openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Mit Bettel-Gen zum Drohnenfutter

22.12.202511:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Mit Bettel-Gen zum Drohnenfutter

(openPR) Bienenmännchen, die „Drohnen“, haben es nicht leicht, wenn sie an lebenswichtige Proteine kommen wollen. Denn selbst können sie nicht die wichtigste Proteinquelle der Bienen, die Pollen, verdauen. Um nicht zu verhungern, sind sie darauf angewiesen, dass Arbeiterinnen sie mit einem vorproduzierten Nahrungsbrei füttern, welchen sie selbst aus den Pollen herstellen. Um aber an dieses Futter zu gelangen, müssen die Drohnen die Arbeiterinnen mit einer Folge von Verhaltensweisen überzeugen, damit sie diese Nahrung abgeben.

„Ein solches kooperatives Verhalten ist im Tierreich eine komplexe Sache, da es eine enge Abstimmung zwischen den Sozialpartnern erfordert. Wir fragen uns in unserer Forschung, welche Voraussetzung erfüllt sein müssen, um dieses Zusammenspiel zu orchestrieren“, erläutert Prof. Dr. Martin Beye vom Institut für Evolutionsgenetik der HHU.

Ein Forschungsteam um Prof. Beye untersuchte die genetischen und neuronalen Grundlagen für das kooperative Verhalten der Bienen. Die Biologinnen und Biologen fahndeten nach Regulatoren, die während der Entwicklung das Gehirn der männlichen Honigbiene so verdrahten, dass die Tiere ihr angeborenes, soziales Verhalten für den Futteraustausch zeigen. Beteiligt an der in Nature Communications erschienenen Studie waren Forschende von der Université Paris-Saclay und der Ruhr-Universität Bochum.

Die Forschenden fanden heraus, dass die für die Futterübergabe an die Drohnen notwendigen Verhaltensinteraktionen auf einen sogenannten Transkriptionsfaktor zurückzuführen ist, dem „Fruitless“- oder kurz „Fru“-Protein. Ein Transkriptionsfaktor ist ein Protein, welches viele andere Gene im Genom an- und abschalten kann. Dieser ist nur in männlichen Bienen aktiv.

Mittels genetischer Technologien (CRISPR-Cas9) brachten die Forschenden eine Sequenz des „grün fluoreszierenden Proteins“ in das Fru-Gen ein. So konnten sie die Zellen markieren, in denen der Transkriptionsfaktor aktiv ist.

Dr. Sven Köhnen, Erstautor der Studie: „Wir wiesen es im Nervensystem der Drohnen nach; und zwar in Neuronen, in denen sensorische Informationen verarbeitet werden und die zur Entscheidungsfindung dienen. Daraus schlossen wir, dass Fru das angeborene Verhalten der Männchen festlegen kann.“ Insgesamt beeinflusst Fru ein neuronales Netzwerk von rund 1.800 Neuronen, das eng mit dem kooperativen Verhalten zusammenhängt.

Dann erzeugte das Team sogenannte Knock-out-Mutanten, in denen sie den Transkriptionsfaktor Fru ausschalteten. Den so entstandenen Drohnen klebten die Forschenden einen QR-Code auf den Körper und beobachteten ihr Verhalten mit einem in Düsseldorf entwickelten automatisierten Kamerasystem.

Köhnen: „Das Entscheidungsverhalten bei diesen Bienen war gestört. Sie konnten sich ihren Artgenossen nicht richtig nähern, bettelten kaum und erhielten so weniger Futter.“ Koautorin und Doktorandin Pia Ulbricht ergänzt: „Andere typische Verhaltensweisen der Drohnen waren aber nicht berührt. Nur im Kontext der Futteraufnahme verhielten sich die Knock-out-Mutanten auffällig.“

Auch wiesen die Mutanten kein unterschiedliches Geruchsprofil auf, wie Koautor Thomas Eltz von der Ruhr-Universität Bochum feststellte. Für den individuellen Geruch sind körpereigene Kohlenwasserstoffe verantwortlich, die für die Interaktion der Tiere wichtig sind. Ebenfalls war das olfaktorische Zentrum, in dem Gerüche verarbeitet werden, nicht betroffen, wie die Forschungspartner in Paris, Prof. Dr. Julie Carcaud und Prof. Dr. Jean-Christophe Sandoz, feststellten.

Prof Beye: „Unsere Studie zeigt, dass das kooperative Verhalten der Drohnen durch ein genetisches Programm festgelegt ist, welches sich im Laufe der Evolution neu gebildet hat. Das Programm legt die neuronalen Kontrollen fest, also ob und wie lange die Verhaltenssequenz aufgrund einer wahrgenommenen sensorischen Information ausgeführt wird. Solch ein Mechanismus ermöglicht die nötige Anpassung an den Sozialpartner.“

Originalpublikation:
Sven Köhnen, Pia Ulbricht, Alina Sturm, Julie Carcaud, Jean-Christophe Sandoz, Thomas Eltz and Martin Beye; The fru gene specifies male cooperative behaviors in honeybee colonies; Nature Communications (2025)

DOI: 10.1038/s41467-025-67392-2

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1299682
 369

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Mit Bettel-Gen zum Drohnenfutter“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von idw - Informationsdienst Wissenschaft

Bild: Mindestlohn: EU-Richtlinie trägt zu dynamischer Entwicklung in weiten Teilen Europas bei  Bild: Mindestlohn: EU-Richtlinie trägt zu dynamischer Entwicklung in weiten Teilen Europas bei
Mindestlohn: EU-Richtlinie trägt zu dynamischer Entwicklung in weiten Teilen Europas bei
Im Durchschnitt (Median) stiegen die Mindestlöhne in der EU im Vorjahresvergleich nominal um 5,6 Prozent. Auch nach Abzug der Inflation bleibt Beschäftigten, die zum Mindestlohn arbeiten, im Mittel noch ein reales Lohn-Plus von 2,9 Prozent. Die Zuwächse bleiben damit europaweit kräftig – und anders als im Vorjahr gilt das auch für Deutschland. Die anhaltende Dynamik in weiten Teilen der EU führt der neue Mindestlohnbericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung auch auf den Einfluss der Europäi…
Bild: Hohe Erwartungen, wenig Unterstützung: Neue Studie zu Selbstverständnis und Rahmenbedingungen der politischen BildungBild: Hohe Erwartungen, wenig Unterstützung: Neue Studie zu Selbstverständnis und Rahmenbedingungen der politischen Bildung
Hohe Erwartungen, wenig Unterstützung: Neue Studie zu Selbstverständnis und Rahmenbedingungen der politischen Bildung
Gerade im außerschulischen Bereich beobachten die Wissenschaftler, dass hohe Erwartungen an Akteurinnen und Akteure der politischen Bildung gestellt werden: Sie sollen demokratische Werte vermitteln, zur Teilhabe befähigen, gesellschaftliche Konflikte moderieren und werden zugleich durch antidemokratische Entwicklungen umfassend herausgefordert. Trotz dieser großen gesellschaftlichen Relevanz existieren wenig strukturierte Angebote zur Qualifizierung und Weiterbildung. Prof. Anja Besand, Direktorin der JoDDiD, fordert: „Wer sich um gute demo…

Das könnte Sie auch interessieren:

Weihnachtsmärkte starten – Achtung: Tricks der Taschendiebe
Weihnachtsmärkte starten – Achtung: Tricks der Taschendiebe
24.11.2016. Für Taschendiebe ist das Gedränge auf den Weihnachtsmärkten, aber auch in Kaufhäusern und den überfüllten Fußgängerpassagen ein Eldorado. In den Menschenmassen können sie blitzschnell und unbemerkt ihrem „Handwerk“ nachgehen sowie auch schnell im Gedränge untertauchen. Neben den Tricks wie das Aufschlitzen von Rücksäcken oder Abschneiden der Trageriemen von Handtaschen, lassen sich Taschendiebe auch andere Tricks einfallen, wie z. B. den Bettel-Trick oder den Blumen-Trick. Dem Einfallsreichtum der Taschendiebe sind keine Grenzen g…
Bild: Europa und China zu Gast in HamburgBild: Europa und China zu Gast in Hamburg
Europa und China zu Gast in Hamburg
Mit dem „Hamburg Summit: China meets Europe“ setzte Kontrapunkt in der vergangenen Woche zum fünften Mal in Folge die international bedeutendste chinesisch-europäische Wirtschaftskonferenz in der Hansestadt um. Die Handelskammer Hamburg begrüßte in ihren Räumlichkeiten in diesem Jahr rund 600 hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, darunter den chinesischen Premierminister Li Keqiang, den luxemburgischen Premierminister Xavier Bettel, Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier, EU-Parlamentspräsident Martin Schulz…
Bild: Elephant Parade Trier-Luxemburg 2013: Xavier Bettel – der Herr der bunten RiesenBild: Elephant Parade Trier-Luxemburg 2013: Xavier Bettel – der Herr der bunten Riesen
Elephant Parade Trier-Luxemburg 2013: Xavier Bettel – der Herr der bunten Riesen
Der Bürgermeister der Stadt Luxemburg, Xavier Bettel, hat die Schirmherrschaft über die Elephant Parade Trier-Luxemburg 2013 übernommen. Damit ist das Stadtoberhaupt Herr über derzeit 67 farbenfrohe Riesen, die ab dem 19. Juli dieses Jahres die Straßen und Plätze der Metropole Luxemburg und der ältesten Stadt Deutschlands zieren werden. Bis zum Startschuss dieser spektakulären Großveranstaltung wird die Elefantenherde auf 85 Exponate angewachsen sein. „Trier und Luxemburg sind seit jeher Städte der Begegnung. Anlässlich der Elephant Parade Tr…
Bild: Sommerliches Set-up auf dem KirchbergBild: Sommerliches Set-up auf dem Kirchberg
Sommerliches Set-up auf dem Kirchberg
Centre Bancaire, Kirchberg. Im und um den neuen Hauptsitz der BNP Paribas Gruppe ging es hell zu. „Ein immerwährender Farbfavorit“, so Charles Schroeder von Party Rent Luxemburg. „Weiß ist der Farbeindruck, der sich ganz einfach kombinieren lässt. Im Mix mit Beige- oder Brauntönen schafft Weiß eine angenehme und einladende Atmosphäre.“ In einem ebensolch hell-sommerlichen Stil gestaltete sich auch das Set-up für die BGL BNP Paribas in Luxemburg: Am 4. Juli 2016 hat der Bank- und Finanzdienstleister seine neuen Gebäude auf dem Kirchberg in An…
Weihnachtsmärkte öffnen – Tricks der Taschendiebe haben Hochkonjunktur
Weihnachtsmärkte öffnen – Tricks der Taschendiebe haben Hochkonjunktur
27.11.2018. Die Zeit der Weihnachtsmärkte und damit die Zeit der Taschendiebe ist da. Für Taschendiebe ist das Gedränge auf den Weihnachtsmärkten, aber auch in Kaufhäusern und den überfüllten Fußgängerpassagen ein Eldorado. In den Menschenmassen können sie blitzschnell und unbemerkt ihrem „Handwerk“ nachgehen und schnell im Gedränge untertauchen. Neben den Tricks, wie das Aufschlitzen von Rücksäcken oder Abschneiden der Trageriemen von Handtaschen, lassen sich Taschendiebe auch andere Tricks einfallen, wie den Bettel-Trick oder den Blumen-Tri…
Bild: Erste „Elephant Parade®“ in Deutschland und Luxemburg - Zwei Städte werden zur KunstgalerieBild: Erste „Elephant Parade®“ in Deutschland und Luxemburg - Zwei Städte werden zur Kunstgalerie
Erste „Elephant Parade®“ in Deutschland und Luxemburg - Zwei Städte werden zur Kunstgalerie
Trier/Luxemburg. Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus: Vom 19. Juli bis 18. Oktober 2013 werden die Städte Trier und Luxemburg Ausrichter der ersten Elephant Parade® in ihren beiden Ländern. Die Elephant Parade ist die weltweit größte Open Air-Ausstellung im öffentlichen Stadtraum mit ca. 1,50 m großen, kunstvoll gestalteten Elefanten-Statuen. Gastgebende Städten waren u.a. bereits Amsterdam, London, Singapur, Mailand und Kopenhagen. Be part of it...! Unter dem Motto „Be part of it...“ („Sei ein Teil davon...“) werden drei Monate lan…
Tricks der Taschendiebe beim Karneval
Tricks der Taschendiebe beim Karneval
04.02.2016. Gut gelaunt beim Karneval. Doch Vorsicht: Für Taschendiebe ist das Gedränge beim Karneval oder den Faschingsumzügen ein Eldorado. In den Menschenmassen können sie blitzschnell und unbemerkt ihrem „Handwerk“ nachgehen und notfalls schnell im Gedränge untertauchen. Neben alten Tricks wie Aufschlitzen von Rücksäcken oder Abschneiden der Trageriemen von Handtaschen, lassen sich Taschendiebe immer etwas Neues einfallen, wie z. B. den Bettel-Trick oder den Blumen-Trick. Dem Einfallsreichtum der Taschendiebe sind keine Grenzen gesetzt, w…
Bild: Veröffentlichung der Biografie der renommierten Luxemburgerin Yasmine HémèsBild: Veröffentlichung der Biografie der renommierten Luxemburgerin Yasmine Hémès
Veröffentlichung der Biografie der renommierten Luxemburgerin Yasmine Hémès
Am 16. Juni 2023 wird der biografische Roman "Über dem Wasser tauchen" veröffentlicht. Das Buch der renommierten Luxemburgerin Yasmine Hémès gewährt einen faszinierenden Einblick in das Leben der Autorin, ihren unermüdlichen Kampf für den Umweltschutz und mehr Gerechtigkeit für die Ärmsten der Armen. Im Verlauf ihres Lebens säuberte Y. Hémès ebenso die Ozeane wie sie auch die Wasserversorgung der südafrikanischen Zulus sicherstellte. Mit ungebrochenem Einsatz machte sie sich für den Schutz der Meeresbewohner, der Menschen und der Natur stark …
Bild: Erster Auslauf für 95 kunstvolle ElefantenBild: Erster Auslauf für 95 kunstvolle Elefanten
Erster Auslauf für 95 kunstvolle Elefanten
520 Gäste beim Pre-Opening der Elephant Parade® in Speicher Bildband zur Ausstellung druckfrisch vorgestellt Trier/Speicher - Es passte alles: Wetter, gute Laune und ein tolles Rahmenprogramm rund um die 95 „elefantösen“ Botschafter der Elephant Parade® Trier-Luxemburg 2013. Sponsoren, Künstler, Veranstalter und Organisatoren des Open-Air-Kunstspektakels hatten erstmals die Gelegenheit, auf dem parkähnlichen Freigelände der Firma STUCO in Speicher alle Ausstellungsobjekte auf einmal hautnah zu begutachten. Unter den Paten und den Kunstscha…
Neue Tricks der Taschendiebe auf Weihnachtsmärkten
Neue Tricks der Taschendiebe auf Weihnachtsmärkten
26.11.2015. Für Taschendiebe ist das Gedränge auf den Weihnachtsmärkten, Kaufhäusern und den überfüllten Fußgängerpassagen ein Eldorado. In den Menschenmassen können sie blitzschnell und unbemerkt ihrem „Handwerk“ nachgehen und notfalls auch schnell im Gedränge untertauchen. Neben alten Tricks wie Aufschlitzen von Rücksäcken oder Abschneiden der Trageriemen von Handtaschen, lassen sich Taschendiebe immer etwas Neues einfallen, wie z. B. den Bettel-Trick oder den Blumen-Trick. Dem Einfallsreichtum der Taschendiebe sind keine Grenzen gesetzt, w…
Sie lesen gerade: Mit Bettel-Gen zum Drohnenfutter