openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Weniger Laufkäfer in Deutschland

12.11.2025 • 09:55 Uhr • Wissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Laufkäfer spielen als Raubtiere und Samenfresser eine wichtige Rolle in Ökosystemen und dienen gleichzeitig vielen anderen Tieren als Beute. In deutschen Wäldern leben schätzungsweise zwischen 20.000 und 70.000 Individuen pro Hektar Wald.

Die Forscher haben das Vorkommen von 549 Arten analysiert, d. h. ob sie eine Art an einem bestimmten Standort finden konnten oder nicht. Für 383 Arten konnten sie daraufhin nationale Trends über die vergangenen 36 Jahren berechnen: Das Vorkommen ging bei 52 Prozent der Arten zurück, während 22 Prozent der Arten einen Anstieg verzeichneten. Interessanterweise gingen bedrohte und nicht bedrohte Arten in ähnlichem Maße zurück.

„Laufkäfer sind für gesunde Ökosysteme unverzichtbar“, sagt Dr. Shawan Chowdhury, Erstautor der Studie. „Ihr Rückgang ist ein ernstzunehmendes Warnsignal. Wir plädieren für eine harmonisiertere und systematischere Überwachung dieser Insektengruppe.“ Chowdhury führte die Studie bei iDiv, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) durch. Er arbeitet jetzt an der Monash University in Australien.

Der Rückgang der Laufkäfer ist bei Arten, die in Küstenregionen leben, am stärksten ausgeprägt. Große, in Wäldern lebende Arten scheinen weniger betroffen zu sein, obwohl selbst eng verwandte Arten sehr unterschiedliche Trends zeigen: Der Große Striemenläufer (Molops elatus), eine zentraleuropäisch-montan verbreitete Art, verzeichnet starke Rückgänge. Viel häufiger in Deutschland ist der Braunfüßige Striemenläufer (Molops piceus). Bei ihm ist trotz ähnlicher Lebensweise eine Zunahme zu verzeichnen.
Ähnlich verhält es sich auch bei nah verwandten Großlaufkäfern: Der Dunkelblaue Laufkäfer (Carabus intricatus) breitet sich derzeit in höhere Lagen aus und nimmt aufgrund der Klimaerwärmung wahrscheinlich landesweit zu. Dagegen nimmt der Bergwald-Laufkäfer (Carabus sylvestris), eine Charakterart submontaner und montaner Lagen, im Vorkommen deutlich ab.

„Unsere Synthese und Trendanalyse war nur dank der großartigen Zusammenarbeit mit vielen Bürgerwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern sowie Fachleuten aus Naturkundevereinen, Nationalparks, Museen und Landesbehörden in unserem sMon-Netzwerk möglich“, sagt Senior-Autorin Prof. Aletta Bonn, Forschungsgruppenleiterin beim UFZ, iDiv and der Friedrich-Schiller-Universität Jena. „Durch die Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten aus Gesellschaft, Politik und Wissenschaft können wir Veränderungen der biologischen Vielfalt verstehen und hoffentlich auch auf die Wiederherstellung gesunder Ökosysteme hinarbeiten.“

Diese Forschungsarbeit wurde u. a. gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG; FZT-118).

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Shawan Chowdhury
Global Change Ecology Lab
Monash University
Alumnus des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig
und der Friedrich-Schiller-Universität Jena
https://shawanchowdhurylab.com/
https://research.monash.edu/en/persons/shawan-chowdhury/
E-Mail

Prof. Dr. Aletta Bonn
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ
Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig
Friedrich-Schiller-Universität Jena
https://www.idiv.de/de/staff/aletta-bonn/
E-Mail

Originalpublikation:
Chowdhury, S., Bowler, D. E., Boutaud, E., Bleich, O., Bruelheide, H., Buse, J., Engel, T., Gebert, J., Grescho, V., Gürlich, S., Harry, I., Jansen, F., Klenke, R. A., van Klink, R., Winter, M., Bonn, A. (2025). Widespread decline of ground beetles in Germany. Diversity and Distributions, 31, e70112. DOI: 10.1111/ddi.70112

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1296177
 406

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Weniger Laufkäfer in Deutschland “ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von idw - Informationsdienst Wissenschaft

Bild: Uni Kiel setzt ihren Entwicklungsweg nach Exzellenzbewerbung fort
Uni Kiel setzt ihren Entwicklungsweg nach Exzellenzbewerbung fort
Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) erhält nicht den Status einer Exzellenzuniversität. „Natürlich hätten wir uns ein anderes Ergebnis gewünscht“, sagt Vizepräsident Prof. Dr. Eckhard Quandt. „Aber wir haben die Bewerbung von Anfang an auch als Chance verstanden, unsere strategische Entwicklung als Universität voranzutreiben. Vieles, was in diesem Prozess entstanden oder bereits angestoßen worden ist, bleibt für die CAU richtig und von Bedeutung.“ Vizepräsidentin Prof. Dr. Catherine Cleophas dankt den Wissenschaftler*innen, den…
Bild: Universitäten Bremen und Oldenburg bauen Northwest Alliance auch ohne Exzellenzstatus aus
Universitäten Bremen und Oldenburg bauen Northwest Alliance auch ohne Exzellenzstatus aus
Neben der Northwest Alliance hatten drei weitere Verbünde sowie sieben Hochschulen ihre Bewerbung für die insgesamt fünf Neuförderungen eingereicht. Die Universitäten Bremen und Oldenburg werden ihre Kooperation zur Stärkung der Nordwestregion als Wissenschaftsraum fortführen und weiterentwickeln – gemeinsam mit ihrer wichtigsten Partnerin, der Rijksuniversiteit Groningen. Der Bewerbung als Exzellenzverbund vorausgegangen war ein herausragender Erfolg in der Geschichte der beiden Universitäten Bremen und Oldenburg: Im Frühjahr 2025 erhielten…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Fataler Insektenstaubsauger: Uferbeleuchtung
Fataler Insektenstaubsauger: Uferbeleuchtung
… die die Heimat von vielen lichtempfindlichen Insekten sind“, erklärt Alessandro Manfrin, Wissenschaftler am IGB, die Ausgangslage. Die Zahl der Fluginsekten ist in Teilen Deutschlands um mehr als 75 Prozent zurückgegangen („Insektensterben in Deutschland bestätigt“ in PLoSOne). Ein Grund hierfür könnte die Lichtverschmutzung sein. In jeder Sommernacht …
Bild: Natürliche Waffen gegen SchädlingeBild: Natürliche Waffen gegen Schädlinge
Natürliche Waffen gegen Schädlinge
… aus der Sicht eines Gärtners zählen die Nacktschnecken. Es gibt zwar wirksame Schneckengifte, doch die können auch natürliche Feinde der Schnecke wie Igel, Regenwürmer und Laufkäfer in Mitleidenschaft ziehen. Ökologisch sinnvoller ist es daher, auf Bierfallen aus halb gefüllten – vollständig in den Boden vergrabenen – Bechern zu vertrauen. Darauf weist …
Bild: Schneckenalarm im Hochsommer: 9 Tipps
Schneckenalarm im Hochsommer: 9 Tipps
… Tigerschnegel gilt als wertvoller Helfer im Garten. Er frisst Schneckeneier und sogar junge Spanische Wegschnecken. Auch Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer tragen dazu bei, Schneckenpopulationen auf natürliche Weise zu regulieren.Reisighaufen, Natursteinmauern, Totholzecken oder kleine Wasserstellen schaffen wichtige Lebensräume für diese tierischen …
Bild: 1. Deutscher Equal Pay Day am 15. April - Aktionstag für Entgeltgleichheit erstmals in DeutschlandBild: 1. Deutscher Equal Pay Day am 15. April - Aktionstag für Entgeltgleichheit erstmals in Deutschland
1. Deutscher Equal Pay Day am 15. April - Aktionstag für Entgeltgleichheit erstmals in Deutschland
Am 15. April findet in Deutschland erstmals der Equal Pay Day statt. Der internationale Aktionstag für Entgeltgleichheit von Männern und Frauen, den es unter anderem bereits in den USA und in Belgien gibt, wird auf Initiative des Frauennetzwerks Business and Professional Women (BPW) Germany mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, …
DBU: Ihr Vögelein, kommet: Weihnachtsbaumkulturen für gefährdete Arten wertvoll
DBU: Ihr Vögelein, kommet: Weihnachtsbaumkulturen für gefährdete Arten wertvoll
… Vorhabens ausgesprochen hoch Für die vorherrschenden Landnutzungstypen im Sauerland seien jeweils sechs Untersuchungsflächen ausgewählt, Bodenproben entnommen und Vögel, Laufkäfer und Spinnen als Indikatorgruppen erfasst worden. Darüber hinaus seien floristisch-vegetationsökologische Untersuchungen durchgeführt, die Biotoptypen und die Landschaftsstruktur …
Zwangsabgaben schaffen keine Ausbildungsplätze
Zwangsabgaben schaffen keine Ausbildungsplätze
… in der SPD zur Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe erklärt der mittelstandspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hartmut Schauerte MdB: Der sich abzeichnende Lehrstellenmangel in Deutschland ist schlimm für alle: für die Lehrstellensuchenden, für die Wirtschaft und unsere Gesellschaft insgesamt. Ständiges Drohen von SPD-Fraktion und …
Landwirtschaft verringert die Biodiversität
Landwirtschaft verringert die Biodiversität
… Artenvielfalt erhalten. "Wir wollen herausfinden, ob durch die neuen Grasstreifen, die an das große Quellhabitat angrenzen, Agrarlandschaften von Nützlingen wie zum Beispiel Laufkäfer, Spinnen oder Wildbienen und Schwebfliegen verstärkt besiedelt werden", erklärt Projektleiter Frank. Auf den neuen Grasflächen werden Pflanzenmischungen angebaut, die ähnlich der …
Bild: Bauwerksbegrünung – Ökologisch, Gesund, Nachhaltig
Bauwerksbegrünung – Ökologisch, Gesund, Nachhaltig
… Erdgeschosses. Eine Dachbegrünung oder eine bewachsene Fassade sind vor allem im städtischen Raum zusätzliche ökologische Ausgleichfläche dienen als Biotope. Vögel, Wildbienen, Schmetterlinge und Laufkäfer finden hier Nahrung und Unterschlupf. Pflanzen verbessern außerdem die Luftqualität nachhaltig - sie filtern Staub und Schadstoffpartikel aus der Luft heraus. Aber …
Bild: Streifenanbau mit Raps und Weizen ist vielversprechende Strategie, um Artenvielfalt in Agrarökosystemen zu fördern
Streifenanbau mit Raps und Weizen ist vielversprechende Strategie, um Artenvielfalt in Agrarökosystemen zu fördern
… Streifenanbau mit Weizen und Raps eine Förderung der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft im Vergleich zu den reinen Raps- und Weizenfeldern bewirkt. „Besonders Ackerwildpflanzen, Laufkäfer und Feldvögel profitieren von den zusätzlichen Grenzlinien zwischen den Streifen und der gesteigerten Kulturartenvielfalt auf dem Feld“, berichtet Dr. Doreen Gabriel vom …
Sie lesen gerade: Weniger Laufkäfer in Deutschland