(openPR) Erlangen/Münster/Herten, 16. Dezember 2025 – Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), die Universität Münster (UM) sowie das Software- und Beratungsunternehmen Prosoz starten das Forschungsprojekt SMARD-GOV. Ziel ist die Erforschung von datenschutzkonformen Entscheidungshilfen auf Basis von Large Language Models (LLMs) für den Einsatz in Behörden. SMARD-GOV führt dabei eine datenschutzrechtliche Untersuchung der Nutzung von LLMs in Behörden mit einer Erforschung technischer und sozialwissenschaftlicher Aspekte zusammen.
Das Projekt erforscht sowohl technische als auch rechtliche Aspekte, um effiziente, sichere und datenschutzkonforme KI-Lösungen im öffentlichen Sektor zu ermöglichen und wird von 2025 bis 2027 vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und Forschung (BMFTR) gefördert.
Im Fokus stehen Anwendungen bei Bauanträgen auf Grundlage eines domänenspezifischen LLMs. Besonderes Augenmerk liegt auf der Einhaltung der Datenschutzvorgaben: Die Verarbeitung der Daten erfolgt gemäß DSGVO, wobei strenge technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz sensibler Informationen umgesetzt werden.
Alle Projektbeteiligten bringen umfangreiche Expertisen aus der IT-Sicherheit sowie dem praktischen Einsatz kommunaler Software mit, um eine sichere Datenübertragung und Verarbeitung auf hochsicheren Systemen zu gewährleisten. Mithilfe von Kommunen, die ihre Expertise und Daten zur Verfügung stellen, können realistische Ergebnisse erzielt und mögliche Datenschutzrisiken reduziert werden. Erklärtes Ziel ist es, die Einhaltung aller datenschutzrechtlichen Vorgaben sicherzustellen.
Das Projekt wird von der FAU unter Leitung von Prof. Paulina Jo Pesch koordiniert. Die ausgewiesene Expertin rund um Rechtsfragen zu Künstlicher Intelligenz, LLMs und automatisierte Entscheidungen analysiert mit ihrem Team den rechtlichen Rahmen für den Einsatz von LLMs im Datenschutz und der KI-Regulierung. Pesch stellt als Datenschutzbeauftragte auch die Rechtskonformität der Forschungsarbeiten des Projektes sicher.
Arbeitsgruppe für IT-Sicherheit von Prof. Rainer Böhme von der UM führt Trainings und Tests durch, die Datenschutzmaßnahmen von LLMs auf ihre Wirksamkeit überprüfen. Eine weitere Arbeitsgruppe für Digitale Information und den öffentlichen Sektor unter der Leitung von Prof. Tobias Brandt untersucht den Einsatz von LLMs in Behörden empirisch. So soll sichergestellt werden, dass die Forschungsarbeiten von SMARD-GOV auf die spezifischen behördlichen Anforderungen und Bedürfnisse der Verwaltungen zugeschnitten sind.
Prosoz unterstützt mit CDO und KI-Experten Christian Rupp bzw. seinem KI-Team die Wissenschaftler*innen beim Erproben ihrer LLMs anhand ihrer Praxiserfahrung in Kommunal-Software für Bauanträge und stellt den Kontakt zu den Pilotkommunen sicher.
SMARD-GOV trägt somit zum sicheren Umgang mit sensiblen Daten des öffentlichen Dienstes bei und legt die Grundlagen für den datenschutzkonformen Einsatz moderner KI-Technologien in Behörden.
FAU: Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), gegründet 1743, ist mit fast 41.000 Studierenden, über 600 Professorinnen und Professoren und etwa 16.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine der größten Universitäten in Deutschland. Derzeit werden mehr als 100 Programme von der DFG gefördert, bei denen die FAU federführend oder beteiligt ist. In der jüngsten Exzellenzentscheidung des Bundes konnte die Universität –auch unter Beteiligung von Prof. Pesch – ein Exzellenzcluster im Bereich der Menschenrechtsforschung einwerben.
Uni Münster: Die Universität Münster zählt zu den größten und traditionsreichen Universitäten Deutschlands. Sie genießt als Einrichtung der Wissenschaft national wie international eine hohe Reputation. 15 Fachbereiche mit 120 Studienfächern und rund 30 wissenschaftliche Zentren bilden das institutionelle Gerüst der Hochschule. Rund 42.500 junge Menschen studieren, rund 5.100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen und lehren an der Universität und prägen damit das Leben in der 320.000 Köpfe zählenden Stadt Münster. Die Universität Münster ist Erstunterzeichnerin der Magna Charta Universitatum.












