(openPR) Berlin – Ein grauer Wintermorgen, das Licht fällt durch die Büros eines mittelgroßen Technologieunternehmens, das Softwarelösungen für Industrie 4.0 entwickelt. In den Gängen herrscht stille Anspannung. Die Geschäftsführerin, Dr. Lena Hoffmann, sitzt an ihrem Schreibtisch und studiert die aktuellen Zahlen. Ihr Unternehmen steht wie viele andere in der Branche unter massivem Druck: steigende Kosten, volatile Märkte und die dramatische Zunahme von Unternehmensinsolvenzen in Deutschland 2026.
„Jeder falsche Satz in der Öffentlichkeit kann das letzte Vertrauen zerstören“, sagt Hoffmann. Und doch hat sie sich entschieden, ein Interview zu geben – über die wirtschaftliche Lage, die Herausforderungen für Führungskräfte in Krisenzeiten und die Verantwortung, die sie als CEO trägt.
Eine Welle von Insolvenzen
Deutschland erlebt eine Phase historisch hoher Unternehmensinsolvenzen. Laut Bundeswirtschaftsministerium wurden 2025 rund 17.600 Firmeninsolvenzen gemeldet – ein Anstieg von 13,4 % gegenüber 2024. Betroffen waren rund 170.000 Arbeitsplätze, insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen. Frühindikatoren für 2026 deuten darauf hin, dass sich dieser Trend fortsetzt.
Eine branchenübergreifende Analyse des Statistischen Bundesamtes zeigt: Die Zahl der Insolvenzanträge stieg in den letzten Monaten 2025 um bis zu 20 % im Vergleich zum Vorjahr. Besonders betroffen sind technologieintensive Branchen, in denen Unternehmen stark auf Investitionen und Aufträge angewiesen sind.
Berlin selbst liegt mit einer geschätzten Insolvenzdichte von 130 Fällen pro 10.000 Unternehmen deutlich über dem Bundesdurchschnitt. „Die Situation hier ist besonders angespannt, weil viele Unternehmen stark verschuldet oder von kurzfristigen Förderprogrammen abhängig sind“, sagt Hoffmann.
Wenn Zahlen Angst machen
Hoffmann betont, dass wirtschaftliche Probleme immer auch emotionale Konsequenzen haben. „Wir stehen nicht nur vor bilanziellen Herausforderungen, sondern auch vor Verantwortung für unsere Mitarbeitenden. Die Angst ist spürbar – und sie ist real.“
Prof. Dr. Katharina Berger, Expertin für Organisations- und Krisenpsychologie, ergänzt:
„Die Angst vor öffentlichen Auftritten in Krisenzeiten ist normal. Sie entsteht aus der Sorge, missverstanden oder falsch interpretiert zu werden. Gleichzeitig kann eine gut vorbereitete Kommunikation Orientierung und Vertrauen schaffen.“
Die psychologische Belastung betrifft nicht nur Führungskräfte, sondern auch Teams, die unter Stress Entscheidungen treffen müssen. Kommunikation wird so zu einem entscheidenden Instrument, um Stabilität zu erzeugen.
Kommunikation als Waffe und Schutzschild
Nicht nur interne Kommunikation ist entscheidend – auch öffentliche Statements können den Fortbestand eines Unternehmens beeinflussen. Jessica Wahl, sehr erfahrene Mediencoachin für Executive Communication, erklärt: „Besonders in Krisenzeiten müssen Führungskräfte klar und souverän auftreten. Transparenz schafft Vertrauen, aber unbedachte Offenheit kann rechtliche und wirtschaftliche Risiken bergen.“
Hoffmann bereitet jedes öffentliche Statement sorgfältig vor. Szenarien, wie Journalisten Fragen stellen könnten, werden durchgespielt, damit kein unvorsichtiger Satz die Verhandlungen mit Gläubigern oder Investoren gefährdet.
Lernen von den Erfahrenen
Erfahrungen anderer CEOs zeigen, wie schwierig solche Phasen sein können. Andreas Krüger, ehemaliger CEO eines mittelständischen Maschinenbauunternehmens, erinnert sich:
„In meiner eigenen Insolvenzphase war es entscheidend, wie wir nach außen kommuniziert haben – offen, aber strategisch fokussiert. Das hat uns geholfen, Vertrauen zu halten und gleichzeitig handlungsfähig zu bleiben.“
Krüger betont, dass viele Führungskräfte unter immensem medialen und öffentlichen Druck stehen, während sie gleichzeitig operative Probleme lösen müssen. Psychische Stärke und Kommunikationskompetenz werden so zu Schlüsselqualifikationen.
Warum die Technologiebranche besonders anfällig ist
Technologieunternehmen, die Softwarelösungen für Industrie 4.0 anbieten, sind stark international ausgerichtet und auf Kooperationen mit industriellen Partnern angewiesen. „Unsere Branche ist besonders sensibel gegenüber Marktverwerfungen. Ein verzögertes Projekt kann die Liquidität sofort belasten“, erklärt Hoffmann.
Steigende Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und zurückhaltende Investoren verschärfen die Lage. Viele mittelständische Technologieunternehmen stehen vor dem Risiko von Dominoeffekten, wenn ein Partner insolvent wird.
Strukturelle Ursachen der Krise
Wirtschaftsexperten sehen mehrere Faktoren hinter der Insolvenzwelle:
- Hohe Fixkosten und Fachkräftemangel: Mittelständische Unternehmen haben wenig Spielraum für Krisen.
- Globale Unsicherheiten: Lieferkettenprobleme, Energiepreise, Inflation.
- Regulatorische Rahmenbedingungen: Anpassungen im Insolvenzrecht und Förderprogramme wirken kurzfristig entlastend, lösen aber nicht die Kernprobleme.
„Viele Firmen stecken in einem Teufelskreis aus steigenden Kosten, sinkender Nachfrage und politischer Unsicherheit“, sagt ein Branchenanalyst anonym.
Die Balance zwischen Offenheit und Strategie
Hoffmanns Strategie ist klar: offen kommunizieren, aber mit Fokus auf Kernbotschaften.
„Wir nehmen die wirtschaftliche Lage ernst. Es geht nicht nur um Zahlen, sondern auch um Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden, Partnern und Öffentlichkeit. Transparenz ist der erste Schritt, um konstruktive Lösungen zu finden.“.
Mediencoach Jessica Wahl ergänzt: „Wer die Kommunikation nicht steuert, verliert schnell die Kontrolle über die öffentliche Wahrnehmung. CEOs müssen psychologische Leader sein.“
Blick nach vorn: Was Unternehmen tun können
Die Insolvenzentwicklung 2026 wird die deutsche Wirtschaft weiter beschäftigen. Experten empfehlen Unternehmen, in Krisenzeiten:
- Strategisch kommunizieren, um Vertrauen zu sichern
- Interne Teams stabilisieren, um Entscheidungsfähigkeit zu gewährleisten
- Externe Risiken beobachten, inklusive Liquidität, Partnerbeziehungen und politische Rahmenbedingungen
Für Berlin bedeutet dies: hohe Insolvenzdichte, besonders in technologieintensiven Branchen, könnte Arbeitsplätze, Innovation und Standortattraktivität gefährden.
Fazit: Krise als Prüfstein für Führung
Die wirtschaftliche Lage 2026 ist nicht nur eine Frage von Zahlen, sondern eine Herausforderung für psychologische Stabilität und Kommunikationsgeschick. Führungskräfte wie Dr. Lena Hoffmann müssen Handlungsfähigkeit, Transparenz und emotionale Intelligenz vereinen, um ihr Unternehmen durch unruhige Zeiten zu steuern.
Der Balanceakt zwischen Offenheit, Vertrauen und strategischer Kommunikation entscheidet über Erfolg oder Misserfolg – nicht nur für einzelne Unternehmen, sondern für die Branche insgesamt.











