openPR Recherche & Suche
Presseinformation

CDRatlas: Wegweiser für CO2-Entnahmemethoden im Meer und an Land

02.02.202615:09 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Ob bei der Zementherstellung, in der Stahlindustrie oder der Landwirtschaft – einige Treibhausgasemissionen lassen sich auch bei ehrgeizigem Klimaschutz kaum vollständig vermeiden. Um dennoch die Klimaziele zu erreichen und die Folgen des menschengemachten Klimawandels abzumildern, wird neben der schnellen und drastischen Reduktion der CO2-Emissionen auch die Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre eine wichtige Rolle spielen.

Doch welche Verfahren gibt es? Wie funktionieren sie konkret? Und unter welchen natürlichen, technischen oder rechtlichen Bedingungen lassen sie sich umsetzen? Antworten darauf gibt ab sofort der neue Carbon Removal Atlas (CDRatlas). Die frei zugängliche Online-Plattform stellt Potenziale und Grenzen von CDR-Methoden visuell und interaktiv dar. Dabei stützt sich der CDRatlas insbesondere auf die Ergebnisse von CDRmare, der Forschungsmission der Deutschen Allianz Meeresforschung, und des Forschungsprogramms CDRterra.

„Es gibt keinen Mangel an Ideen zur CO2-Entnahme, aber bislang fehlte eine umfassende Übersicht welche auch die räumlichen Möglichkeiten und Einschränkungen aufzeigt“, sagt Dr. Steffen Swoboda, Projektleiter am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. „Der CDRatlas hilft dabei die einzelnen Methoden besser zu bewerten und Lücken in unserem Wissen aufzuzeigen.“

Ein Atlas, der Prozesse verständlich macht

Kernstück der Plattform sind detaillierte Prozessketten für verschiedene CDR-Methoden. Sie zeigen, welche Schritte notwendig sind – von der Planung über die Umsetzung bis hin zur Überwachung der CO2-Speicherung. Fachlich nennt sich das Monitoring, Reporting and Verification (Überwachung, Berichterstattung und Überprüfung). Im CDRatlas wird dieses Konzept leicht verständlich erklärt und in den jeweiligen Kontext eingeordnet.

Viele der Verfahren sind derzeit noch in der Erprobungsphase. In zahlreichen Workshops haben die Forschenden daher gemeinsam mit Fachleuten aus Industrie und Praxis ausgelotet, wie eine reale Umsetzung aussehen könnte.

Zum Start der Plattform sind die Erhöhung der Alkalinität im Ozean und die Aufforstung von Mangroven im CDRatlas beschrieben. Im Laufe des Jahres werden dann noch Methoden zur Wiederaufforstung von Wäldern, Bioenergie mit CO2-Abscheidung und -Speicherung (BECCS) sowie die Renaturierung von Seegraswiesen und Aquakulturen von Makroalgen folgen.

Karten zeigen, was vor Ort möglich ist – und was nicht

Ob eine CO2-Entnahmemethode sinnvoll umgesetzt werden kann, hängt stark vom Standort ab: von Umweltbedingungen, vorhandener Infrastruktur oder rechtlichen Rahmenbedingungen. Der CDRatlas setzt daher auf die kartenbasierte Darstellung. Nutzer:innen können so auf einen Blick Potenziale aber auch Grenzen der Machbarkeit erkennen. Alle dargestellten Informationen sind mit Quellen hinterlegt. Der CDRatlas selbst stellt keine Rohdaten bereit, sondern verweist transparent auf die jeweiligen Originalquellen.

Ergänzt wird der CDRatlas durch eine Literaturdatenbank die fortlaufend aktualisiert wird. Ergänzend kann ein Newsletter abonniert werden, der wöchentlich über neue wissenschaftliche Veröffentlichungen informiert.

Gemeinschaftsprojekt der Wissenschaft

Der CDRatlas ist das Ergebnis einer deutschlandweiten Zusammenarbeit verschiedener Forschungseinrichtungen. Neben dem GEOMAR sind unter anderem das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), das Leibniz-Zentrum für Tropenforschung (ZMT), die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), das Alfred-Wegener-Institut für Meeres- und Polarforschung (AWI) und weitere Institutionen sowie einzelne Expert:innen beteiligt. Der CDRatlas ist damit ein auf Basis der Bundesförderung gemeinschaftlich getragenes Projekt der wissenschaftlichen Community.

Kontinuierlich wachsendes Werkzeug für Politik und Gesellschaft
Der CDRatlas wird fortlaufend erweitert – inhaltlich wie technisch. Indem Möglichkeiten und Begrenzungen von CO2-Entnahme-Methoden realistisch eingeordnet werden, soll der CDRatlas helfen, informierte, verantwortungsvolle Entscheidungen auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu treffen.

„CO2-Entnahme kann Klimaschutz nicht ersetzen, aber sie kann ihn ergänzen“, sagt Steffen Swoboda. „Der CDRatlas legt Chancen, Risiken und offene Fragen transparent offen.“

Hintergrund:
Das Projekt Carbon Removal Atlas wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit rund 1,7 Millionen Euro gefördert. Die Laufzeit beträgt drei Jahre von März 2024 bis Februar 2027. Der jetzt gestartete CDRatlas wird in dieser Zeit laufend erweitert und aktualisiert.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1302784
 130

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „CDRatlas: Wegweiser für CO2-Entnahmemethoden im Meer und an Land “ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von idw - Informationsdienst Wissenschaft

Herausragende Experimentalphysik gesucht: Jetzt für den mit 30.000 Euro dotierten Rudolf-Kaiser-Preis 2026 bewerben
Herausragende Experimentalphysik gesucht: Jetzt für den mit 30.000 Euro dotierten Rudolf-Kaiser-Preis 2026 bewerben
Wer kann sich bewerben? Der Rudolf-Kaiser-Preis richtet sich an deutsche oder in das deutsche Wissenschaftssystem integrierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die: • noch nicht auf einen Lehrstuhl (z. B. W3-Professur) berufen wurden, • mehrere gute Arbeiten publiziert haben, von denen eine besonders herausragt, • nicht älter als 40 Jahre sind. Nach dem Willen des Stifters soll es sich bei den Arbeiten nicht um solche handeln, die mit „großen Maschinen“ in Großforschungsanlagen entstanden sind. Die Bewerbung kann als Vorschl…
Bild: Populationsdynamik: Neues Modell integriert TierbewegungenBild: Populationsdynamik: Neues Modell integriert Tierbewegungen
Populationsdynamik: Neues Modell integriert Tierbewegungen
Trotz jeweils unabhängiger Fortschritte in der Populations- und Bewegungsökologie über viele Jahrzehnte fehlte bislang eine theoretische Brücke zwischen diesen beiden Disziplinen. „In den 1950er Jahren begannen Ökologen die Bewegungsmuster von Tieren zu charakterisieren. Seitdem arbeitet man an diesen Brückenschlag“, sagt Dr. Ricardo Martinez-Garcia, Leiter der CASUS-Nachwuchsgruppe „Dynamics of Complex Living Systems“ und leitender Autor der Studie. Klassische Modelle der Populationsdynamik, die auf die Arbeiten von Pierre François Verhulst …

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: ZMT-Geowissenschaftler Dr. Nils Moosdorf erhält Hermann-Credner-Preis der DGGVBild: ZMT-Geowissenschaftler Dr. Nils Moosdorf erhält Hermann-Credner-Preis der DGGV
ZMT-Geowissenschaftler Dr. Nils Moosdorf erhält Hermann-Credner-Preis der DGGV
… Prognosen über zukünftige Stofflussänderungen geben kann. Als Leiter einer Nachwuchsarbeitsgruppe am ZMT untersucht Nils Moosdorf derzeit die Rolle von direktem Grundwasserabfluss ins Meer in lokalen Stoffflüssen und globalen Stoffkreisläufen. Hierbei greift er nicht nur auf eigene Geländestudien in Südostasien oder Tahiti zurück, sondern nutzt große …
Windkraft für Technologiestandort und Klima unersetzlich
Windkraft für Technologiestandort und Klima unersetzlich
… bis zum Jahr 2010 um 20 Prozent gesenkt werden. Die neuen Vorschläge sehen eine Senkung um 30 Prozent vor. Die Gefahr: Zukunftsmärkte wie Offshore (Windparks im Meer), Repowering (Ersetzen alter Anlagen durch neue leistungsfähigere) und der Export können kurzfristig noch nicht den Markt für den Neubau von Windkraft-Anlagen an Land ersetzen, der durch …
Bild: Satirischer Wegweiser Sachsen-AnhaltBild: Satirischer Wegweiser Sachsen-Anhalt
Satirischer Wegweiser Sachsen-Anhalt
„Warum die Sachsen-Anhalter nackt wandern und ihre „Tote Oma“ lieben…“ Satirischer Wegweiser durch das Land der Frühaufsteher vorstellen. Es gibt zahlreiche Bücher über Sachsen-Anhalt. Dieser satirische Reiseverführer ist der erste seiner Art. Ein idealer Wegweiser für Schaulustige die außerhalb der ausgetretenen Pfade unterwegs sein möchten. Historische …
Bild: Offshore-Wasserstoff-Produktion mit 400 MW in neuer DimensionBild: Offshore-Wasserstoff-Produktion mit 400 MW in neuer Dimension
Offshore-Wasserstoff-Produktion mit 400 MW in neuer Dimension
… Energie-Experten der Tractebel Engineering GmbH und Offshore-Ingenieuren der Tractebel Overdick GmbH entwickelt daher ein weltweit einzigartiges Konzept für eine Plattform auf dem Meer. Damit ist die Produktion von umweltfreundlichem, „grünem“ Wasserstoff in industriellem Maßstab aus Offshore-Windenergie mittels Elektrolyse möglich. Mit bis zu 400 MW …
Bild: Projektstart für „RESET“ zur landbasierten CO2-EntnahmeBild: Projektstart für „RESET“ zur landbasierten CO2-Entnahme
Projektstart für „RESET“ zur landbasierten CO2-Entnahme
… Carbon Dioxide Removal by Enhanced Silicate Weathering“) soll diese Lücken schließen. Es wird im Rahmen der CDRterra-II-Initiative, ein Forschungsprogramm zu landbasierten CO2-Entnahmemethoden, vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) für eine Laufzeit von drei Jahren mit 1,4 Millionen Euro gefördert.Hintergrund: Die Notwendigkeit, …
Deutschlands begrenzte Optionen, schwer vermeidbare Restemissionen mithilfe des Meeres auszugleichen
Deutschlands begrenzte Optionen, schwer vermeidbare Restemissionen mithilfe des Meeres auszugleichen
… großflächig eingesetzt zu werden“, erläutert Co-Erstautorin Dr. Teresa Morganti, zum Zeitpunkt der Studie Meeresbiologin am Leibniz-Institut für Ostseeforschung in Warnemünde.Zehn marine CO2-Entnahmemethoden in der engeren AuswahlAm Ende des mehrjährigen Auswahlprozesses blieben fünf Verfahren zur CO2-Entnahme übrig, die in den deutschen Nord- und Ostseegewässern …
Bild: AXIT AG veröffentlicht „Green Paper“: Infoblatt weist Weg zu umweltfreundlichen LogistikkonzeptenBild: AXIT AG veröffentlicht „Green Paper“: Infoblatt weist Weg zu umweltfreundlichen Logistikkonzepten
AXIT AG veröffentlicht „Green Paper“: Infoblatt weist Weg zu umweltfreundlichen Logistikkonzepten
Cloud-basierte IT-Lösungen machen es Unternehmen leichter, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Das dokumentiert die AXIT AG mit ihrem „Green Paper“. Der Wegweiser zeigt auf, wie sich Transportkosten und CO2-Emissionen via AX4 senken lassen. Wer Europas führende IT-Logistikplattform zur Steuerung seiner Versorgungsketten nutzt, profitiert gleich in doppelter …
„Mit Erdgas kann Deutschland die Energiewende schaffen“
„Mit Erdgas kann Deutschland die Energiewende schaffen“
… Kaukasus – „umweltschonend und preisstabil“ Die Energiewende hat große Ziele: die Umwelt schonen und gleichzeitig die Energiepreise senken. „Mit Erdgas aus dem Kaspischen Meer kann Deutschland die Energiewende schaffen“, so Elmar Mamedov. Der Deutschland-Chef des aserbaidschanischen Energieunternehmens Socar ist überzeugt: „Der Kaukasus, wo sich Europa …
Arbeitsgruppe des European Marine Board empfiehlt einheitliche Standards für marine Verfahren zur CO2-Entnahme
Arbeitsgruppe des European Marine Board empfiehlt einheitliche Standards für marine Verfahren zur CO2-Entnahme
… fundierter MRV-Systeme ermöglichen. Oschlies: „Forschungsergebnisse der deutschen Forschungsmission CDRmare aus Labor- und Mesokosmos-Experimenten sowie modellierenden Arbeiten lassen einige CO2-Entnahmemethoden vielversprechend erscheinen. Aber erst, wenn wir die Wirksamkeit und mögliche Nebenwirkungen solcher Maßnahmen in der Meeresumwelt genau kennen, …
Sie lesen gerade: CDRatlas: Wegweiser für CO2-Entnahmemethoden im Meer und an Land