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NRW im Wandel: Wissenschaft als Motor – damals und heute

(openPR) Die Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft (JRF), die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste (AWK) und die Johannes-Rau-Gesellschaft (JRG) luden Interessierte aus Wissenschaft, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik ein, um Raus Vision vom „Strukturwandel durch Wissenschaft“ zu reflektieren und mit Blick auf aktuelle Herausforderungen weiterzudenken.

Der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst hob in seiner Keynote die langfristige Bedeutung von Forschung und Bildung hervor:
„Johannes Rau hat Nordrhein-Westfalen tief geprägt: Als einer der größten Politiker unseres Landes und als ein Mensch, der Politik immer in den Dienst des Nächsten gestellt hat. Sein Leitmotiv ‚Versöhnen statt Spalten‘ war Anspruch und Haltung zugleich. Er hat zugehört, Brücken gebaut und daran geglaubt, dass unser Zusammenleben nur gelingt, wenn wir Trennendes überwinden, ohne Konflikten auszuweichen. Gerade in den Jahren des tiefgreifenden Strukturwandels hat Johannes Rau Verantwortung übernommen. Er stand an der Seite der Menschen, deren Arbeitsplätze und Lebensgrundlagen bedroht waren, und hat früh erkannt: Bildung, Wissenschaft und Forschung sind der Schlüssel für neue Chancen und nachhaltigen Wohlstand. ‚Forschung ist der neue Rohstoff Nordrhein-Westfalens‘ – dieser Gedanke prägt unser Land bis heute, vor allem auf unserem Weg von der Kohle zur KI. Das Vermächtnis von Johannes Rau ist von brennender Aktualität. In einer Zeit, in der Spaltung und Misstrauen wachsen, ist unsere Antwort Zusammenhalt, Dialog und Versöhnung. Politik kann einen Unterschied machen. Um die Herausforderungen unserer Zeit erfolgreich zu meistern, brauchen wir Kooperation statt Konfrontation. Johannes Raus Wirken verpflichtet uns, den Wandel kooperativ und immer auf Augenhöhe mit den Menschen zu gestalten.“

Die Veranstaltung beleuchtete zudem historische Meilensteine der nordrhein-westfälischen Wissenschaftspolitik und zeigte ihre Bedeutung für die heutigen Transformationsprozesse auf.

In seinem Impulsbeitrag ging Prof. Dr. Christoph Zöpel (NRW- und Bundesminister a. D.) auf das Wirken Johannes Raus ein und ordnete die Universitätsgründungen der 1960er bis 1980er Jahre und den Strukturwandel der Industrieregionen historisch und faktenreich ein. Ergänzt wurde das Programm durch Videostatements ehemaliger NRW-Wissenschaftsminister*innen Anke Brunn, Gabriele Behler, Hannelore Kraft, Prof. Dr. Andreas Pinkwart und Svenja Schulze.

In einer Podiumsdiskussion diskutierten anschließend Ina Brandes MdL, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Prof. Dr. Birgitta Wolff, Bodo Middeldorf, Prof. Dr. Dieter Bathen und Prof. Dr. Gerd Heusch unter der Moderation von Prof. Dr. Uwe Schneidewind über die Rolle von Wissenschaft, Forschung und Innovation für die Transformation im Rheinischen Revier und im Ruhrgebiet.

Wissenschaftsministerin Ina Brandes betonte:
„Johannes Rau hat früh erkannt, dass Wissenschaft der Motor für Innovation und damit für einen erfolgreichen Strukturwandel ist. Dieses Verständnis ist aktueller denn je. Exzellente Forschung ‚made in NRW‘ trägt dazu bei, die großen Herausforderungen unserer Zeit zu meistern, Wohlstand für alle zu schaffen und zu erhalten. Dazu brauchen wir starke Netzwerke wie die Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler finden hier ein exzellentes außeruniversitäres Netzwerk, das ihre Forschung nah an der Anwendung noch besser macht.“

Prof. Dieter Bathen, Vorstandsvorsitzender der JRF, unterstrich die anwendungsnahe Rolle der JRF in Nordrhein-Westfalen:
„Johannes Raus Idee, Wissenschaft in den Dienst des Wandels zu stellen, lebt in der JRF fort. Unsere JRF-Institute erzeugen Wissen dort, wo es gebraucht wird, und leisten mit ihrer Transferexzellenz einen unmittelbaren Beitrag zum Strukturwandel in NRW. Sie verbinden wissenschaftliche Expertise mit praxisorientierten Lösungen für Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft. Damit leistet die JRF einen einzigartigen Beitrag im Wissenschaftssystem Nordrhein-Westfalens.“

Auch die gastgebende Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste stellte die Bedeutung von Dialog und Erkenntnis heraus. Ihr Präsident, Prof. Dr. Gerd Heusch, erklärte:
„Johannes Rau hat die Wissenschaft in NRW und auch unsere Akademie geprägt: Er war an unserer Gründung beteiligt und 20 Jahre Vorsitzender unseres Kuratoriums. Sein Erbe prägt die Wissenschaftslandschaft in NRW bis heute. Die Diskussion darüber ist deshalb keine Nostalgie. Die Akademie beschäftigt sich vielmehr mit der Frage, was aus diesem Vermächtnis für die Zukunft folgen und wie die Akademie weiterentwickelt werden sollte.“

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch Dankesworte von Christina Rau sowie einem Empfang, der den Teilnehmenden Raum für Austausch und Vernetzung bot. Der Abend machte deutlich: Nordrhein-Westfalen steht erneut an einem Wendepunkt – und Wissenschaft bleibt der Schlüssel, um Wandel erfolgreich zu gestalten.

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