Die oberirdische Biomasse wurde getrocknet und ein Profil der Mineralstoffe erstellt, das insgesamt zwölf Elemente umfasste. Es konnten insgesamt 1.341 gekoppelte Datensätze zum Genom, zur Genaktivität, zum Mikrobiom und zu den Nährstoffprofilen statistisch verknüpft werden. Mit verschiedenen statistischen Methoden konnten die Wissenschaftler Pflanzengene und -genorte identifizieren, die die Häufigkeit bestimmter Bakterien steuern.

„Wir haben das Bakterium Sphingopyxis als Schlüsselbakterium identifiziert. Es unterstützt die Bildung von Seitenwurzeln durch das Pflanzenhormon Auxin, erhöht die Biomasse und verbessert die Stickstoffaufnahme - besonders bei niedrigen Stickstoffwerten“, erläutert Dr. Guoliang Li, Wissenschaftler in der Arbeitsgruppe „Quantitative Genetik“ am IPK und einer der Erstautoren der Studie. Bildlich erklärt: Mehr Seitenwurzeln sind wie zusätzliche Finger beim Greifen - die Pflanze kann Nährstoffe aus dem Boden besser „fassen“. Sphingopyxis liefert das Signal, diese „Finger“ wachsen zu lassen.

„Wir fanden insgesamt viele genetische Steuerungspunkte („eQTL-Hotspots“), die die Häufigkeit bestimmter Bakterien im Wurzelraum kontrollieren - besonders solche, die mit dem Kohlenstoff- und Stickstoffstoffwechsel der Pflanze verknüpft sind“, sagt Dr. Guoliang Li. Die Studie zeigt: Genaktivität und Mikrobiom-Eigenschaften erklären bis zu 45 Prozent der Unterschiede in der Stickstoffaufnahme. Gene und deren Aktivität beschreiben die Mikrobiom-Zusammensetzung besser als das reine Genom.

„Unsere jetzige Studie liefert eine gute Grundlage, um kausale Zusammenhänge zwischen Pflanzengenetik, Mikrobiom und Nährstoffaufnahme zu erkennen. Die identifizierten eQTL-Hotspots und Kandidatengene sind Ansatzpunkte für die Züchtung und weiterführende funktionelle Studien“, so Prof. Dr. Jochen Reif, Leiter der Abteilung „Züchtungsforschung“ am IPK. Wenn Sorten künftig gezielt so gezüchtet werden, dass sie förderliche Mikroben wie Sphingopyxis anziehen und nutzen, können sie unter wenig Dünger stabil wachsen. „Das senkt die Kosten, schont die Böden, verringert die Emissionen und trägt somit letztlich zu klimafreundlicheren und nachhaltigeren Produktionssystemen bei.“

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Jochen Reif
Tel.: +49 39482 5840
E-Mail

Originalpublikation:
Li et al. (2025): Large-scale multi-omics unveils host-microbiome interactions driving root development and nitrogen acquisition. Nature Plants. DOI: 10.1038/s41477-025-02210-7

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1303653
 348

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Unsichtbare Helfer an der Wurzel: Wie Raps mit Mikroben mehr Stickstoff gewinnt“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von idw - Informationsdienst Wissenschaft

Bild: 4.000 neue Studierende starten an der Uni Halle ins Wintersemester
4.000 neue Studierende starten an der Uni Halle ins Wintersemester
"Viele junge Menschen haben sich für Halle und die MLU entschieden. Entgegen aller Prognosen haben wir stabile Bewerbungs- und Immatrikulationszahlen. Denn klar ist auch, die MLU ist ein freier und weltoffener Ort der Begegnung, des offenen Diskurses und der kritischen Auseinandersetzung. Menschen mit unterschiedlichen kulturellen, ethnischen, religiösen und sozialen Hintergründen kommen hier zusammen, lernen voneinander und entwickeln gemeinsam neue Perspektiven. Diese Vielfalt und Internationalität sind eine große Stärke unserer Universität…
Bild: Verwaltungsnachwuchs aus der Region: Landratsamt und Hochschule Nordhausen schließen Kooperationsvertrag
Verwaltungsnachwuchs aus der Region: Landratsamt und Hochschule Nordhausen schließen Kooperationsvertrag
Die Hochschule Nordhausen und das Landratsamt Nordhausen bilden Nachwuchs für die öffentliche Verwaltung gemeinsam aus. Am 5. Oktober 2026 unterzeichneten Hochschulpräsident Prof. Dr. Jörg Wagner und Landrat Matthias Jendricke einen Kooperationsvertrag zum praxisorientierten Bachelorstudium im Bereich Public Management. Nachwuchskräfte, die das Landratsamt auswählt, studieren damit von Beginn an mit vertraglicher Bindung an die Kreisverwaltung und wechseln während des gesamten Studiums zwischen Hochschule und Behörde. Das Modell betrifft den…

Das könnte Sie auch interessieren:

Mikrobennetzwerke als Auslöser für multiple Erkrankungen?
Mikrobennetzwerke als Auslöser für multiple Erkrankungen?
Über Generationen stellte man sich die Mikroben als voneinander unabhängige Einzeller vor, die je nach Typ jeweils nur eine bestimmte biologische Reaktion auslösen können. In den Postulaten von Robert Koch hat diese Vorstellung als wissenschaftlich–theoretische Grundlage der Infektionsbiologie bis heute überlebt. Die rasante Zunahme multipler Erkrankungen …
Bild: Serbien tankt erneuerbare Energie
Serbien tankt erneuerbare Energie
… in der Nähe der serbischen Stadt Novi Sad wohnt, kann sein Auto mit umweltschonendem Biodiesel betanken. Bei der sicheren Lagerung des Treibstoffs aus Pflanzenöl wird Stickstoff benötigt. In Serbien wurde im Sommer die erste Produktionsanlage für Biodiesel in Betrieb genommen. Biodiesel ist „erneuerbare Energie“ – ein Treibstoff, der vor allem aus dem …
Bild: Ein natürlicher Türsteher: Wie Pflanzen Barrieren für gesunde Beziehungen nutzenBild: Ein natürlicher Türsteher: Wie Pflanzen Barrieren für gesunde Beziehungen nutzen
Ein natürlicher Türsteher: Wie Pflanzen Barrieren für gesunde Beziehungen nutzen
Stickstoff: Ein Lieblingssnack der Pflanzen (aber schwer zu bekommen)Pflanzen brauchen Stickstoff zum Wachsen, aber sie können ihn nicht einfach aus der Luft holen wie wir Sauerstoff. Wenn der Boden zu wenig davon enthält, müssen die Landwirte ihn düngen - eine teure und ökologisch heikle Lösung, denn überschüssiger Stickstoff kann ins Grundwasser gelangen.Doch …
Bild: Neu entdeckter „Saprotropismus“ hilft Wurzeln, verrottendes Pflanzenmaterial zu meiden – tierische Verwesung aber nicht
Neu entdeckter „Saprotropismus“ hilft Wurzeln, verrottendes Pflanzenmaterial zu meiden – tierische Verwesung aber nicht
… Krankheitserregern zusammenhängen. Mit anderen Worten: Die Wurzeln behandelten diese Verrottungszonen als biologisch bedrohliche Umgebungen. „Tiere meiden instinktiv verdorbene Nahrung, weil die oft schädliche Mikroben in sich trägt“, sagt der leitende Autor Yuzhou Zhang, Professor an der Northwest A&F University in China und ehemaliges Mitglied der Friml-Gruppe …
Bild: Wie entstand Leben auf der frühen Erde? Neue Stickstoffquelle entdeckt
Wie entstand Leben auf der frühen Erde? Neue Stickstoffquelle entdeckt
Lebende Organismen brauchen Stickstoff als zentralen Baustein etwa für die Proteinbildung. Doch obwohl unsere Atmosphäre reichlich Stickstoff enthält, können weder Menschen noch die allermeisten Pflanzen diesen direkt aus der Luft aufnehmen. Genau wie heute war daher bereits das frühe Leben der Erde auf die Stickstofffixierung durch Mikroben angewiesen. …
Bild: Keimfrei um Ansteckung zu reduzieren
Keimfrei um Ansteckung zu reduzieren
… keine Fehlöffnungen, kein unerwartetes Schließen des Deckels. Und wenn das Anfassen sich nicht vermeiden lässt, dann ohne Vermehrung von Mikroben! Eine unsichtbare fingerabdrucksichere Beschichtung enthält Nanosilberpartikel, die verhindern, dass sich Mikroben vermehren und die fingerabdrucksichere Oberfläche weist Schmierspuren ab, damit der Edelstahl …
Erster Spatenstich für neue Luftzerlegungsanlage in Gundelfingen a. d. Donau
Erster Spatenstich für neue Luftzerlegungsanlage in Gundelfingen a. d. Donau
… „verflüssigte Luft“ – und genau nach diesem Verfahren werden aus der natürlichen Umgebungsluft, die u. a. 78 % Stickstoff und 21 % Sauerstoff enthält, unsichtbare Helfer für viele Industrieprozesse, aber auch für Umweltschutz sowie Medizin und Forschung gewonnen: Die Luft wird angesaugt, vorgereinigt, verdichtet, vorgekühlt, in ihre Bestandteile getrennt …
Wie Bäume Wasser und Stickstoff aus der Tiefe nutzen
Wie Bäume Wasser und Stickstoff aus der Tiefe nutzen
Die Studie zeigt: Wasser erreicht die Baumkrone deutlich schneller. Stickstoff schwimmt nicht einfach im Wasserstrom mit, sondern wird im Boden und in der Wurzel durch biologische Prozesse, Mikroben und Pilze aufgehalten. Douglasien nutzen zudem mehr Ressourcen aus tieferen Bodenschichten als Buchen, insbesondere auf durchlässigen, sandigen Böden. Die …
Bild: Hitzestress im Flussbett: Studie untersucht Fluss-Mikrobiom
Hitzestress im Flussbett: Studie untersucht Fluss-Mikrobiom
… Lebensgemeinschaften, die für stabile Ökosysteme unverzichtbar sind. „Im Sediment, dort wo Grund- und Flusswasser aufeinandertreffen, sorgen unzählige Mikroben dafür, dass Stickstoff- und Schwefelkreisläufe funktionieren“, erklärt Alexander Probst, Professor für Environmental Metagenomics an der Universität Duisburg-Essen (UDE) sowie Forschungsprofessor am Research …
Bild: "Comammox"-Bakterien: Langsam, aber super-effizient
"Comammox"-Bakterien: Langsam, aber super-effizient
Lösung des Stickstoff-Problems für Landwirtschaft, Kläranlagen und Trinkwasser rückt näher --- Der natürliche Stickstoff-Kreislauf der Erde wird aufgrund von menschlichen Aktivitäten, vor allem durch die Düngung mit Stickstoff in der Landwirtschaft, massiv beeinflusst. Das hat dramatische ökologische Folgen. Ein Prozess des Stickstoff-Kreislaufs, die …
Sie lesen gerade: Unsichtbare Helfer an der Wurzel: Wie Raps mit Mikroben mehr Stickstoff gewinnt