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Tarifliche Ausbildungsvergütungen: Zweiter Rekordanstieg in Folge

05.02.2026 • 10:05 Uhr • Wissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Stärkste Anstiege im öffentlichen Dienst und in Industrie und Handel
Die tariflichen Ausbildungsvergütungen in Deutschland sind 2025 im Vergleich zum Vorjahr im bundesweiten Durchschnitt erneut deutlich um 6,7 Prozent gestiegen. Dies ergeben die jährlichen Berechnungen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Der Anstieg war prozentual noch höher als im Vorjahr (6,3 Prozent). Die Auszubildenden in tarifgebundenen Betrieben erhielten 2025 im Durchschnitt über alle Ausbildungsjahre hinweg 1.209 Euro brutto im Monat und damit 76 Euro mehr als 2024. Durch die hohen Zunahmen in den beiden vergangenen Jahren konnten die Verluste bei den realen Vergütungen, insbesondere zwischen 2021 und 2023, weitgehend ausgeglichen werden.

Zwischen den Ausbildungsbereichen unterschieden sich die tariflichen Ausbildungsvergütungen zum Teil deutlich. Über dem gesamtdeutschen Durchschnitt lagen sie im öffentlichen Dienst (1.329 Euro), in der Hauswirtschaft (1.295 Euro) sowie in Industrie und Handel (1.266 Euro). In diesen Ausbildungsbereichen fielen auch die Zuwächse im Vergleich zum Vorjahr überdurchschnittlich aus. So stiegen die Vergütungen zum Beispiel im öffentlichen Dienst um 7,7 Prozent und in Industrie und Handel um 7,2 Prozent. In der Landwirtschaft (1.188 Euro), in den freien Berufen (1.098 Euro) und im Handwerk (1.093 Euro) waren die tariflichen Vergütungen unterdurchschnittlich. Auszubildende im öffentlichen Dienst erhielten im Durchschnitt knapp 22 Prozent höhere Vergütungen als Auszubildende im Handwerk.

Unter den Bundesländern hielt weiterhin Baden-Württemberg die Spitzenposition mit durchschnittlich 1.257 Euro. Auf Platz zwei folgte Hamburg mit 1.224 Euro. Am niedrigsten waren die tariflichen Ausbildungsvergütungen in Rheinland-Pfalz (1.186 Euro) und Nordrhein-Westfalen (1.185 Euro). Mit Ausnahme von Baden-Württemberg sind die Unterschiede zwischen den Bundesländern mit höchstens drei Prozent aber eher gering und lagen in einem Korridor von etwa 40 Euro.

Seit 1976 wertet das BIBB die tariflichen Ausbildungsvergütungen jährlich zum Stichtag 1. Oktober aus. In die Berechnung der gesamtdeutschen Durchschnittswerte sowie der Durchschnittswerte für Ost- und Westdeutschland fließen dabei alle Ausbildungsberufe ein, für die Daten vorliegen. In der BIBB-Datenbank „Tarifliche Ausbildungsvergütungen“ (www.bibb.de/ausbildungsverguetung) werden Durchschnittswerte für stärker besetzte Ausbildungsberufe ausgewiesen. Für 173 Berufe in West- und 112 Berufe in Ostdeutschland liegen Ergebnisse vor.

Dabei zeigten sich je nach Ausbildungsberuf erhebliche Unterschiede in der Vergütungshöhe. Die im gesamtdeutschen Durchschnitt höchsten tariflichen Ausbildungsvergütungen wurden 2025 im Beruf Milchtechnologe/-technologin (1.463 Euro) gezahlt. Auf Platz 2 landete der/die Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzanlagen mit 1.404 Euro. In 47 Berufen lagen die tariflichen Vergütungen im Durchschnitt über alle Ausbildungsjahre hinweg bei 1.300 Euro oder mehr. Insgesamt erhielten 2025 rund 56 Prozent der Auszubildenden, die in einem tarifgebundenen Betrieb lernten, eine Ausbildungsvergütung von mehr als 1.200 Euro, knapp 20 Prozent mehr als 1.350 Euro.

Dagegen lagen bei rund 15 Prozent der Auszubildenden die tariflichen Ausbildungsvergütungen 2025 bei 1.000 Euro oder weniger. Für 15 Berufe wurde ein bundesweiter Durchschnittswert von weniger als 1.000 Euro ermittelt. Zehn dieser Berufe gehören zum Handwerk, zum Beispiel Maler/-in und Lackierer/-in (985 Euro), Bodenleger/ in (950 Euro) oder Friseur/-in (727 Euro), dem Beruf mit den mit Abstand niedrigsten tariflichen Ausbildungsvergütungen. Mit dem Beruf Pharmazeutisch-kaufmännische/-r Angestellte/-r (925 Euro) befand sich auch ein Beruf aus dem Ausbildungsbereich der freien Berufe in dieser Gruppe. Aus dem Bereich Industrie und Handel sind drei Berufe vertreten, aus der Landwirtschaft die Fachkraft für Agrarservice (990 Euro).

Eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse mit insgesamt elf Abbildungen finden Sie in der Analyse „Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2025: Starker Anstieg von deutlich über sechs Prozent im zweiten Jahr in Folge“ im Internetangebot des BIBB unter .

Eine tabellarische Gesamtübersicht über die für 2025 ermittelten Vergütungsdurchschnitte in den erfassten Ausbildungsberufen ist abrufbar unter .

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